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Ghostwriting – was bedeutet das genau?

Ghostwriting – was bedeutet das genau?
geschrieben von Burkhard Strack

Man hat eine gute Idee, das feste Gefühl, dass sie erfolgreich sein könnte, doch fehlt einem das Schreibtalent, um die Sache umzusetzen. Vielleicht wäre das Talent sogar da, doch die Zeit ist zu knapp.

Für diese – und viele weitere – Situationen gibt es akademische Ghostwriter wie von ACAD WRITE, die für Auftraggeber in die Tasten hauen und die Ideen niederschreiben. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Gibt es Unterschiede zwischen Ghostwritern und worauf sollte eigentlich geachtet werden? Dieser Artikel klärt Sie auf.

Ghostwriting – eine Abgrenzung

Woran lässt sich eigentlich erkennen, dass ein Ghostwriter am Werk war? Letztendlich gar nicht, denn der Sinn des Ghostwritings ist, dass es gar nicht zum Vorschein kommt. Daher grenzt es sich deutlich von anderen Arten des Schreibens ab:

  • Mitautorenschaft – in manchen Büchern, aber auch in anderen Werken werden Mitautoren angegeben. Inwieweit sie tatsächlich mitgeschrieben haben oder ob sie am Ende den gesamten Text verfasst haben, ist nur ihnen und dem Hauptautor bekannt.
  • Übersetzer – hier übernimmt zwar ebenfalls jemand die Aufgabe, einen Text zu verfassen, doch ist ein Übersetzer kein Ghostwriter.

Der wichtigste Aspekt beim Ghostwriting ist, dass nirgendwo bezeichnet wird, dass jemand Fremdes das Werk oder Teile des Textes geschrieben hat. Die Zusammenarbeit zwischen Herausgeber und Ghostwriter ist nur diesen bekannt und wird vertraglich vereinbart. Hierbei gibt es natürlich Unterschiede:

  • Geheimhaltung – einige Menschen wollen nicht, dass jemand erfährt, dass sie nicht allein oder überhaupt nicht am Text gearbeitet haben. In diesem Fall sollte der Vertrag so gestaltet sein, dass der Ghostwriter eine Geheimhaltungsklausel unterschreibt, die besagt, dass er nicht mit dem Produkt werben darf.
  • Offenes Ghostwriting – wer sich nicht daran stört, dass jemand von dem Ghostwriter erfährt, kann diesem beispielsweise erlauben, das Werk als Referenz anzugeben.

Wer einen Ghostwriter für eine Aufgabe beauftragt, sollte jedoch wissen, dass er stets nur das Verwertungsrecht erhält. Das Urheberrecht geht niemals auf den Auftraggeber über. Sollte dieser seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen, also beispielsweise die Rechnung nicht zahlen, kann er den Text nicht verwerten – und da die Urheberschaft beim Ghostwriter liegt, darf dieser den Text anderweitig verwerten. Doch wie sieht das bei einem Buch aus, wenn die Ideen vom Auftraggeber geliefert wurden? Er besitzt schlechte Karten, denn Ideen sind nur unter ganz besonderen Umständen patentierbar. Sollte er also seinen Verpflichtungen selbst nicht nachkommen und der Ghostwriter das Buch selbst anbieten und verkaufen, kann der Auftraggeber nichts dagegen unternehmen.

In welchen Bereichen ist Ghostwriting verbreitet?

Ghostwriting kommt häufiger vor, als viele annehmen. Die wenigsten Unternehmen schreiben die Texte ihrer Webseiten selbst, sondern geben sie in Auftrag und auch in anderen Bereichen kommen Ghostwriter zum Einsatz:

  • Bücher – gerade Biografien von Prominenten werden von Ghostwritern geschrieben.
  • Reden – egal ob es sich um Reden für Politiker, Unternehmenschefs oder um eine private Hochzeit handelt – nicht selten stammen die Reden aus der Feder eines Ghostwriters.
  • Hausarbeiten – auch diese werden teilweise von Ghostwritern angefertigt. Hier sollten allerdings die Vorschriften der jeweiligen Universität beachtet werden.
  • Screenplay – so manche Fernsehserien werden nicht von der Produktionsfirma geschrieben, sondern von beauftragten Ghostwritern. Ähnlich sieht es im Bereich der Hörspiele aus.

