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Den Islam verstehen: Muslime als Eroberer

Den Islam verstehen kann man nur, wenn man die Geschichte muslimischer Eroberungen und die historischen Zusammenhänge kennt. Eine Ausdehnung muslimischer Herrschaft auf östliche Gebiete war nur möglich, da den Muslimen durch die Zerrüttung des Mittelmeerraumes und die Streitigkeiten Ostroms und Persiens kaum Kampfkapazitäten entgegenstanden.

Das persische Reich der Sassaniden, die letzte persische Großmacht, war bereits 642 nWZR zerschlagen. Der Islam konnte so bis nach Indien vordringen, wo er seine Blütezeit in dem 1526 begründeten Großmogul-Reich erlebte.

Fremdreligiöse Völker, die von Muslimen erobert wurden, wurden unter islamischer Herrschaft nicht einheitlich behandelt. Grundsätzlich existierte eine Zweiteilung in "dar al-Islam", das Islamgebiet und "dar al-harb", das Kriegsgebiet, welches erobert und bekehrt werden muss. Diese Zweiteilung wurde durch zusätzliche spezifische Bewertungsmaßstäbe, vor allem bezüglich der Schriftreligionen, ergänzt.

Bekenner einer Schriftreligion, also Juden, Christen oder Parsen, wurde die weitere Ausübung ihrer Religionsform zugestanden. Dies, sofern sie sich der islamischen Staatsordnung unterwarfen und eine Kopfsteuer zahlten. Gläubige schriftloser Religionsformen wurden hingegen als Götzendiener angesehen. Sie konnten ihr Leben nur durch die Annahme des Islam retten[1].

Den Islam verstehen: Die Vielfalt des Islam
Wie bereits im Artikel "Den Islam verstehen: seine frühe Geschichte" angedeutet, vereinte Mohammed die Araber zu einer enormen Kraft, die den Islam in kurzer Zeit über viele Landgebiete verbreitete.

Doch diese Ausbreitung brachte auch Probleme mit sich, welche die politisch-religiöse Einheit in Frage stellten. So beschränkten zum Beispiel weltliche Herrscher die Macht des Kalifen in ihrem Einflussgebietes auf den religiösen Bereich. Mancher rief sich gar selbst zum Kalifen aus. So führte die große Vielfalt der Kulturen, die durch islamische Eroberungen vereinnahmt wurden, zu unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Islam. 

Der Islam existiert heute als einheitliche Religionsform ebenso wenig, wie das Christentum. Gleichsam ist es nicht möglich, den Muslim oder den Christen zu definieren.

[1] vgl. Lanczkowski, G.: Geschichte der nichtchristlichen Religionen

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Dr. Britta Kanacher