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5 Dinge, die Sie bei individuellen Verpackungen beachten sollten

Seitdem Unternehmer verpflichtet sind, sich an die Verpackungsverordnung zu halten und sich einem Entsorgungssystem anschließen müssen, hat das Thema Verpackung an Bedeutung gewonnen. Es ist bereits seit 2009 nicht länger möglich, Verpackungen ohne Rücksicht auf feste gesetzliche Rahmenbedingungen individuell zu gestalten.

5 Dinge, die Sie bei individuellen Verpackungen beachten sollten

Dennoch arbeiten Produzenten, Händler und Verkäufer intensiv daran, ständig neue, attraktive und verkaufsfördernde Verpackungen zu kreieren. Diese Aufgabe ist mit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung nicht einfacher geworden. Was in diesem Zusammenhang zu beachten ist und welche Gestaltungsmöglichkeiten noch bleiben, ist Inhalt dieses Beitrags.

1. Pflichten und Vorschriften für die Verpackung von Waren

Wer falsch verpackt oder die Verpackung nicht lizenziert, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen. Selbst Onlinehändler und Selbstständige kommen um die Regelung nicht herum. Sobald sie eine Verpackung erstmals in Umlauf bringen, müssen sie diese zurücknehmen und entsorgen und, wenn möglich, wiederverwerten. Das gilt für alle individuellen Verpackungen, außer der Umverpackung.

Um die Verpflichtung an einem Beispiel zu verdeutlichen: Ein Händler verpackt Ware von einem Zulieferer, um sie an einen Kunden zu verschicken. Wenn es sich um Schrauben handelt, erhält er diese bereits verpackt. Er nimmt einige von ihnen heraus und verpackt sie in kleinerer Anzahl in einem neuen Karton. Die Schrauben sind mit einem Papier des Herstellers umhüllt. Dieses Papier muss der Händler nicht entsorgen. Alle anderen Materialen, die er zum Verpacken verwendet, also den Karton und das benötigte Füllmaterial muss er ordnungsgemäß recyceln.

Die Umverpackung ist eine Verpackung, die zusätzlich zur normalen Verpackung zur Anwendung kommt, wie eine Klarsichthülle, die ein Spielzeug umhüllt, das in einer Papierverpackung steckt oder die Pappschachtel, die eine Zahnpastatube enthält.

2. Verpackungsarten

Es gibt verschiedene Verpackungsarten. Generell sind diese in Verkaufs- und Transportverpackungen unterscheidbar. Beide müssen lizenziert sein.

  • Verkaufsverpackungen sind Verpackungen, die zum Endverbraucher gelangen.
  • Transportverpackungen sind Verpackungen, die zum Schutz der Waren dienen und beim Transport vom Hersteller zum Händler zur Anwendung kommen.

Die einfachste Lösung zum Transport von Waren sind Komplettverpackungen, wie Verbraucher sie von CD-Verpackungen, Buchverpackungen, Versandhülsen und Versandtaschen aus Pappe kennen. Wenn der Inhalt schwer oder zerbrechlich ist, sollten Versender eine Kartonage wählen, die ausreichend Platz für das Füllmaterial bietet. So kann die Ware nicht in Kontakt mit dem Karton kommen.

Viele Produkte können trotz ihrer Robustheit beim Transport Schaden nehmen, sodass die Innenverpackung mit Polstermaterial ausgestattet sein sollte. Schaumfolie, Noppenfolie, Packpapier oder Packseide sind in Abhängigkeit von der Ware geeignete Polsterungen.

5 Dinge, die Sie bei individuellen Verpackungen beachten sollten
Füllmaterial, das beim Transport die Ware schützt, fällt auch unter die Verpackungsverordnung.

Sollen mehrere Waren in einem Karton verschickt werden, sind Schaumflocken geeignet, die gegen Stöße schützen. Bei schweren Gegenständen, die 20 Kilo oder mehr wiegen, eignet sich Wellpappkarton. Dieser ist stabil und robust und hält großen Belastungen stand. Wellpappkartons gibt es 1-wellig und 2-wellig und für verschiedene Belastbarkeiten.

Zum leichteren Transport bieten sich Kartonagen mit Griffen an. Auch Pfeile, die angeben, wo oben und unten ist, sind von Vorteil, um die Ware zu schützen. Firmen, die immer die gleichen Produkte versenden und mit Paletten arbeiten, können Modulkartons verwenden, die auf die unterschiedlichsten Paletten zugeschnitten sind.

