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Auch im Karneval: schlagender Arbeitnehmer riskiert seinen Job

Das LAG Düsseldorf versteht auch in Karnevalszeiten bei Schlägereien zwischen Mitarbeitern wenig Spaß. Das Ganze lässt sich auf die Faustformel reduzieren: wer schlägt, fliegt. Das gilt auch bei Streitigkeiten während einer Karnevalsfeier (LAG Düsseldorf; Urteil vom 22.12.2015, 13 Sa 957/15).

Auch im Karneval: schlagender Arbeitnehmer riskiert seinen Job

Einem als Gangsterboss Al Capone verkleideten Mitarbeiter, der bei seinem Arbeitgeber seit 28 Jahren ohne besondere Vorkommnisse beschäftigt und zudem schwer behindert war, wurde die Karnevalsfeier zum Verhängnis. Kolleginnen wollten die Krawatte des Gangsterboss-Doubles abschneiden. Hierdurch fühlte er sich bedrängt. Im weiteren Verlauf des Gefechts kam ein Kollege hinzu, der als Clown verkleidet war. Insgesamt wurde die Situation für den Gangsterboss wohl so bedrohlich, dass er handgreiflich wurde. Er verletzte den Clown an der Stirn.

Konsequenzen am Arbeitsplatz

Der Arbeitgeber sah hierin einen schweren Verstoß gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten, die ihm das Abwarten der Kündigungsfrist unzumutbar machten. Er beantragte beim zuständigen Integrationsamt die Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung des Gangster-Doubles. Das Integrationsamt stimmte der Kündigung zu, da sie keinen Zusammenhang mit der Schwerbehinderung hatte. Weiter hörte der Arbeitgeber den Betriebsrat zur fristlosen Kündigung an.

Nach Erhalt der außerordentlichen Kündigung legte der Mitarbeiter Kündigungsschutzklage ein. Er argumentierte, dass er in der konkreten Situation einer Angststörung zum Opfer gefallen sei. Er habe sich von den Kollegen bedrängt gefühlt und daher die Nerven verloren. Im Ergebnis sei er schuldunfähig gewesen.

Das Urteil:

Das Landesarbeitsgericht überzeugte das genauso wenig wie vorher schon das Arbeitsgericht. Die Kündigung wurde bestätigt.

Das bedeutet für Sie:

In den Karnevalshochburgen mag diese Entscheidung etwas überraschen. Aber die Richter am LAG Düsseldorf setzen eine Null-Toleranzgrenze für körperliche Attacken. Ob Sie als Arbeitgeber immer genau so weit gehen wollen, müssen Sie selbst entscheiden. Sicherlich wird es Arbeitgeber geben, die gerade in Karnevalszeiten bei firmeninternen Karnevalsfeiern etwas weniger strenge Maßstäbe anlegen.

Im Interesse der Gesundheit aller Mitarbeiter und des Betriebsklimas spricht aus meiner Sicht allerdings einiges dafür, die Entscheidung des LAG Düsseldorf positiv zu bewerten. Es ist nur schwer vorstellbar, wie denn Al Capone und Clown nach der Schlägerei auf der Betriebsfeier weiter im Interesse des Unternehmens zusammenarbeiten sollen.

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