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3 Fakten über das Berufsbild Fachübersetzer

Eigentlich reichen doch die üblichen Übersetzungsprogramme im Internet aus, um Texte zuverlässig in eine andere Sprache zu übersetzen, oder? Diesen Anschein kann das Internet bieten, wer sich jedoch genauer mit der Thematik befasst, begreift sehr schnell: Die Programme genügen, um die Übersetzung einer Wegbeschreibung oder einer einfachen Frage zu erhalten.

3 Fakten über das Berufsbild Fachübersetzer

Soll ein Text jedoch korrekt übersetzt werden, ist der Mensch weiterhin unerlässlich. Hier braucht man einen Fachübersetzer oder Dolmetscher.

1. Die Ausbildung

Der eigentliche Beruf des Fachübersetzers ist ein Ausbildungsberuf beziehungsweise ein Studium. Zwar ist der Begriff als solcher nicht geschützt und jeder, der eine Fremdsprache sehr gut beherrscht, darf sich als Dolmetscher bezeichnen, das tatsächliche Wissen und die Fertigkeiten werden aber nur im Rahmen einer Ausbildung erlernt.

Wer sich für ein Studium entscheidet, lernt mitunter auch folgende Inhalte:

  • Techniken
  • Fachübersetzen
  • Landeskunde der Hauptsprache
  • Sachkunde
  • Datenverarbeitung

Letztendlich können Interessenten selbst entscheiden, wie weit sie das Studium durchziehen. Der erste Abschluss ist der "Bachelor of Art", der von dem Master und einer sich anschließenden staatlichen Prüfung begleitet wird. Das Studium zielt neben dem Erlernen und dem Vertiefen der gewählten Sprache insbesondere auf den professionellen Umgang mit der Sprache aus.

Hierzu ist es unabdingbar, dass Fachübersetzer die Kultur des Landes kennen, die verschiedenen Dialekte lernen und sich Techniken aneignen, die das Dolmetschen erleichtern. Zusätzlich gehört die Datenverarbeitung mit in die Ausbildung, da ein überwiegender Teil des späteren Berufs auf schriftlicher Ebene verläuft.

Professionelle Übersetzer eignen sich einen Schwerpunkt an und konzentrieren die Arbeit schließlich auf diesen:

  • Fachübersetzungen
  • Literaturübersetzungen
  • Softwarelokalisierungen
  • Untertitler
  • Urkundenübersetzer
  • Konferenzübersetzer

Die Fachübersetzungen erstrecken sich auf einen relativ breit gefächerten Bereich. Zumeist handelt es sich um Texte, die aus speziellen Fachrichtungen stammen. Die Übersetzung von Verträgen oder auch Rechtsschriften fällt beispielsweise in dieses Gebiet. Literaturübersetzer hingegen transkribieren Manuskripte in die gewünschte Sprache. Hier kommt es nicht allein auf das reine Übersetzen an, sondern vor allem darauf, die Stimmung des Ursprungstextes zu erhalten und auf die neue Sprache abzustimmen.

Wer sich auf die Softwarelokalisierung spezialisiert, ist überwiegend damit beauftragt, Menüs, Handbücher und weitere Merkmale einer Software in eine gewünschte Sprache zu übersetzen.

2. Welche Fähigkeiten werden benötigt?

Die wichtigste Fähigkeit eines Fachübersetzers ist natürlich die Beherrschung der Muttersprache und der, in die übersetzt werden soll. Es genügt jedoch nicht, einfach nur Vokabeln und Grammatik zu lernen. Sprache ist lebendig und verändert sich beinahe täglich und in jeder Situation. Hierauf müssen Übersetzer eingehen können. Wird sich auf Fachübersetzungen konzentriert, ist es zudem notwendig, sich rasch mit fremden Themengebieten anzufreunden.

Die zu übersetzenden Dokumente stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen und müssen jeweils korrekt und anhand der formellen Bedingungen übersetzt werden. Hierzu ist es mitunter notwendig, sich mit den gesetzlichen Grundlagen des Landes zu beschäftigen und auch diese zu kennen. Anderenfalls können Gesetzestexte, rechtliche Themen oder auch Verträge nur unzureichend in eine andere Sprache übertragen werden.

Als Dolmetscher im sprachlichen Bereich ist eine gute Menschenkenntnis ebenfalls wichtig. Simultanübersetzer müssen in der Lage sein, das Gesagte praktisch im selben Augenblick in der eigenen Sprache auszudrücken. Wer Gestiken, Gesichtsausdrücke und Haltungen gut bewerten kann, hat es in der Regel leichter, das Gesagte zu übertragen.

