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Betriebsprüfung: Phantomlohn entpuppt sich immer wieder als Falle

Lesezeit: 2 Minuten Immer wieder tappen Betriebe bei einer Betriebsprüfung in die berühmte und berüchtigte Phantomlohnfalle. Die Folge ist in aller Regel eine saftige Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Doch was bedeutet Phantomlohn eigentlich und wie lässt sich dieses Problem lösen?

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Betriebsprüfung: Phantomlohn entpuppt sich immer wieder als Falle

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Prüfen Sie regelmäßig Ihre Lohnabrechnungen damit Sie nicht auch bei der nächsten Betriebsprüfung nachzahlen müssen.

Phantomlohn: Das steckt dahinter

In der Lohnabrechnung wird vom "Phantomlohn" gesprochen, wenn in der Lohnabrechnung auf einzelne Lohnbestandteile keine Sozialversicherungsbeiträge berechnet worden sind, auf die der Arbeitnehmer jedoch einen Anspruch hat. Die Sozialversicherungsprüfer sind hier leider ganz genau und gehen bei der Beitragsberechnung nämlich nicht vom tatsächlich gezahltem Lohn, sondern vom Entgelt aus, auf das der Arbeitnehmer einen Anspruch hat.

Das hängt damit zusammen, dass in der Sozialversicherung das sogenannte "Entstehungsprinzip" angewendet wird. Dieses besagt, dass die Sozialversicherungsbeiträge auf das Entgelt zu entrichten sind, die entstanden sind. Nicht auf das tatsächlich gezahlte Entgelt. Diese Konstellation ergibt sich immer dann, wenn im Lohnbüro einzelne Entgeltbestandteile nicht ausgezahlt werden, obwohl der Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Zahlung dieser hat.

Der Prüfer berechnet dann die Sozialversicherungsbeiträge aus dem Phantomlohn nach. Der Phantomlohn ist die Differenz zwischen tatsächlich gezahltem und dem Entgelt, auf das der Arbeitnehmer einen Anspruch hat.

Das ist die Phantomlohnfalle

In der Praxis wird gern von der Phantomlohnfalle gesprochen, wenn genau dieses Phänomen auftritt. Der Betrieb hat hier nämlich (unwissentlich) die Sozialversicherungsbeiträge aus einem zu geringem Entgelt berechnet. Die Gründe hierfür sind meist dieselben:

  • Der (Branchen)Mindestlohn wurde nicht eingehalten,
  • Entgeltfortzahlungsansprüche bei Krankheit des Arbeitnehmers wurden nicht oder nicht vollends erfüllt,
  • Urlaubsentgelt wurde nicht bzw. nicht vollständig an den Arbeitnehmer gezahlt.

Neben den eben genannten Gründen existieren in der Praxis noch weitere Ursachen, die zur Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen durch "Phantomlohn" führen.

Weitere Ursachen für die Phantomlohnfalle

Es gibt noch ein paar weitere (häufige) Gründe, die den Betriebsprüfer frohlocken lassen und das Lohnbüro mit saftigen Nachzahlungen konfrontiert. 

Übersicht der Anspruchsgrundlagen des Arbeitsentgelts für Ihre Arbeitnehmer:

  • gesetzliche Ansprüche nach dem Mindest­lohn­­­ge­setz,
  • Leistungen nach dem Arbeitnehmerentsend­ungs­­gesetz (Branchenmindestlohn),
  • Allgemeinverbindliche Tarifverträge,
  • bei tarifgebundenen Tarifverträgen,
  • Betriebsvereinbarungen,
  • Arbeitsverträgen,
  • Aufzeichnungen nach dem Nachweisgesetz,
  • Leistungen aufgrund betrieblicher Übung (Weihnachtsgeld, Jahresleistungsprämien),
  • Ansprüche nach dem Entgeltfortzahlungs­ge­setz,
  • Ansprüche nach dem Bundesurlaubsgesetz,
  • Ansprüche aus rechtskräftigen Urteilen.

Folgen des Phantomlohns in der Betriebsprüfung

Die Folgen in einer Betriebsprüfung sind in aller Regel teuer. Denn die Beiträge zur Sozialversicherung müssen natürlich vom Betrieb nachgezahlt werden. Das kann im schlimmsten Fall eine sehr teure Nachzahlung werden. Daher sollten Sie diese Nachzahlungen unbedingt vermeiden.

Daneben besteht auch noch das Risiko, dass die Arbeitnehmer die nicht gezahlten Entgeltbestandteile einfordert, es also zu einer Nachzahlung des (nicht entrichteten) Arbeitsentgelts kommt. Sofern das Entgelt nachgezahlt wird, ist diese Nachzahlung natürlich auch lohnsteuerpflichtig.

Lesen Sie auch die 3 häufigsten Gründe für die Phantomlohnfalle.

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