Sozial- und Bildungsmanagement

Interkulturelle Bildung: Kulturelle Vielfalt positiv erleben

Interkulturelle Bildung: Kulturelle Vielfalt positiv erleben
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Die derzeit schon vorhandene kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft wird zwar in gewisser Weise gelebt, aber nicht bewusst oder gar positiv erlebt – obwohl das multikulturelle Miteinander bereits gegeben ist, wird es nicht als selbstverständlich angenommen.

Es scheint, als müssten in der multikulturellen Gesellschaft erst alle Beteiligten "lernen", mit der kulturellen Vielfalt zu leben.

Kulturelle Vielfalt: Interkulturelle Bildung als Basis kultureller Identität
Dabei muss dieses Lernen ein beidseitiges Lernen sein! Deutsche müssen lernen, dass ausländische Mitbewohner ganz selbstverständlich zur Gesellschaft gehören – auch wenn sie andere Sitten und Gebräuche leben. Die Mitbürger ausländischer Herkunft und mit andersartigem kulturellen Hintergrund müssen jedoch auch lernen, dass sie in einem Land leben, welches ebenfalls eine kulturelle Entwicklung hinter sich hat und diese kulturelle Identität beibehalten möchte.

Kulturelle Vielfalt: Interkulturelle Bildung zum multikulturellen "Gericht"
Nimmt man ein Beispiel aus der Küche zur Hilfe, so scheint eine kulturelle Vielfalt mit einem deftigen Eintopf vergleichbar: Zwar bildet der Eintopf eine geschmackliche Einheit als Ganzes gesehen, jedoch besteht die Kunst der Köche darin, beim Kochen, den Eigengeschmack der einzelnen vielfältigen Zutaten zu erhalten. Beim Essen genießt man einerseits den Gesamtgeschmack des Eintopfes und andererseits den Eigengeschmack der Zutaten.

Wie bei einem gelungenen Eintopf sollte die multikulturelle Gesellschaft als eine funktionierende Einheit existieren, deren kulturelle Vielfalt jedoch im Einzelnen ebenfalls wahrnehmbar bleibt.

Als "Köche" dieses Prozesses sind zum einen die Politiker als auch die gesellschaftlichen Institutionen zu Veränderungen aufgefordert (z. B. hinsichtlich des Staatsbürgerschafts- oder Wahlrechts); andererseits sind diejenigen, die im Bildungsbereich tätig sind, gefordert. Der Prozess der Bildung und Erziehung ist für das Zusammenwachsen zu einer multikulturellen Gesellschaft von zentraler Bedeutung.

Ein friedliches Miteinander ist nur möglich, wenn es für alle Beteiligten selbstverständlich ist, ihre je eigene kulturelle Identität zu wahren und zu leben. Dies innerhalb eines selbstverständlich gewordenen multikulturell ausgerichteten sozialen Miteinanders.

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Dr. Britta Kanacher

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