Sozial- und Bildungsmanagement

Muslime verstehen: Islam in der Türkei

Islam in der Türkei: Muslime verstehen bedeutet, die Unterschiede des Islam in den unterschiedlichsten Ländern zu sehen und anzuerkennen. Heute sind im Islam säkulare Strömungen ebenso nachzuweisen, wie länderspezifische Entwicklungen, die sich an modernen Strukturen orientieren.

In der Türkei, in der eine Trennung von Staat und Religion vollzogen wurde, ist heute eine Gesellschaftsstruktur vorhanden, die als nominell laizistisch bezeichnet werden kann.

Muslime verstehen: Islam in der Türkei
Doch die Entwicklungen in der Türkei offenbaren inzwischen vermehrt Diskrepanzen: "Die energische Säkularisierungspolitik unter Atatürk hatte den jahrhundertealten Orientierungsprinzipien der breiten Bevölkerung den Boden entzogen, ohne dass sich gleichzeitig ein neues Wertesystem umfassend etablieren konnte."(1)

Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zeigt deutlich, dass im entstandenen Vakuum die durch Atatürk verdrängte Religion erneut Fuß fassen konnte.

Bei der Einschätzung des laizistischen Systems in der Türkei muss auch die besondere Form des dortigen Islam bedacht werden. Die Veränderungen durch Atatürk fanden nicht auf dem Hintergrund eines arabischen Islam, sondern auf der Basis eines "feudal-militärisch" strukturierten osmanischen Islam statt.

"Bis zu seinem Ende im 13. Jahrhundert war das arabisch-islamische Reich eine der größten Weltzivilisationen und -kulturen. Das Osmanische Reich, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde, war zwar auch ein islamisches Weltreich. Es war aber feudal-militärisch und brachte keine Hochkultur hervor.

Dieses Reich war der aufblühenden bürgerlich-demokratischen Kultur in Europa unterlegen; es designierte und wurde 1924 endgültig aufgelöst. Der Islam, der einst eine Hochkultur war, degenerierte unter den Osmanen; […] Der moderne Islam ist von dieser Situation geprägt."(2)

Muslime verstehen: Demokratisierende Bestrebungen im Islam
Bei allem Für und Wider hinsichtlich des Islams erscheinen Entwicklungen dieser Religionsform durchaus möglich. Innerhalb der muslimischen Welt suchen Intellektuelle und Politiker nach einem eigenen Weg zur Demokratisierung ihrer Gesellschaften. Dies betonten auch die Delegierten auf dem weltweit ersten "Kongress der Demokraten der Islamischen Welt", der am 13. April 2004 in Istanbul stattfand.

Vom islamischen Glauben her, gebe es keine Probleme für den Aufbau demokratischer Systeme, so die einhellige Meinung der dortigen Teilnehmer. Die Schwierigkeiten, die dennoch weltweit nachweisbar sind, lägen vor allem am Missbrauch und der politischen Instrumentalisierung des Islam und seiner Offenbarung.

Während in der westlichen Welt die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie noch immer heftig diskutiert wird, verkündete der türkische Staatsminister Mehmet Aydin auf dem Kongress das "Ende der Debatte". So berichteten Delegierte auf dem Kongress über demokratische Reformen in Marokko, Jordanien, Niger, Indonesien und anderen Ländern.

Daneben präsentierten die Veranstalter der Konferenz Umfragen, wonach 87 Prozent der Bewohner muslimischer Länder, die Demokratie als Staatsform befürworten.

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