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Wieso Sie eine Abmahnung als Gelbe Karte begreifen sollten

Wieso Sie eine Abmahnung als Gelbe Karte begreifen sollten
geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

Eine Abmahnung kann sinnbildlich als “Gelbe Karte” der erste Schritt zur Kündigung sein. Doch dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Wie Sie auf eine Abmahnung richtig reagieren und Ihr Verhalten ändern können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wer vom Arbeitgeber abgemahnt wird, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn eine Abmahnung kann die Vorstufe zur Kündigung sein. Wenn die Kündigung die “Rote Karte” ist, dann ist die Abmahnung die “gelbe”. Damit der Mitarbeiter nicht vom Platz gestellt wird, sollte er das abgemahnte Verhalten ab sofort ändern.

Wann eine Abmahnung ausgesprochen werden kann

Eine Abmahnung kann immer dann ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer gegen seine Pflichten verstößt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sicherheitsvorschriften missachtet werden, der Mitarbeiter häufig zu spät kommt oder Weisungen nicht befolgt werden. Dabei kann jede Form von persönlichem Fehlverhalten im Job abgemahnt werden.

Wann eine Abmahnung gültig ist

Damit eine Abmahnung wirksam ist, muss sie einige formale und inhaltliche Anforderungen erfüllen. Der Arbeitnehmer muss darin einerseits aufgefordert werden, das unerwünschte Verhalten abzustellen. Andererseits muss er auch deutlich vor den arbeitsrechtlichen Konsequenzen gewarnt werden, für den Fall, dass sich das Verhalten wiederholt. Weiterhin muss sich eine Abmahnung immer auf einen konkreten Fall beziehen.

Abmahnung prüfen lassen

Wer eine Abmahnung bekommt, sollte diese immer zuerst vom Fachmann prüfen lassen. Beispielsweise kann man die Abmahnung von einem Arbeitsgericht prüfen lassen. Doch wer weiter in der Firma arbeiten möchte, sollte darauf aber besser verzichten. Ein Rechtsstreit belastet ein angeschlagenes Arbeitsverhältnis nur unnötig. Daher empfehlen Experten, die Abmahnung erst im Kündigungsfall überprüfen zu lassen, da es keine Fristen gibt, um gegen eine Abmahnung vorzugehen.

Der Mythos von den drei Abmahnungen

Dass es drei Abmahnungen bis zur Kündigung braucht, stimmt so nicht. Wenn ein gravierendes Fehlverhalten trotz Abmahnung nicht abgestellt wird, kann auch schon nach der ersten Wiederholung gekündigt werden. Dabei muss es sich allerdings um exakt das gleiche Verhalten handeln, das bereits abgemahnt wurde.

Eine Gegendarstellung verfassen

Wer der Ansicht ist, eine Abmahnung sei falsch oder unbegründet, kann auch eine Gegendarstellung schreiben. Darin sollte deutlich werden, warum der konkrete Vorwurf falsch ist. Diese Gegendarstellung muss dann, wie die Abmahnung, in die Personalakte aufgenommen werden. Dabei ist unwichtig, wann der Mitarbeiter seine Sicht der Dinge darlegt. Es gibt keine Frist, innerhalb der reagiert werden muss.

Das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen

Eine andere Option ist, das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Schließlich muss man ja auch künftig zusammen arbeiten, wobei ein klärendes Gespräch durchaus hilfreich sein kann. Allerdings sollte der Abgemahnte sich davor hüten, sein Fehlverhalten ausdrücklich zuzugeben, da das später gegen ihn verwendet werden kann.

Oft geht es nur um einen Schuss vor den Bug

Abmahnungen können sowohl gerechtfertigt als auch völlig ungerechtfertigt sein. Manchmal scheint es so, als wolle der Arbeitgeber nur einen unliebsamen Mitarbeiter loswerden. Doch nicht immer bedeutet eine Abmahnung gleich das Schlimmste: Oft geht es einfach nur um einen Schuss vor den Bug, um ein unerwünschtes Verhalten abzustellen.

Bildnachweis: Firma V / stock.adobe.com

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