Sozial- und Bildungsmanagement

Frauen: Bilder der Geschichtsschreibung hinterfragen

Frauen: Bilder der Geschichtsschreibung hinterfragen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Frauen: Bilder der Geschichtsschreibung wirken in Rahmen des Heranwachsens vielfach auf die Menschen. Durch solche Bilder entwickelt jede Person eine Vorstellung von der Welt. Dabei spielen die Wahrnehmungen eine entscheidende Rolle. Die Geschichtsschreibung oder wie die Frau in der Geschichtsschreibung dargestellt wurde, ist im Hinblick auf die Wahrnehmung der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft besonders zu beachten.

Die geschichtlichen Prozesse der Gegenwart kann jede Person zu einem gewissen Teil selbst wahrnehmen. Für die längst vergangene Geschichte ist man jedoch auf die Beschreibungen von Historikern und Historikerinnen angewiesen. Die vergangene Geschichte existiert ausschließlich in der Geschichtsschreibung.

Geschichtsschreibung informiert. Doch neben dieser Funktion erfüllt sie noch einen weiteren wichtigen Zweck. Sie rechtfertigt auch bestehende Zustände. Hierbei kann Geschichte auch bewusst benutzt werden, wie dies zum Beispiel in der Nazizeit der Fall war.

Frauen: Bilder der Geschichte unterstützen und legitimieren
Hinsichtlich der Darstellung der Frau in der Geschichtsschreibung liegt die Vermutung nahe, dass die Darstellungen jeweils auch das männerorientierte Herrschaftssystem zu unterstützen suchten. Im Rahmen der "feministischen Forschung" widmen sich seit einiger Zeit viele Wissenschaftlerinnen diesem Problem. Dabei kommen sie zu erstaunlichen Erkenntnissen und räumen manches Vorurteil zur Seite.

Zu keiner Zeit in der Geschichte waren Frauen tatenlos. Im Gegenteil, ihre vielen Taten wurden jedoch in der Vergangenheit, von zumeist männlichen Wissenschaftlern, vielfach verschwiegen oder einfach übersehen.

Frauen: Bilder der Geschichte waren lange einseitig
Wie dies geschehen konnte, lässt sich leicht beantworten: Die Wissenschaft mit ihrer Institution, der Universität, hat sehr lange keine weiblichen Studenten zugelassen und somit keine weiblichen Interessen vertreten. Die wenigen Frauen, die sich in der Forschung dennoch etablieren konnten, konnten sich lange Zeit gar nicht erlauben, etwas anderes zu denken als das, was ihre männlichen Kollegen dachten.

Somit galt lange die Überzeugung: Männer machen Geschichte – also müssen auch nur die Männer erforscht werden.

Dieser einseitige Blickwinkel der Forschung spiegelte sich vielfach in der Geschichtsschreibung wieder. Heute ist jedoch anerkannt, dass sich aus weiblichem Blickwinkel, so mancher historischer Zusammenhang anders darstellt. Genau dies aufzuzeigen, ist Ziel feministischer Forschung.

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Dr. Britta Kanacher

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