Grundsätzlich hilft es, sich nicht ausschließlich in der Sprache zu üben, sondern das Land selbst kennenzulernen. Auf diese Weise lernen Fachübersetzer die Alltagssprache kennen, die Kultur und erhalten einen Einblick in die Welt, in der sie sich beruflich betätigen. Im Rahmen des Studiums sind Auslandsaufenthalte sehr empfehlenswert und oftmals sogar vorgeschrieben.

3. Welche Berufsaussichten stehen offen?

Fachübersetzer sowie Dolmetscher können in unzähligen Bereichen arbeiten. Selbst in mittelständischen Unternehmen werden Fachübersetzer gerne eingesetzt, um geschäftliche Vorgänge mit im Ausland ansässigen Kunden korrekt und zuverlässig abzuwickeln.

Aus diesem Grund kommt es nicht selten vor, dass Übersetzer zuerst eine kaufmännische Tätigkeit erlernen, um später breiter aufgestellt zu sein. Ist diese Voraussetzung gegeben, können Übersetzer nahezu in jedem Betrieb arbeiten.

Spezielle Fachübersetzer haben die Möglichkeit, in speziellen Agenturen anzufangen oder sich selbstständig zu machen. Beide Varianten haben Vorteile. Agenturen suchen jedoch oft breiter aufgestellte Fachkräfte, sodass die Konzentration auf einen wesentlichen Bereich nicht erfolgt.

Wer sich nach dem Studium zum Übersetzer auf ein Fachgebiet konzentrieren möchte, sollte unbedingt nach Unternehmen oder Agenturen suchen, die dieses Fachgebiet abdecken. Mittlerweile sind auch immer mehr Anbieter online vertreten, so dass man sich auch dort beispielsweise problemlos als Englisch-Übersetzer bewerben kann.

Die taz schrieb 2005 in einem Beitrag, dass die Berufsaussichten für Übersetzer und Dolmetscher auch in den nächsten Jahren gut seien. Dies gilt auch heute noch. Durch die Globalisierung werden Verträge immer häufiger zwischen in verschiedenen Ländern sitzenden Vertragspartnern geschlossen, die jeweils eine Ausfertigung in der Landessprache benötigen. Allerdings sollten Übersetzer bei der Wahl der Sprache Acht geben. Nicht jede Sprache bietet dieselben Berufsaussichten.

Sprachen wie Englisch, Spanisch, Italienisch oder Französisch gehören schlichtweg zu den gängigen Sprachen, für die zwar Übersetzer benötigt werden, die jedoch von vielen Personen beherrscht werden. Sinnvoller ist es, spezielle Sprachen zu wählen und bereits vor dem Studium zu prüfen, welche Sprachen in interessanten Berufsbildern gewünscht werden.

Asiatische Sprachen erlangen in der Weltwirtschaft immer mehr Bedeutung.

Fazit: Interessanter Beruf mit vielen Möglichkeiten

Wer bereits in der Schule feststellt, dass das Lernen von Sprachen leicht fällt und Interesse an fremden Sprachen besteht, sollte den Beruf des Fachübersetzers in Betracht ziehen. Allerdings ist es stets sinnvoll, sich nicht allein auf dieses Standbein zu stützen, sondern zuvor einen kaufmännischen Beruf zu erlernen oder auch Betriebswirtschaft zu studieren.

Die in diesen Berufsbildern erworbenen Kenntnisse lassen sich als Übersetzer später hervorragend anwenden und erlauben eine breiter gefächerte Ausrichtung. Zudem kann eine kaufmännische Ausbildung helfen, eine erste Anstellung als Übersetzer zu erhalten. Da das grundsätzliche unternehmerische Wissen vorhanden ist, können Berufsanfänger so erst einmal alltägliche Geschäftsvorgänge übernehmen und während der Arbeit Erfahrung als Übersetzer sammeln.

Doch müssen Fachübersetzer stets beachten, dass nicht jede Sprache gleichermaßen Chancen bietet. Der Arbeitsmarkt in den gängigen Sprachrichtungen ist auch in diesem Beruf überlaufen, sodass mehr Möglichkeiten bestehen, wenn sich jemand auf eher exotische Sprachen festlegt.

Bildquellen:

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