Sozial- und Bildungsmanagement

Den Islam verstehen: Seine Vielfalt

Den Islam verstehen kann man nur, wenn man erkennt, dass “der Islam” ebenso wenig existiert, wie “das Christentum”. Der Islam in Indonesien unterscheidet sich von dem Islam, wie er in Algerien praktiziert wird. Der Islam der Großstädte ist genauso unterschiedlich zum Islam der Dörfer, wie der Islam der Intellektuellen zu dem der Analphabeten. Außerdem kann zwischen dem Islam der Frauen und dem der Männer unterschieden werden.

Vielfalt des Islam
Diese Vielfalt der muslimischen, wie jeder anderen, Religionsform, wird auch dadurch unterstützt, dass sich die Gründe für die Religiosität ändern können. So können sich mit den Lebensbedingungen der Menschen auch ihre Motive ihrer Religiosität ändern. Dies lässt sich hinsichtlich des Islams am Beispiel der islamischen Bewegung der Sufis aufzeigen. Der prophetischen Religionsform, wie sie von Mohammed offenbart wurde, war ein mystischer Charakter völlig fremd.

Unter dem Einfluss indischer und gnostischer Ideen entwickelte sich dennoch im 9. Jhd. nWZR ein Mystizismus. Dieser definierte in der Askese und der Meditation einen Schwerpunkt der Gläubigkeit. Da die Vertreter dieser mystischen Religiosität Kleider aus Wolle (suf) trugen, wurden sie als Sufis bezeichnet. Ihre Bewegung wurde unter entsprechend unter dem Namen Sufismus bekannt.

Mystische Bewegung innerhalb des Islam
Die mystische Bewegung innerhalb des Islam hat seit ihrem Entstehen zu einer gemilderten Gesetzesstrenge geführt und gleichsam eine Verinnerlichung des Islam gefördert. Diese Auffassungen besitzen seit dem 11. Jahrhundert auch innerhalb der Sunniten großen Einfluss. Die Liebe als Aspekt der Religiosität, trat durch die Sufisten ins Zentrum des Islam. In gewisser Weise konnte so der politische Machtverlust, wie er durch die Beschränkung der Macht der Kalifen gegeben war, kompensiert werden.

Die an sufistischem Gedankengut orientierte Volksfrömmigkeit bewertet die Liebe zu Allah als Hauptaspekt des muslimischen Glaubens. Dabei spielt, trotz aller individualistischer Glaubenshaltung, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Umma als muslimische Gemeinschaft, eine große Rolle.

Daneben ist die Anerkennung des Prinzips der Einheit von Staat und Religion von Bedeutung. Denn im Islam geht es "um die Verwirklichung des höchsten Wertes: um das Gegenwärtigsetzen und Tun des Wortes des Koran im Hier und Heute islamischer Gemeinschaft."[1]

[1] Köster F.: Religiöse Erziehung in den Weltreligionen. Hinduismus, Buddhismus, Islam

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Dr. Britta Kanacher