Sozial- und Bildungsmanagement

Interkulturelles Training: Konkrete Ziele

Interkulturelles Training: Konkrete Ziele
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Ein Interkulturelles Training ist für alle sinnvoll. In sozialpädagogischen Berufen ebenso wie in Schulen, an unterschiedlichsten Arbeitsplätzen und im Alltag treffen die Menschen zunehmend auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus einer Vielfalt von Ländern, aus verschiedenen Volksgruppen, mit verschiedener Nationalität und Religion.

Um das Nebeneinander unterschiedlichster Volksgruppen zu einem Miteinander werden zu lassen, bedarf es umfangreicher Kenntnisse über die eigene kulturelle Prägung, sowie die davon zu unterscheidenden Prägungen anderer Kulturen.

Ein Interkulturelles Training muss aus diesem Grund zwei Perspektiven beachten und dazu führen:

  • Abstand zu sich selbst zu nehmen, sich zu dezentrieren und aus dem eigenen System herauszutreten => führt zur kulturellen Selbstwahrnehmung (Erkennen eigener Kulturstandards),
  • in die Logik, in das System des Anderen hineinzutreten um die Welt mit seinen Augen zu sehen => führt zu Erkennen und Akzeptieren der generellen Kulturgebundenheit menschlichen Verhaltens,
  • andersartige Kulturstandards in weiteren Sinnzusammenhängen identifizieren und einordnen zu können => führt zu Verständnis und Respekt anderskultureller Perspektiven,
  • über den beschreibenden Vergleich hinauszugehen => führt zur Wahrnehmung fremdkultureller Muster als etwas Anderes, ohne positive oder negative Bewertung,
  • die Mechanismen, die für Vorurteile verantwortlich sind, zu erkennen, zu und mit Angehörigen einer anderen Kultur konstruktive und wechselseitig befriedigende Beziehungen aufzubauen => führt zu interkulturellem Miteinander ohne Feindschaft,
  • die Verantwortung aller für ein gemeinsames Miteinander wahrzunehmen.

Ein Interkulturelles Training erweitert den eigenen Horizont
Ein Interkulturelles Training trägt dazu bei, dass die verborgenen Codes des eigenen Verhaltens entziffert und in ihrem kulturellen Zusammenhang gesehen werden können. Über den Erkenntnisweg der spezifischen Sinnzusammenhänge von Verhaltensweisen im jeweiligen kulturbezogenen Zusammenhang wird ein Lernprozess jedes einzelnen "über sich selbst" ermöglicht.

Erst nachdem ein Verständnis für den eigenen Ethnozentrismus entwickelt wurde, kann ein Verständnis für eine andere, eine "fremde" Kultur aufgebaut werden. Dabei soll Ethnozentrismus als Teilaspekt der Identität nicht abgelehnt oder gar abgelegt werden. Das Vorhandensein eines individuellen und kulturgebundenen Normen- und Wertesystems soll erkannt und verstanden werden, damit es auch Mitgliedern anderer Kulturen zugestanden werden kann!

Lesen Sie hierzu auch die Reihe zur Interkulturellen Bildung, sowie die Reihe zur Interkulturellen Kompetenz als Qualitätsstandard Sozialer Arbeit.

Über Ihren Experten

Dr. Britta Kanacher

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