Sozial- und Bildungsmanagement

Wie Sie aus der Lernzeit in der Ganztagsschule mehr rausholen

Hausaufgaben sollen in der Ganztagsschule nicht gegeben werden, zumindest keine schriftlichen. Wann sollten Ihre Schüler die auch erledigen? Doch andererseits wollen Ihre Lehrer sicher auf den Gewinn durch die vertiefte Beschäftigung mit dem Lernstoff und die Selbstständigkeit, die bei den Schülern damit geschult wird, nicht verzichten. Ersetzen Sie also die Hausaufgaben durch eine individualisierte Lernzeit, in der Ihre Schüler das vertiefen, was sie im Unterricht gelernt haben.

Fachpersonal in der Ganztagsschule einsetzen
Mit solch einer betreuten Lernzeit kommen Sie außerdem einem wesentlichen Ziel der Ganztagsschule näher: Schüler, die zu Hause keinerlei Unterstützung haben, erhalten die kleinen und großen Hilfestellungen, die sie zum Lernerfolg brauchen. Somit tragen Sie zur Entkoppelung von sozialer Herkunft und Leistungsfähigkeit Ihrer Schüler bei.

Die Konsequenz aus diesem Motiv für Sie als Schulleiter heißt: Die Betreuung darf sich nicht lediglich auf Beaufsichtigung beschränken. Vielmehr brauchen die Schüler einen Ansprechpartner, der Antworten und fachliche Hilfestellung geben kann. Individuelle Lernzeit ist also Unterrichtszeit und "kostet" Sie eine Lehrerstunde.

Rhythmisieren: In die Unterrichtszeit einbetten
Die nächste Frage ist, wann diese Lernzeit stattfinden soll. Ein Teil Ihrer Lehrer wird dafür plädieren, sie am Ende der Halbtagsunterrichtszeit zu platzieren. Somit könnten die Schüler – wie auch bei Hausaufgaben üblich – alles, was am Vormittag angefallen ist, am Stück erledigen. Widersprechen Sie diesen Vorstellungen. Rhythmisieren Sie stattdessen die gesamte Lernzeit.

Setzen Sie beispielsweise die individuelle Lernzeit an 2 Tagen in die Stunde vor dem Mittagessen. Ordnen Sie sie einem Fach oder einer Fächerkombination zu. Dies kann jeden Tag ein anderes Schwerpunktfach sein, so dass sich die Übungsschwerpunkte abwechseln, vor allem in Deutsch und Mathematik. Damit ist die individuelle Lernzeit wirklich mehr als eine in die Schule verlagerte Hausaufgabenzeit. Ihre Lehrer müssen die Anschlussstunde für ihre Schüler nahezu ähnlich vorausplanen wie den eigenen Unterricht.

Die Lernzeit nutzen
Doch in der Regel wird dieses Weiterlernen nicht im Gleichschritt geschehen. Je mehr die Lehrer bereits in den Unterricht Phasen mit individuellem Lernen einflechten oder dies sogar über weite Strecken als Hauptorganisationsform des Unterrichts praktizieren, umso selbstverständlicher ist das eigenständige Weiterlernen für die Schüler.

Natürlich braucht jeder Schüler ein Instrument für die Planung und Rechenschaftslegung seiner Arbeit. Gleichzeitig erkennt er so seine Ziele, die Aufgaben, die es zu erledigen gilt und am Schluss überprüft er damit, ob alles fertig ist. Mit einem individuellen Lernplan und den dazu nötigen Arbeitsmaterialien kommt jeder Schüler nach eigenem Tempo voran.

Fazit
Sorgen Sie mit einer individuellen Lernzeit an Ihrer Ganztagsschule dafür, was auch die Eltern erwarten, einerseits Unterstützung und andererseits die zunehmende Eigenständigkeit ihres Kindes.

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Katharina Schlamp