Sozial- und Bildungsmanagement

Muslime in Deutschland: Migrationshintergründe

Muslime nehmen in Deutschland eine Sonderstellung innerhalb der ausländischen Wohnbevölkerung ein. Obwohl bereits im Januar 2004, die damalige Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Marieluise Beck (Bündnis90/Die Grünen), in ihrem Migrationsbericht für 2003 feststellte, dass Deutschland zurzeit “gleichermaßen Einwanderungs- und Auswanderungsland” ist, wird vor allem wegen der Muslime über Zuwanderung viel diskutiert.

Seither, seit 2004, bieten die Einwanderungszahlen eigentlich keinen Anlass mehr für aufgeregte Diskussionen. Dennoch werden Diskussionen um das Thema Migration immer wieder geführt, und dies oft mit großer Heftigkeit.

Die Existenz von etwa zehn Prozent Mitmenschen mit Zuwanderungsgeschichte lassen die Emotionen der Menschen der Mehrheitsgesellschaft in unterschiedlichster Weise aufleben. Daber verschärft sich die Diskussion umso mehr, da immer öfter betont wird, dass die demographischen Gegebenheiten diesen prozentualen Anteil weiter steigen lassen wird.

Hinzu kommt, dass mit den sogenannten "Gastarbeitern" aus der Türkei, Muslime nach Deutschland gekommen sind. Hierdurch kam mit den ausländischen Arbeitskräften auch ihre (als inzwischen bedrohlich empfundene) Religionsform, der Islam, nach Deutschland.

Konzentration auf Muslime in Deutschland
Betrachtet man die Geschichte, so hat die Durchmischung von Bevölkerungen eine lange, über Jahrhunderte hinweg reichende Tradition. Die gegenwärtigen Diskussionen um Überfremdung beziehen sich jedoch nicht auf Migrationsbewegungen vergangener Jahrhunderte, sondern vor allem auf die Einwanderung der jüngeren Geschichte Deutschlands. Hier konzentriert sich der Focus vor allem auf die Gruppe der Muslime in Deutschland.

Viele Gründe waren und sind für den Zuzug (Migration) von Ausländern in die Bundesrepublik verantwortlich
Vor allem die Anwerbeverträge der 1960er und 1970er Jahre führten in Deutschland zur Einreise ausländischer Arbeitskräfte. Daneben sind aber auch politische, ethnische oder geschlechtsspezifische Verfolgung, Kriege oder Armut im Ursprungsland, bessere Ausbildungsmöglichkeiten an bundesdeutschen Schulen und Hochschulen oder eine deutsche Vergangenheit (bei Spätaussiedlern) als Gründe für den Entschluss zur Migration anzugeben.

Jede Formen der Migration in die Bundesrepublik hat Auswirkungen auf den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit diesem Thema. Und obgleich "Ausländerpolitik" vor allem ökonomische Belange bezieht, spiegeln sich in dieser Politik auch gesellschaftliche Haltungen wider.

So dauerte es viel zu lange, bis die Politik in Deutschland sich von den "Gastarbeitern" der ausländischen Wohnbevölkerung zuwendete. Die politischen Versäumnisse der ersten Jahrzehnte der Arbeiterzuwanderung spiegeln sich in den heutigen Diskussionen um die Situation Deutschlands als Einwanderungsland wider.

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Dr. Britta Kanacher