Sozial- und Bildungsmanagement

Wie können pflegende Angehörige mit psychischen Belastungen umgehen?

Mit der Pflege von Angehörigen ist meist eine enorme physische und psychische Belastung verbunden. Dennoch wird diese Pflegearbeit gesellschaftliche kaum anerkannt. Weder im beruflichen noch im privaten Bereich. Hier muss es zu Veränderungen kommen und jede/r kann einen Beitrag dazu leisten.

Die Arbeit der Pflege von Angehörigen ist nicht nur erfolglos, sondern meist auch anerkennungslos.

Pflege eine anerkennungslose Tätigkeit
Will man ergründen, warum die Pflege von Angehörigen oder die Pflege älterer Menschen überhaupt so eine geringe Anerkennung erfährt, so reicht ein kurzer Blick in die Geschichte. Altenpflege als eigenständiges Arbeitsfeld existiert noch nicht lange.

Lange Zeit war die Altenpflege mit der Krankenpflege eng verbunden. Erst 1960 konnte sich die Altenpflege als eigenständiger Beruf etablieren. Die Altenpflege oder die Altenfürsorge war etwas, was durch die Bevölkerung selbstverständlich und eigenständig geregelt wurde. Mit der drohenden Überalterung der Gesellschaft musste politisch eingegriffen und ein Berufsbild zur Altenpflege geschaffen werden.

Alte Anschauungen prägen die Pflegebewertung
Gerade da die Altenpflege über viele Jahrhunderte als selbstverständlich galt, erfährt sie auch noch heute wenig Anerkennung. Doch die Gesellschaft hat sich geändert: Immer mehr Menschen werden immer älter. Viele dieser älteren Menschen haben keine eigenen Familienangehörigen, die sie pflegen könnten.

Doch die Gesellschaft ist mit der Pflege aller Älteren überfordert. Die Pflege von Angehörigen ist immer wichtiger. Dieser Notwendigkeit muss die Gesellschaft Rechnung tragen. Die Pflege durch Angehörige ist keine Selbstverständlichkeit sondern eine Notwendigkeit – sie sollte gesellschaftlich als auch im Alltag der Pflegenden mehr Anerkennung erfahren!

Für Anerkennung eintreten
Im Artikel Pflegende Angehörige: Mit geringer Wertschätzung umgehen wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich Pflegende selbst loben müssen, bevor es andere tun.

Leider sind meist auch die Personen des engeren Freundes- und Bekanntenkreises mit dem beschriebenen geschichtlichen und gesellschaftlichen Pflegebild aufgewachsen. Deshalb erscheint ihnen Pflege meist als selbstverständlich und eine Achtung der Pflegeleistung ist weniger gegeben. Wenn Sie sich selbst als lobenswert empfinden und dies auch sagen, dann können Sie dies auch anderen Menschen begreiflich machen.

Selbst zum Wandel beitragen
Leider ist die gegenwärtige Situation der Altenpflege diese: Sie muss selbst die gängigen Vorstellungen verändern und um Anerkennung ringen. Neben der privaten Pflege muss auch der Pflegeberuf um Anerkennung kämpfen. Eine bessere Bezahlung, auch in der privaten Pflege, muss ebenso wie andere praktische Veränderungen (hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen) eingeführt werden. Sonst erscheint der Pflegenotstand unausweichlich.

Eine neues Selbstbewusstsein und gestärktes Selbstwertgefühl bei Pflegenden, kann dazu beitragen, ein neues Ansehen der Pflegetätigkeit gesellschaftlich durchzusetzen. Jede/r sollte erst bei sich, dann im näheren und möglichst auch im weiteren Umfeld hierfür Partei ergreifen. Treten Sie für Sich und die Anerkennung Ihrer Tätigkeit ein. Hierfür können Sie auch einem entsprechenden Verein beitreten, der entsprechende Lobbyarbeit leistet!

Mit der Selbstdarstellung von Pflegenden kann sich auch das Bild des Pflegenden oder der Pflegenden verändern. Pflegende sind keine Randgruppe der Gesellschaft, die sich nur mit Pflege und Versorgung beschäftigen. Alle Pflegenden sind tatkräftige Menschen, die ihre Aufgabe ernst nehmen und damit nicht nur den Angehörigen sondern auch der Gesellschaft einen enormen Dienst erweisen.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Dr. Britta Kanacher