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5 gute Gründe, warum der Mindestlohn sinnvoll ist

Lesezeit: 3 Minuten Wie eine von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes durchgeführte repräsentative Umfrage zeigt, begrüßen 86 Prozent der Bundesbürger die Einführung einer gesetzlichen Mindestvergütung. Kein Wunder eigentlich, denn die vielen Vorteile des Mindestlohnes können auch kritische Denker überzeugen.

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5 gute Gründe, warum der Mindestlohn sinnvoll ist

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Sicher haben Sie es auch schon gehört: Die Einführung des Mindestlohnes lässt die Preise steigen, erschwert die globale Wettbewerbsfähigkeit und zerstört die Autonomie der Arbeitgeber. Solche oder ähnliche Argumente werden von Gegnern des Mindestlohnes immer und immer wieder vorgetragen. Doch bei näherer Betrachtung lösen sich die als Hemmschuh auf das Gleis eines wirklich fairen und sozialen Arbeitsmarktklimas geworfenen Aussagen schnell in Luft auf.

Denn tatsächlich hat die Einführung einer gesetzlich festgelegten Mindestvergütung den meisten Betroffenen allen Unkenrufen zum Trotz merkliche Vorteile gebracht. Und sollte es – wie geplant – im kommenden Jahr zu einer Anhebung des Betrages kommen, dürften sich die Gegner in einer noch schlechteren Position befinden.

Sie sind dennoch skeptisch? Dann kommen hier 5 gute Gründe, warum der Mindestlohn sinnvoll ist und bleiben sollte.

1. Mindestlohn ist ein wirksames Element der Sozialen Marktwirtschaft

Der gesetzliche Mindestlohn leistet einen wichtigen Beitrag zur Abmilderung des sozialen Gefälles. Die sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter öffnende Spanne zwischen Gutverdienern und Niedriglohnempfängern wird somit nicht unerheblich begrenzt. Gleichzeitig wird für Arbeitnehmer eine Existenzsicherung jenseits der Armutsgrenze geschaffen, die neben den direkten Einkünften auch einen – wenn auch bescheidenen – Beitrag zur Altersversorgung darstellt.

Insofern bedeutet der Mindestlohn wegen der im Gegensatz zu Hartz-IV-Leistungen nicht auf einer staatlichen Unterstützung beruhenden Leistungsherkunft eine Entlastung der Solidargemeinschaft. Er senkt die Zuschüsse des Fiskus und trägt so letztlich auch zu geringeren Steuerausgaben bei.

2. Eine gesetzlich festgelegte Vergütung schützt vor Lohndumping

Verfolgen auch Sie die allgegenwärtigen Meldungen über den nach Deutschland fließenden Flüchtlingsstrom mit einer gewissen Sorge bezüglich der Arbeitsmarktintegration zu uns kommender Migranten? Viele Bundesbürger sind in dieser Frage verunsichert und nicht wenige fürchten das Aufbrechen eines neuen Billigarbeiter-Marktes. Mit dem Instrument des Mindestlohnes kann auch solchen Entwicklungen effektiv entgegengewirkt werden, denn eine gesetzlich festgelegte Vergütung schützt vor Lohndumping und schafft auf diese Weise Rechtssicherheit für alle Beschäftigten.

Deutsche Arbeitnehmer profitieren daher genauso vom Mindestlohn wie anerkannte Flüchtlinge, die in unserem Land einer geregelten Tätigkeit nachgehen wollen. Insofern ist die Mindestentlohnung de facto auch ein Beitrag zur gelingenden Integration.

3. Oft ergeben sich Karrierechancen

Es ist gut möglich, dass Sie schon einmal selbst nachgerechnet haben: Mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro können Sie bei einer 40-Stunden-Woche rund 1.500 Euro brutto verdienen. Nach Abzug der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge bleiben Ihnen in der Regel etwas mehr als 1.000 Euro. Wären Sie alleinstehender Hartz-IV-Empfänger, würden Sie etwa denselben Betrag vom Amt bekommen ohne einen Handschlag dafür zu tun.

Allerdings greift eine solche Rechnung zu kurz, denn abgesehen von der erwiesenen Tatsache, dass sich die Mehrheit der Menschen nach einer sinnvollen Beschäftigung sehnt, ergeben sich nicht selten für Arbeitskräfte, die zunächst im Mindestlohnbereich beschäftigt worden sind, Aufstiegsmöglichkeiten. Sind Sie wirklich fleißig und können den Chef von Ihren Fähigkeiten überzeugen, stehen Ihnen in vielen Unternehmen Karrierechancen offen. Ein ganz erheblicher und wichtiger Unterschied also zum Hartz-IV-Bezieher!

4. Die Höhe des Mindestlohnes folgt genauen Berechnungen

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 8,50 Euro pro Stunde. Für den 1. Januar 2017 ist eine Anhebung vorgesehen, deren genaue Höhe von der eigens für diese Aufgabe berufenen Mindestlohnkommission der Bundesregierung festgelegt wird. Bei der Berechnung orientiert sich die Kommission am Tariflohnindex des Statistischen Bundesamtes.

Unter Betrachtung der wichtigsten deutschen Tarifverträge und der Entwicklung des allgemeinen Lohnniveaus erfolgt sodann eine Empfehlung bezüglich der exakten Anhebung. Nach derzeitigem Stand scheint sich ein neuer Mindestlohn von 8,85 Euro abzuzeichnen. Ob diese Summe tatsächlich umgesetzt wird, bleibt zwar abzuwarten – sicher ist jedoch, dass sich die jeweilige Höhe stets am gesamten Arbeitsmarkt orientiert.

5. Die Zukunft ist planbar

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrifft der gesetzliche Mindestlohn bundesweit rund 4 Millionen Arbeitnehmer. In Ostdeutschland sind mit 1,1 Millionen Beschäftigten mehr als ein Fünftel aller in Lohn und Brot stehenden Menschen betroffen. Diese Zahlen zeigen, um welche Größenordnungen es hier geht.

Eine Rücknahme des Mindestlohnes hätte demnach für viele Bundesbürger enorme Auswirkungen, würde zu finanziellen Einschränkungen und großer Verunsicherung führen. Einzelpersonen verlören genauso wie Familien die Möglichkeit einer perspektivischen Disposition und wären den jeweiligen Vorstellungen ihrer Arbeitgeber auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Aus diesem Grund ist der Mindestlohn also auch ein entscheidendes Mittel für eine planbare Zukunft.

Was halten Sie vom Mindestlohn? Finden Sie ihn sinnvoll? Haben Sie vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit gemacht? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

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