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Bei Lohnkürzung ist Schweigen nach Gehaltsabrechnung kein Einverständnis

Lesezeit: < 1 Minute Protestiert ein Arbeitnehmer gegen einen gekürzten Betrag auf seiner Gehaltsabrechnung nicht sofort, gilt dies noch nicht als Zustimmung zu der Gehaltskürzung. Dies entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz im Oktober letzten Jahres.

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Bei Lohnkürzung ist Schweigen nach Gehaltsabrechnung kein Einverständnis

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Ein Arbeitgeber hatte das Gehalt seines Mitarbeiters um rund 1.500 Euro gekürzt. Als der Mitarbeiter den einbehaltenen Betrag gerichtlich geltend machen wollte, verwies der Arbeitgeber darauf, dass der Mitarbeiter mit der Gehaltskürzung einverstanden gewesen sei. Er begründete dies damit, dass der Mitarbeiter keinen Einspruch erhoben habe, als ihm die Gehaltsabrechnung mit dem niedrigeren Betrag vorgelegt wurde.

Vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz fand der Arbeitgeber damit jedoch kein Gehör. Die Richter verurteilten ihn zur Nachzahlung des vollen Gehalts. Die Arbeitsrichter konnten kein Einverständnis des Mitarbeiters darin erkennen, dass er sich nicht bei Vorlage der Gehaltsabrechnung gemeldet habe. Eine sofortige Rüge sei nicht notwendig gewesen (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18.10.2002; Az.: 10 Sa 69/02). Tipp: Wenn sich ein Mitarbeiter nicht sofort zu einer von Ihnen als Arbeitgeber vielleicht einmal fehlerhaft zu niedrig ausgestellten Gehaltsabrechnung äußert, verliert er seine Ansprüche grundsätzlich nicht. Er ist nicht zu einem sofortigen Protest verpflichtet. Wollen Sie das Arbeitsentgelt und damit die Vertragsbedingungen ändern, müssen Sie Ihrem Mitarbeiter einen Änderungsvertrag anbieten. Bei Ablehnung des Arbeitnehmers bleibt Ihnen nur eine Änderungskündigung. Andernfalls müssen Sie das volle Gehalt zahlen. Haben Sie zu wenig Lohn gezahlt, kann ein Anspruch Ihres Mitarbeiters auf eine Nachzahlung aber aus anderen Gründen ausgeschlossen sein.

Gehaltsansprüche verjähren gemäß § 195 BGB nach drei Jahren. Häufig gelten für das Arbeitsverhältnis zudem Ausschlussfristen. Versäumt der Arbeitnehmer die Geltendmachung seiner Ansprüche innerhalb der Ausschlussfrist, so kann er keine Nachzahlung mehr verlangen.

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