Bildung & Karriere

Berufliche Fortbildung und wirtschaftliche Selbstständigkeit für schwerbehinderte Menschen

Berufliche Fortbildung und wirtschaftliche Selbstständigkeit für schwerbehinderte Menschen

Oftmals sind aufgrund von Behinderung besondere Fortbildungen notwendig und die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können nicht an allgemeinen Fortbildungen teilnehmen. Es gibt neue Entwicklungen im Beruf und bei der Arbeit, beispielweise neue Computerprogramme oder neue Maschinen. Um diese neuen Entwicklungen für die Arbeit nutzen zu können, sind geeignete Fortbildungen besonders wichtig. Die gesetzlichen Grundlagen für diese Leistungen finden Sie in §185 Abs.3 Nr. 1 e) SGB IX und in § 24 SchwbAV.

Beispiel: Für einen hörbehinderten Menschen ist eine Gebärdensprachdolmetscherin oder ein Gebärdensprachdolmetscher bei einer Schulung eine notwendige Hilfe.

Das Integrationsamt kann dann Unterstützung für schwerbehinderten Menschen anbieten, wenn Sie aufgrund ihrer Behinderung an besonderen, der Behinderung entsprechenden, Fortbildungen teilnehmen müssen. Die Fortbildungen sollen dabei

  • die beruflichen Fähigkeiten erhalten oder verbessern und
  • den neuesten Stand der Technik vermitteln.

Die Integrationsämter fördern insbesondere Fortbildungen, die so gestaltet sind, dass sie den Bedürfnissen schwerbehinderter Menschen entsprechen. Sie können einen Teil der Kosten übernehmen für

  • Fortbildungen
  • Schulungen für den beruflichen Aufstieg
  • Hilfen, die behinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei einer Fortbildung benötigen.

Wirtschaftliche Selbstständigkeit fördern

Für manchen Menschen kann auch der Weg in die Selbständigkeit eine Alternative sein. Als schwerbehinderte Menschen können sie Hilfen erhalten, wenn sie sich beruflich selbstständig machen wollen oder schon selbstständig sind. Dabei kommen insbesondere Darlehen und Zinszuschüssen in Betracht, aber auch zum Beispiel eine Arbeitsassistenz oder Leistungen für Fortbildung. Geregelt ist dies in § 102 Abs. 3 Nr. 1 c) SGB IX und in § 21 SchwbAV.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können diese Leistung nur beantragen, wenn

  • sie sich selbstständig machen und dadurch die Arbeitslosigkeit beendet wird,
  • sie ihre Arbeitsstelle verlieren und sich dann selbstständig machen,
  • Sie das nötige Fachwissen haben, um selbstständig in ihrem Beruf zu arbeiten,
  • geprüft wurde, ob der Arbeitnehmer tatsächlich die Bedingungen für eine selbstständige Arbeit erfüllt und insbesondere keine Scheinselbständigkeit vorliegt,
  • sie sich durch die Selbstständigkeit Ihren Lebensunterhalt verdienen können und
  • geprüft wurde, ob die Selbstständigkeit Erfolg haben kann.

Bildnachweis: Viacheslav Iakobchuk / stock.adobe.com

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Rechtsanwalt Arno Schrader

Rechtsanwalt Arno Schrader

Arno Schrader ist Rechtsanwalt und zugleich Fachanwalt für Arbeitsrecht sowie seit über 20 Jahren als Autor tätig. Er hat mehrere Jahre für Arbeitgeberverbände gearbeitet und ist als selbstständiger Rechtsanwalt in Herford niedergelassen. Er hat eine Vielzahl an Fachpublikationen u.a. in den Bereichen Arbeitsvertragsrecht, Betriebsverfassungsrecht, Kündigungsrecht und Urlaubsrecht verfasst. Sein Merkmal: komplizierte juristische Sachverhalte in eine allgemein verständliche Form übersetzen.