Sozial- und Bildungsmanagement

Den pädagogischen Ansatz in Schulen der Vielfalt anpassen

Den pädagogischen Ansatz in Schulen der Vielfalt anpassen
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Es ist ein alt bekanntes Problem: Pädagogische Ansätze in den Schulen hinken meist ihrer Zeit bzw. den sich ständig verändernden Gegebenheiten der Gesellschaft hinterher. Die deutsche Gesellschaft ist multikulturell und Teil der globalen Welt. Doch die pädagogischen Ansätze werden den damit verbundenen Lehrinhalten nicht gerecht. Wie können Sie Ihre Schule an die Vielfalt anpassen?

Die pädagogischen Ansätze des deutschen Schulsystems widersprechen vielfach der notwendigen Erziehung zu Toleranz und Offenheit.

Die Konzentration auf Deutschland ausweiten

  • Geographisch erfahren die Schülerinnen und Schüler die Welt vom Nahen zum Fernen – dies entspricht einer egozentrischen Weltsicht. Die Zukunft der Welt hängt jedoch auch davon ab, die Welt als Ganzes zu sehen und dabei über die nationalstaatlichen Bedürfnislagen hinauszuschauen.
  • Die nachwachsende Generation erfährt schulisch die "weite Welt" noch immer vielfach als weit weg vom persönlichen Erfahrungsbereich. Doch in der Lebensrealität ist die sie bereits an der Nachbartür und über das Internet greifbar nah.
  • In den Schulen sollte ein interdisziplinärer Ansatz deutlich werden. Das Wissen über die Welt sollte nicht so sehr in Fächer und Teilbereiche unterteil werden. Da dies jedoch durch die Struktur vorgegeben ist, sollte auf den interdisziplinären Blick im Unterricht mehr hingewiesen werden.

Vielfach wird noch immer eine eher regionenzentrierte Weltsicht vermittelt. Doch die Welt ist global zu betrachten. Dies erfahren die Schüler vor allem durch das Internet. Dies sollten Lehrkräfte aufgreifen und auf die Erfahrung der Schüler aufbauen.

Den Unterricht öffnen

  • Die Kinder und Jugendlichen sollten weniger als passive Zuhörer lernen, sondern mehr als aktive Bestandteile in den Unterricht integriert werden.
  • Gleichzeitig sollten die Unterrichtsinhalte weniger durch Abstraktion vermittelt werden. Als Anknüpfungspunkt für die Lehrinhalte sollten die persönlichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler dienen. Meist sind die Klassen multikulturell und multireligiös. Hierauf kann und sollte aufgebaut werden.
  • Daneben sollte dem Bildungssystem die Ausrichtung zur Konkurrenz und zum Wettstreit genommen werden. Ein friedliches globales Miteinander muss auf Teamgeist und gemeinsame Interessen setzen – dies sollte im Unterricht gefördert werden.

An der Zukunft der einen globalen Welt orientieren
Allen Lehrkräften sollte deutlich sein, dass ein friedliches globales Miteinander nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist:

  • wenn alle Beteiligten sich für gemeinsame Ziele einsetzen: den Erhalt des Ökosystems als Grundlage menschlichen Daseins, den Erhalt bzw. die Schaffung eines friedlichen Miteinanders, den Aufbau und die Sicherung sozialer Gerechtigkeit,
  • wenn alle Beteiligten ganz selbstverständlich ihre je eigene kulturelle Identität wahren können.

Die Grundlage für eine solche Lebenseinstellung legt das jeweilige Bildungssystem. Dies über Lehrpläne und Lehrkräfte. Wo die Lehrpläne noch hinterherhinken, ist das Engagement der Lehrkräfte gefragt. Wenn diese ihren Auftrag entsprechend verstehen, können Defizite des Lehrplans ausgeglichen werden. Tragen Sie zu entsprechenden Veränderungen bei! Vermitteln Sie ein Bewusstsein für ein global ausgerichtetes und multikulturelles Deutschland!

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Dr. Britta Kanacher

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