Was ist beim Ghostwriting zu beachten?

Wer einen Ghostwriter sucht, sollte sich dessen Arbeiten anschauen. Aufgrund der Geheimhaltung ist es zwar nicht möglich, dass er andere Projekte benennt, doch gibt es die folgenden Möglichkeiten:

  • Testseiten – da Ghostwriter sich an die Vorgaben der einzelnen Kunden halten müssen, ist es oft schwer, anhand von bestehenden Texten festzustellen, ob die Person zu einem passt oder nicht. Der Auftraggeber kann nun ein paar Testseiten in Auftrag geben. Diese müssen jedoch bezahlt werden.
  • Planung – in vielen Bereichen kann die Leistung des Ghostwriters nur so gut sein wie die Infos, die er bekommen hat. Wer beispielsweise ein Buch über ein bestimmtes Thema geschrieben haben möchte, sollte schon möglichst genau sagen, was er will. Denn aus einer einzelnen Idee lassen sich mühelos Tausende, völlig unterschiedliche Bücher machen.
  • Vertrag – wie bereits erwähnt, erhält der Auftraggeber niemals das Urheberrecht, sondern nur das Verwertungsrecht. Der Vertrag sollte genau beinhalten, welche Verwertungen angedacht oder möglich sind. Sonst könnte es beispielsweise bei einem Bucherfolg geschehen, dass zwar die Buchveröffentlichung ohne Weiteres möglich ist, aber keine Verfilmung ohne die Beteiligung des Ghostwriters.
  • Bezahlung – hier gibt es diverse Modelle. Einige Menschen gehen gerade bei Büchern hin und möchten den Ghostwriter am Erfolg beteiligen. Auf dieses Modell wird kein seriöser Schreiber eingehen, da es schlichtweg zu unsicher ist. Wie teuer die Beauftragung ist, hängt generell vom Umfang, Aufwand und den gebuchten Leistungen ab. Wer bereits selbst Hand angelegt hat und nur jemanden wünscht, welcher den Text in Form bringt, auf Logik und Fehler prüft, benötigt beispielsweise keinen Ghostwriter, sondern einen Lektor. Diese arbeiten übrigens nicht selten ebenfalls als Ghostwriter.

Sofern es sich um Reden oder kleinere Texte handelt, ist die Beauftragung einfacher. Nur bei der Beauftragung von Ghostwritern für Bücher, Screenplays und Hörspiele sind diverse Faktoren zu beachten und hierbei muss ein genauer Vertrag aufgesetzt werden.

Ghostwriting – was bedeutet das genau?

Ghostwriter arbeiten heute zu einem Großteil im Homeoffice – ein Arbeitsfeld für viele Personen mit Schreibgeschick und Know-how

Fazit – Ghostwriting hat viele Facetten

Wer beim Thema Ghostwriter nur an die Romane irgendwelcher Persönlichkeiten denkt, kennt nur die halbe Wahrheit. Jeder kommt täglich mit Ghostwriting in Berührung, ohne es zu wissen. Um selbst jemanden mit dem Schreiben seines Buches oder seiner Texte zu beauftragen, gibt es viele Möglichkeiten, doch sollte gerade bei größeren Projekten genau festgelegt werden, wie die Verwertung des entstandenen Buches aussieht, zumal hier der Auftraggeber in der Pflicht ist und zusehen muss, seine eigenen vertraglichen Pflichten einzuhalten, denn sonst könnte er am Ende nicht nur ohne Text dastehen, sondern seine Idee irgendwo im Regal wiederfinden.

Bildnachweis:

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.