Methodik und Didaktik

Modern unterrichten: So geht’s!

Modern unterrichten: So geht's!
geschrieben von Ursula Becky

Der Lehrer spricht, die Schüler horchen und wenn der der Lehrer das Wissen bei den Schülern abprüft, geht es um gewusst und nicht gewusst. So oder so ähnlich wären Sie vor hundert Jahren ein erfolgreicher Pädagoge gewesen. Lesen Sie über Schüler, die ‚entdeckend‘ lernen, die sich selbst oder gegenseitig korrigieren und erfinden Sie Ihre Rolle als Lehrkraft neu. So lernen Sie das Unterrichten von einer anderen Seite kennen.

Wie erzielen Sie die nachhaltigsten Effekte beim Unterrichten?

Die Hirnforschung hat gezeigt, dass der nachhaltigste Lerneffekt durch sogenanntes „entdeckendes Lernen“ stattfindet. Auf den Sprachunterricht angewandt bedeutet dies beispielsweise, dass ein Überstülpen von Sprach- und Sprechregelwerken für den Lernenden schnell überfordernd wirken.

Regeln wirken besser, wenn sie vom Lerner selbst „gefunden“ wurden und von ihm auch formuliert werden können z.B. wenn die Schüler selbst herausgefunden haben, dass man beim Perfekt Formen von haben oder sein benutzt, je nachdem, ob man sich bei der Handlung in eine Richtung bewegt oder nicht.

Die Schüler unterstützen lernen

Eine Möglichkeit, Lernende entdeckend zu unterstützen, wäre zum Beispiel die SOS-Methode, bei der durch einen speziellen Übungsaufbau Formen oder Phänomene gesammelt (S-Sammeln) werden, anschließend geordnet (O-Ordnen) werden (in Form einer Tabelle, eines Diagramms, o.Ä.) und im letzten Schritt systematisiert werden (S-Systematisieren). Dies geschieht durch das „Finden einer Regel“ anhand der gesammelten und geordneten Formen.

Modern unterrichten: Testen Sie die Eigenkorrekur

Auch bei der Korrektur von Fehlern haben Schüler den Lehrern „einiges voraus“: Lehrer korrigieren zwar am häufigsten, aber die nachhaltigste Wirkung von Fehlerkorrekturen finden bei Eigen- oder peer-Korrekturen statt, da sie eine sehr stark sensibilisierende Wirkung für grammatische und fehlerhafte Strukturen haben.

Für die Eigenkorrektur eignen sich im Sprachunterricht v.a. sogenannte  Fehlerstatistikbögen, die der Lernende selbstständig führt, oder Selbstkorrekturleitfäden für die Eigenkorrektur schriftlicher Texte. Für die peer-Korrektur (unter den Lernenden) eignen sich vor allem Fehlersuchspiele, Partnerkorrekturübungen oder richtig-falsch-Memorys.

Versuchen Sie, so oft es geht, Ihre Schüler wie im richtigen Spracherwerbsleben Regeln und Fehler selbst zu finden. Das dauert länger hält aber auch länger!

Bildnachweis: LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

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Ursula Becky