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Arbeitszeugnis für Volljuristen: Was nicht drin stehen sollte

Lesezeit: 2 Minuten Wenn angestellte Volljuristen (Assessor/in jur.) den Arbeitgeber wechseln, haben sie, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, einen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Bei der Beurteilung und Ausformulierung des Zeugnistextes muss allerdings die Berufserfahrung, die üblicherweise mit der Anzahl der Berufsjahre steigt, und die juristische Spezialisierung berücksichtigt werden.

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Arbeitszeugnis für Volljuristen: Was nicht drin stehen sollte

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Tätigkeitsgebiete von Volljuristen (Assessor/in jur.)
Ein Assessor/in jur. hat in der Regel ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität abgeschlossen. Danach folgt ein zweijähriges Referendariat und das zweite juristische Staatsexamen. Dann können sie als Richter, Staatsanwalt, Notar arbeiten oder sich Rechtsanwalt niederlassen.

Sie können aber auch an Hochschulen lehren, treten in Rechtsabteilungen von Unternehmen ein oder gehen in den höheren Verwaltungsdienst. Ihr Betätigungsfeld kann sehr unterschiedlich sein, was von der jeweiligen gewählten Spezialisierung abhängt.

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Problematische Aussagen im Arbeitszeugnis eines Volljuristen
Wer als Volljurist arbeitet und auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken kann, sollte sehr genau darauf achten, welche Schwerpunkte und Aussagen in seinem Arbeitszeugnis stehen. Besonders wenn es sich um eine sehr gute bis gute Beurteilung handelt. Ist er/sie zum Beispiel in einem Notariat tätig gewesen und wird das Tätigkeitsgebiet mit "umfassende Vorbereitung vor allem auf dem Gebiet der vorsorglichen Rechtspflege" eingeleitet, ist das kein gutes Zeichen für einen fachlich versierten Volljuristen.

Denn das Kapitel persönliche Vorsorge in Form von Vorsorge- und Betreuungsvollmachten, Patientenverfügungen bedarf zumindest durch standardisierte Vertragsmustervorlagen keines besonderen Aufwandes mehr, so dass sich die Beratung der Mandantschaft voll auf die individuellen Bedürfnisse richten kann. Hier könnte man besser formulieren, dass zum Beispiel nach kurzer Einarbeitung sämtliche Standartverträge eigenständig gefertigt werden konnten. So etwas gehört zu den routinierten Tätigkeiten und sollte nicht besonders ausformuliert werden.

Oder wird einem berufserfahrenen Volljuristen "eine äußerst gewissenhafte Aktenführung" ins Arbeitszeugnis geschrieben, kann man davon ausgehen, dass es sonst nicht viel Wichtiges über die Arbeit zu berichten gab. Es ist geradezu ein Affront, vor allem wenn der Beschäftigungszeitraum schon 5 Jahre andauerte. Kein Chef wird einen unter Niveau arbeitenden Juristen so lange beschäftigen. Die Aktenführung gehört wohl eher zu den Tätigkeiten des Sekretariates.

Was gehört ins Arbeitszeugnis eins Volljuristen
In einem Arbeitszeugnis für einen Volljuristen sollte über die Spezialisierung, die Sach- und Fachkompetenz referiert werden. Der Leser muss über den Grad seiner Rechtskenntnisse informiert werden und Tiefe sowie Umfang des juristischen Fachwissens. Dass Juristen eine intrinsische Lernmotivation haben sollten und ihr Fachwissen eigenverantwortlich auf aktuellem Stand halten, versteht sich von selbst bei der Schnelligkeit, wie sich heutzutage Gesetze ändern oder neue entstehen.

Demzufolge ist auch eine Formulierung wie "bildete sich ‚on the job‘ weiter" nicht gerade schmeichelhaft für einen Volljuristen. Aber bildet sich ein in einer Anwaltskanzlei angestellter Rechtsanwalt zu einem Fachanwalt weiter, muss das im Arbeitszeugnis entsprechend gewürdigt werden, weil es sich um eine Spezialisierung handelt.

Wichtig sind ebenfalls Aussagen darüber, durch welches juristische sprachliche Niveau sich Schriftsätze auszeichnen und wie einem Mandanten (in der Regel ein juristischer Laie) komplexe rechtliche Sachverhalte dargestellt oder erklärt werden konnten oder auch das Auftreten und Argumentieren vor den Gerichten.

Fazit zum Arbeitszeugnis für Volljuristen
Es ist wichtig, dass die Befähigung des Volljuristen absolut kompetent und unverwechselbar beschrieben wird, wie er oder sie sich mit Rechtsnormen, deren Interpretation sowie der aktuellen Rechtsprechung auskennt, wie die Qualität der juristischen Schriftstücke ist, wie gut die Rechtmäßigkeit von Handlungen beurteilt werden kann und wie diese juristisch korrekt durchgeführt werden oder wie es gelingt, unterschiedliche Interessen auszugleichen.

In jedem Fall sollte so ein Arbeitszeugnis sprachlich individuell und auf hohem Niveau ausgereift sein und nicht als Standardtext über ein Zeugnisprogramm erstellt werden, dessen Grundlage ein Fragebogen zum ankreuzen ist.

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