Sozial- und Bildungsmanagement

Interkulturelle Öffnung braucht politische Unterstützung

Interkulturelle Öffnung braucht politische Unterstützung
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Interkulturelle Öffnung braucht die Unterstützung der Politik, welche deutlich sagt, dass eine solche Öffnung gewünscht ist und unterstützt wird. Von der Politik sollte eine Integration in ihrem eigentlichen Sinne als Wunsch deutlich formuliert werden.

Wenn politisch eine Integration in ihrem eigentlichen Sinne gewünscht ist, so bedeutet dies, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einerseits die Möglichkeit erhalten, eine kulturelle Orientierung an ihrer Herkunftskultur beizubehalten und dabei gleichzeitig ihre Bereitschaft zu Kontakten mit der Aufnahmegesellschaft äußern und diese entsprechend gefördert wird.

Doch die Bereitschaft zu Kontakten zur Aufnahmegesellschaft ist nur möglich, wenn die aufnehmende Gesellschaft ihrerseits offen für diese Kontakte ist. So stellt sich die Frage, wir offen die deutsche Bevölkerung tatsächlich ist?

Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus sind in diesem Zusammenhang als Ausdruck des Wunsches, auf sich selbst bezogen zu bleiben, sich zu separieren, zu werten. Eine Kontaktaufnahme mit den kulturellen Eigenheiten der Minderheitenkulturen wird innerhalb der deutschen Gesellschaft vielfach abgelehnt.

Aus dieser Haltung ergibt sich der Wunsch nach einer Orientierung an der Mehrheitskultur oder von dieser abgeleiteten Leitkultur. Dabei bleibt die Frage offen, was unter dieser Leitkultur verstanden wird.

Interkulturelle Öffnung – welche Haltung hat die Mehrheitsgesellschaft?
Lange Zeit wurde über das Verhalten der Mehrheitskultur gegenüber den kulturellen Minderheiten, über die Akkulturationsmuster der Mehrheitsgesellschaft, kaum wissenschaftlich gesprochen. Dies macht eines sehr deutlich: Von dem Ziel einer multikulturellen Gesellschaft, welche offen für eine gegenseitigen Akkulturation ist, konnte bislang bzw. kann noch immer nicht gesprochen werden.

Wenn darauf hingewiesen wird, dass das Konzept: Multikulti gescheitert sei, dann wird übersehen, dass hierauf auch nicht hingearbeitet wurde. Multikulti sollte nicht als Nebeneinander missverstanden werden – es geht um ein "gesundes", gegenseitig bereicherndes, Miteinander.

Interkulturelle Öffnung sollte von der Politik als zivilgesellschaftlicher Prozess deutlich vorangetrieben werden
Notwendige Interkulturelle Öffnungsmaßnahmen sollten konkret sowohl hinsichtlich der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte als auch bezüglich der Menschen der Mehrheitsgesellschaft benannt und durchgeführt werden. Die kooperative Entwicklung einer multikulturellen Gesellschaft sollte dabei als gemeinsames Ziel festgesetzt werden.

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Dr. Britta Kanacher

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