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Abfindung: Steuerermäßigung nur, wenn Arbeitsverhältnis endet

Abfindungen sind steuerlich durch zwei unterschiedliche Regelungen begünstigt. Zum einen gilt für sie ein Steuerfreibetrag bis zu 12.271 Euro (Paragraph 3 Nr. 9 EStG), zum anderen ist der verbleibende steuerpflichtige Anteil über die sog. Fünfteilungsregelung begünstigt (Paragraph 34 EStG).

Abfindung: Steuerermäßigung nur, wenn Arbeitsverhältnis endet

Beide Steuerbegünstigungen hängen aber davon ab, dass das Arbeitsverhältnis endgültig beendet wird. Wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt, steckt hier der Teufel im Detail. Im Urteilsfall hatten die Mitarbeiter die Wahl zwischen der Kündigung oder der Zustimmung zur Überleitung auf einen neuen, anderen Arbeitgeber. Die Mitarbeiter, die zustimmten, erhielten eine Abfindung.

Einem betroffenen Mitarbeiter verweigerte das Finanzamt hierfür den ermäßigten Steuersatz. Es besteuerte die Abfindung als laufenden Arbeitslohn mit dem normalen, deutlich höheren Steuersatz. Zu Recht: Der BFH argumentiert, das Arbeitsverhältnis zum "alten" Arbeitgeber sei nicht beendet, sondern auf den neuen Arbeitgeber übertragen worden. Damit entfällt die Steuerbegünstigung als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes – und übrigens auch für den Freibetrag. Dies gilt auch für Abfindungen im Zusammenhang mit Änderungskündigungen.

Tipp: In solchen Fällen sollten Sie versuchen, den ermäßigten Steuersatz mit dem Argument einer mehrjährigen Entschädigung durchzubekommen. Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten sind ebenfalls über die "Fünfteilungsregelung" begünstigt (§ 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG).

Die Berechnung ist die gleiche wie bei Entlassungsentschädigungen (§ 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Es gelten jedoch keine Freibeträge.

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