3. Wie lassen sich Verpackungen entsorgen?

Der Händler kann nicht alle verschickten Verpackungen beim Kunden einsammeln, noch ist es ihm möglich, ein Entsorgungsnetzwerk einzurichten. Es steht ihm deshalb frei, die Verpackungen bei einem Dienstleister zu erwerben, der sich um die anschließende Entsorgung im Dualen System kümmert. Der Händler zahlt dafür ein Entgelt in Form einer Lizenz. Dadurch muss er sich nicht mehr um die Verpackungsverordnung kümmern.

Stattdessen übernimmt das der Dienstleister. Dieser zahlt den regionalen Entsorgern, die den Müll beim Endverbraucher abholen, Geld für das Recycling. Die Kosten der Abholung und Wiederverwertung werden also von Vertreibern und Herstellern von Verpackungen übernommen.

Große Firmen, die viel Verpackungsmaterial nutzen, müssen eine Vollständigkeitserklärung laut IHK mit einer genauen Angabe der verwendeten Mengen und Sorten abgeben. Kleine Händler müssen lediglich nachweisen, dass der Dienstleister, bei dem er die Verpackung gekauft hat, diese schon lizenziert hat. Der Nachweis erfolgt über einen Vermerk auf der Rechnung.

Gerade Unternehmen, die viel Verpackungsmaterial benötigen und nur über begrenzte Lagerkapazitäten verfügen, können auch hier auf externe Anbieter zurückgreifen. Die Firma Medewo informiert auf ihrer Webseite über ihren Service, größere Mengen selbst einzulagern und bei Bedarf die benötige Menge an Verpackungsmaterial an den Kunden zu liefern. Dadurch können letztlich Lagerkosten eingespart werden. Lohnenswert ist diese Option besonders für Unternehmen, die einen wiederkehrenden und gleichbleibenden Bedarf haben.

4. Individuelle Verpackungen steigern den Umsatz

Die Verpackung der Ware muss den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Doch darüber hinaus ist es sinnvoll, sie aus verkaufspsychologischen Gründen zweckmäßig, individuell und ansprechend zu gestalten. Im besten Fall hat sie einen Widererkennungswert, denn das bedeutet, dass sich Kunden an das Design auch später noch erinnern und das Produkt schnell wiederfinden.

Eine durchdachte Verkaufsverpackung soll den Endverbraucher aus Sicht der Hersteller dazu animieren, das Produkt zu kaufen. Gleichzeitig muss sie über die Ware informieren. Die optische Gestaltung kann mit Bildern versehen sein oder das Logo des Herstellers beinhalten. So können Kunden sofort erkennen, um welches Produkt es sich handelt.

Die Verpackung muss je nach Produkt vorschriftsmäßige Angaben zu den Inhaltsstoffen bzw. zur Zusammensetzung enthalten. Bei Lebensmitteln sind die Hersteller sogar verpflichtet, diese auf eine bestimmte Art und Weise anzugeben.

Neben den vielen Vorschriften und zwingenden Anforderungen, die jede individuelle Verpackung erfüllen muss, zeichnen sich originelle Verkaufsverpackung oft durch einen Zusatznutzen aus: Kartons von Kinderprodukten dienen als Malvorlage, ein Senfglas lässt sich als Trinkglas verwenden, aufgedruckte Bonuspunkte lassen sich sammeln und später einlösen.

5. Tipps für individuelle Verpackungen

5 Dinge, die Sie bei individuellen Verpackungen beachten sollten
Verpackungsdesigner kümmern sich um eine ansprechende Optik.

Damit Endverbraucher die verpackte Ware in der Masse des Angebots wahrnehmen, sollte diese attraktiv aussehen. Bei größeren Herstellern beschäftigen sich die Marketingabteilung und Verpackungsdesigner mit diesem weitreichenden Aufgabengebiet. Sie kümmern sich um ein entsprechendes Konzept und gestalten die Verpackung durch Form, Optik, Duft, Haptik, Konstruktion und Öffnungstechniken zielgruppenorientiert.

Die Verpackung verwandelt sich in diesem Fall in einen Werbeträger, um möglichst viele potenzielle Kunden anzusprechen. Je ansprechender das System ist, desto eher tendieren Kunden zum Wiederkauf.

Dazu wenden die Designer allerhand Tricks an. Eine griffige Form, eine knisternde Tüte, eine angenehme Oberfläche und ein duftendes Material – die Verpackung soll alle Sinne anregen. Studien zeigen, dass die individuelle Verpackung die Kaufentscheidung stark beeinflusst und mit dem richtigen Design den Umsatz des Unternehmens steigert.

Bild 1: pixabay © jackmac34 (CCO Public Domain)
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