Sozial- und Bildungsmanagement

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft und in Nahrungsmitteln vermeiden

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft  und in Nahrungsmitteln vermeiden
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft und in Nahrungsmitteln können gesundheitsschädliche Dimensionen erreichen und sollten deshalb vermieden werden. Auch wenn die Ausdünstungen der Weichmacher nicht als akut gesundheitsschädlich eingestuft werden, so werden die hormonähnlichen Substanzen dennoch als krebsauslösend, erbgutschädigend und die Fruchtbarkeit von Jungen beeinflussend eingeschätzt.

Nach neuesten Untersuchungsergebnissen des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) vom März 2011, die sich auf Kindergärten beziehen, kann der Schadstoffgehalt der Luft deutlich mit Phthalaten, sogenannten Weichmachern, belastet sein.

Schadstoffe in der Luft: Phthalat-Belastung
In vielen Kindergärten, aber auch in vielen privaten Haushalten, kann die Raumluftqualität durch Phthalate beeinträchtigt sein. Die Weichmacher finden sich in einer ganzen Reihe von alltäglichen Gegenständen. So zum Beispiel in

  • Bodenbelag aus PVC
  • Regenmänteln aus Plastik
  • Tischdecken aus pflegeleichtem weil abwaschbarem Plastik
  • Gummistiefeln oder anderen Gummischuhen
  • Plastikgeschirr
  • Sitzmöglichkeiten oder Polsterungen aus Kunstleder
  • Kunststofftapeten
  • Spielzeug und vieles mehr

Weichmacher stellen sicher, dass das Material elastisch ist und bleibt. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie ständig ausdünsten oder sich beim Hautkontakt oder beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten auslösen. Da sie auch in Verpackungsmaterial enthalten sein können, können sie an Nahrungsmittel abgegeben und durch die Nahrung aufgenommen werden.

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft werden eingeatmet oder über die Nahrung aufgenommen
Grenzwerte für eine Phthalat-Belastung gibt es zurzeit noch nicht. Deren schädigende Wirkung ist jedoch bekannt und es wird besonders darauf hingewiesen, dass vor allem Kleinkinder, da sie sich noch in der Entwicklung befinden, empfindlich reagieren können. Aus diesem Grund, sind bereits einige Phtalate bei der Herstellung von Spielzeug oder der Herstellung von Kunststoffen, die die Kinder in den Mund nehmen (Schnuller, Flaschensauger) verboten.

Die Organisation BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) weist darauf hin, dass bereits vielfältige Alternativen für Weich-PVC gegeben sind und fordert deshalb ein entsprechendes Verbot von Phthalaten im Zusammenhang mit Kunststoffen, die im Umfeld von Kindern Verwendung finden sollen.

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft vermeiden
Die beste Methode, die Raumluftqualität zu verbessern, beziehungsweise den Schadstoffgehalt möglichst klein zu halten, ist das Vermeiden von Weich-PVC und PVC-haltigen Materialien. Achten Sie beim Kauf von Produkten auf das Recyclingsymbol 3 oder darauf, dass die Kennzeichnung "PVC" nicht vorhanden ist.

Häufig kann die eigene Nase Aufschluss über Weichmacher geben – ein Produkt, das stark riecht, dünstet aus, sonst würde es nicht riechen. Sie sollten auf einen Kauf eines solchen Produkts verzichten. Bei manchen Produkten, vor allem bei Kleinkindartikeln, findet sich bereits der Hinweis "BPA-frei" (BPA steht für den hormonellen Schadstoff Bisphenol A).

Schadstoffe beziehungsweise Weichmacher in Nahrungsmittel vermeiden
Schädliche PVC-Materialien können aber nicht nur durch die Luft sondern auch durch Nahrungsmittel aufgenommen werden: dann, wenn die Nahrungsmittel in entsprechendem Material verpackt wurden. Um eine Konzentration von Schadstoffen, die sich auch in Beschichtungen von Verpackungen von Nahrungsmitteln befinden können, im eigenen Körper zu vermeiden, sollte öfter mal auf frische und unverpackte Nahrungsmittel zurück gegriffen werden.

Schadstoffe durch Weichmacher in der Luft durch entsprechendes Baumaterial vermeiden
Auch bei Renovierungen oder Neubau kann man entsprechende Produkte wählen, die frei von Schadstoffen sind. In diesem Zusammenhang sind Naturmaterialien besonders hervorzuheben. Daneben kann man auf die verschiedenen Gütezeichen, wie Blauer Engel, TÜV-TOXPROOF-Zeichen, GuT-Siegel oder natureplus vertrauen. Um eine eventuelle eigene Belastung durch Schadstoffe der Luft der eigenen vier Wände zu verringern, sollte man entsprechend oft lüften und sich viel im Freien aufhalten.

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Dr. Britta Kanacher

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