Sozial- und Bildungsmanagement

Einheitsreligion oder Vielfalt?

Kann der Frieden in der Welt durch eine Einheitsreligion erlangt werden oder sollte die Vielfalt erhalten bleiben? Unterschiede religiöser Anschauungen spielen, wenn nicht als Grund für einen Krieg, so doch als Motivation zum Kampf eine maßgebliche Rolle in unserer Weltmenschheit. Die wahren Hintergründe haben dabei zumeist wenig mit Religion zu tun – dennoch sieht es so aus.

Muss eine Einheitsreligion gefunden werden?
Der "Heilige Krieg" des Islam wird immer wieder als Beispiel angeführt. Doch auch in anderen Religionsformen kann religiöses Gedankengut jederzeit politisch missbraucht werden! Hier kann nur eine allgemeingültige Grundhaltung gegenüber den Religionsformen einfühlend und vorbeugend wirken!

Am Ende des Vorwortes zu seinem Buch: "Grundriss der Religionssoziologie" schreibt Werner Stark: "Alles, was im folgenden gesagt wird, beruht auf der Grundüberzeugung, dass Religion als Gesamtphänomen aus den gleichen Kräften der Kollektivität herausgewachsen ist, wie etwa Sitte und Recht, oder Sprache und Kunst."

Es sieht so aus, dass wesentliche Bereiche, die aus den Kräften der Kollektivität erwachsen sind, sich dem Prinzip der "Kollektivität der Weltmenschheit" entsprechend, immer weiter annähern, wobei die Religionsformen jedoch unangetastet bleiben. Es stellt sich die Frage, ob sich die Religionsformen anpassen müssen? Könnten Religionsformen sich anpassen? Sollte oder muss nicht viel mehr eine Art Einheitsreligion gefunden oder geformt werden?

Einheitsreligion bringt Angst vor dem Verlust der eigenen Identität
Sicherlich kann und sollte eine Einheitsreligion nicht als Ziel angestrebt werden! Gerade die Angst vor dem Verlust eigener Identität, die sich auch aus der eigenen Religionsform herleitet, treibt Keile in die Weltmenschheit! Diese Angst vor Identitätsverlust muss beim Zusammenwachsen der Welt dem einzelnen Menschen genommen werden!

Um diese Angst zu nehmen, muss der Unterschied der Handlungsebenen jedem einzelnen Menschen deutlich gemacht werden: Zwar gleichen sich Staats- und Gesellschaftssysteme an – aber hiervon bleibt der einzelne Mensch als Bewohner seines Landes unberührt!

Zwar können sich durch die staatlichen und gesellschaftlichen Veränderungen auch die Lebensbedingungen des Einzelnen wandeln – hieraus muss sich jedoch nicht zwangsläufig ein Identitätsverlust ergeben. Die Menschen eines Landes können und sollten sich weiterhin an ihrer traditionellen Kultur und Religionsform orientieren.

Wer außerhalb seines Heimatstaates reisen oder leben möchte, wird neben seiner Muttersprache noch Englisch als Welt- und Wirtschaftssprache dazulernen. So wie außerhalb des Heimatstaates die Sprachkenntnisse ergänzt werden müssen, so müssen religiöse Anschauungen nur ergänzt und nicht von einer Einheitsreligion ersetzt werden!

Die Vielfalt der Sprachen der Welt hat die, wenn auch unausgesprochene, Einigung auf eine Sprache notwendig gemacht. Die Vielfalt der Religionsformen macht keine Einheitsreligion notwendig – wohl aber die Einigung auf eine einheitliche Grundhaltung gegenüber Religion und ihre bestehenden Formen.

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Dr. Britta Kanacher