Sozial- und Bildungsmanagement

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Gerechte Verteilung

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Gerechte Verteilung
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nur dann ohne einseitige Doppelbelastung der Frau möglich, wenn alle anfallenden Arbeiten gerecht verteilt werden. Es geht darum, neue Wege zu finden, um Haus- und Erwerbstätigkeit wirklich, je nach den Bedürfnissen beider Partner, aufzuteilen. Dort jedoch, wo die Frau allein für den Haushalt verantwortlich ist, sollte sie mehr Achtung und Anerkennung erfahren.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Gibt es keine Hausarbeit mehr?
Wenn wir das Bild der Hausfrau, wie es die Geschichte spiegelt, in wenige zentrale Begriffe zusammenfassen, dann fallen einem nur Wörter wie "unterdrückt", "nicht anerkannt", "unterschätzt" und "verdrängt" ein. So wurde die Arbeiterhausfrau des beginnenden 19. Jhd. angehalten, sich selbst aufzuopfern. Sie sollte sich hinter und mit ihren Aufgaben, selbst ihrer Persönlichkeit berauben.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Doppelbelasstung ist ein altes Thema
Die sogenannte Hausfrauenbewegung hat schon Anfang des 20 Jhds die Probleme des fehlenden Selbstwertgefühls und der fehlenden Anerkennung von Hausfrauen erkannt. Dennoch konnte sich in diesen Punkten keine grundsätzliche Änderung eintellen. Die Situation hat sich vielmehr noch verschlimmert. Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist es um die Hausfrau und Hausarbeit sehr still geworden. Es scheint sie inzwischen gar nicht mehr zu geben.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf Kosten der Hausfrau
Im Kölner Stadt-Anzeiger von 1991 wurde in der Weihnachtsausgabe ein Artikel unter folgendem Titel veröffentlicht: "Gepriesen, begehrt und benötigt – aber niemals richtig anerkannt. Sind Hausfrauen immer noch "Berufstätige" zweiter Klasse? – Männer streiken weiter – Arbeit im Heim und am Herd ist angeblich unbezahlbar."

Worum es in dem Artikel geht, verdeutlicht schon die Überschrift und bis heute hat sich weng verändert. Noch immer ist Hausarbeit nicht anerkannt und Frauen kämpfen folglich auch heute noch um die Anerkennung ihrer Arbeit. Hausarbeit wird weitestgehend nicht wahrgenommen. Allenfalls wenn sie nur schlecht oder gar nicht geleistet wird, wird sie thematisiert. Obwohl oder gerade weil manchmal die Einschätzung geäußert wird, dass Hausarbeit angeblich unbezahlbar ist, wird sie ganz selbstverständlich nicht mit Geld entlohnt.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Aufwertung der Hausarbeit
Der Wert der Hausarbeit wird nur dann in Geld beziffert, wenn eine Haushilfe bezahlt werden muss, weil die Hausfrau ausfällt. Trotz ihrer Erwerbstätigkeit leisten Frauen im Haushalt noch bis zu 60 Stunden Hausarbeit in der Woche. Statistisch ist belegt, dass allenfalls 10% der Arbeiten von den Partnern erwerbstätiger Frauen übernommen werden. Hier sollte und muss es zu einer gerechteren Verteilung kommen.

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Dr. Britta Kanacher

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