Sozial- und Bildungsmanagement

Die Identität und Entwicklung: Starke Individualisierung

Die Identität und Entwicklung der Identität weisen in Deutschland auf eine starke Individualisierung hin. Ein Wir-Gefühl bleibt dabei vielfach auf der Strecke. In der stark individualisierten Gesellschaft in Deutschland werden Menschen vielfach zu Einzelgängern erzogen. Doch die Herausforderungen der globalisierten Zeit lassen ein stärkeres Wir-Gefühl notwendig erscheinen.

Im Frühjahr 2004 wurde bei einem Unfall an einer Drehtür ein Kind tödlich verletzt. In einem Kommentar einer Zeitung war danach zu lesen, dass dieses Kind auch anders, als durch die Drehtür, hätte zu Tode kommen können. Das Kind lief im Flughafen von der Mutter weg. Die Mutter war mit dem ihrem zweiten Kind beschäftigt und verlor dieses Kind aus dem Auge.

So gelangte das Kind unversehrt durch die Drehtür des Terminals ins Freie. Wäre es auf die davor liegende Straße gerannt, wäre es von dort fahrenden Autos vielleicht überfahren worden. Es lief aber nicht auf die Straße sondern versuchte durch die Drehtür zurück zu seiner Mutter zu gelangen. Dabei kam es in der Drehtür zu Tode.

Der Kommentator stellte in seinem Artikel fest, dass man die Straße und die dortigen Autos wohl kaum in Frage stellen würde, wäre das Kind dort zu Tode gekommen. Stattdessen wurde jedoch heftig über die Technik der Drehtür diskutiert.

Identität und Entwicklung – andere gehen mich nichts an
Mir scheint es verwunderlich, mit welcher Selbstverständlichkeit der Kommentator davon ausgeht, dass dieses Kind geradezu unweigerlich vor ein Auto gelaufen wäre. Warum geht er nicht davon aus, dass sich jemand um das Kind bemüht hätte?

Es scheint so, als sei es ganz selbstverständlich, dass sich in unserer Gesellschaft nur wenige Menschen um andere, noch nicht einmal um ein Kind, bemühen. Für mich scheint sich dieser traurige aber scheinbar allgemeingültige Tatbestand in dem Kommentar zu spiegeln.

Die Identität und Entwicklung – anderes Verhalten ist möglich
In diesem Zusammenhang ist zu vermuten, dass jenes Kind innerhalb einer eher kollektiv orientierten Gesellschaft, nicht hätte sterben müssen. In solchen Gesellschaften würde einer Mutter, welche mit zwei kleinen Kindern am Flughafen überfordert scheint, Beistand geleistet werden.

Ein Kind hätte in kollektiv orientierten Strukturen, niemals die Chance, sich über längere Zeit unbemerkt von seiner Mutter zu entfernen. Es würde sich jemand finden, der die Verantwortung übernehmen und das Kind zu seiner Mutter zurück führen würde.

In unserer stark individualisierten Gesellschaft fühlt sich jedoch kaum jemand für andere und fremde Menschen verantwortlich. Es wird allenfalls öffentlich über die vermeintlich nachlässigen Eltern spekuliert. Eine solche Haltung ist Ergebnis unserer Sozialisation, welche uns den kollektiven Blick für Andere genommen hat.

Die Sozialisation der westlichen Welt gliedert sich in die primäre und sekundäre Sozialisation auf und sie verläuft in Phasen. Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass sich diese Phasen nicht in allen Gesellschaften so wiederfinden.

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Dr. Britta Kanacher