Arbeit & Beruf

Probezeit: beachten Sie diese 3 wichtigen Punkte

Probezeit: beachten Sie diese 3 wichtigen Punkte
geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

In der Probezeit sollten sich Arbeitnehmer von ihrer besten Seite zeigen. Denn das Unternehmen kann in diesem Zeitraum das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen beenden. Gewisse Kündigungsfristen müssen jedoch auch in der Probezeit von beiden Parteien eingehalten werden.

Testphase für beide Parteien

Ob Arbeitnehmer und Unternehmen tatsächlich gut zueinander passen, stellt sich trotz mehrstufiger Bewerbungsverfahren oft erst in der Probezeit heraus.

Dabei dient diese beiden Parteien als Testphase: Nicht nur das Unternehmen kann in der Probezeit prüfen, ob der neue Mitarbeiter gut ins Unternehmen passt und seine Kompetenzen erfolgreich einbringen kann.

Auch der Mitarbeiter kann herausfinden, ob das Unternehmen hält, was ihm in den Vorstellungsgesprächen versprochen wurde und ob er sich in seiner neuen Position wirklich wohlfühlt.

Dauer der Probezeit

Meistens dauert die Probezeit einige Monate: Durchschnittlich sind neue Mitarbeiter sechs Monate zur Probe angestellt. Die Dauer der Probezeit kann vom Unternehmen in einem vorgegebenen Rahmen frei gewählt werden, wobei es sich an bestimmte rechtliche Vorgaben halten muss.

Dabei kann bei komplexeren Aufgaben die Dauer der Probezeit auf bis zu neun Monate ausgedehnt werden. Die Probezeit beträgt bei Auszubildenden übrigens ein bis vier Monate, wobei die meisten Azubis eine Probezeit von vier Monaten haben.

Eine Verlängerung der Probezeit ist möglich

Unter bestimmten Umständen kann der Arbeitgeber die Probezeit noch einmal verlängern. Dies gilt jedoch nur für den Fall, dass die Dauer der vereinbarten Probezeit noch nicht ausgeschöpft ist. Allerdings setzt dies das Einverständnis des jeweiligen Mitarbeiters voraus.

Dabei ist eine Verlängerung laut Bundesarbeitsgericht nur durch einen Aufhebungsvertrag mit Wiedereinstellungszusage möglich. Sind die üblichen sechs Monate der Probezeit bereits verstrichen, gilt für den Mitarbeiter der ganz normale Kündigungsschutz. Das heißt, dass das Unternehmen ihm nun nicht mehr grundlos kündigen kann und dass für ihn nun die längeren Kündigungsfristen gelten.

Regeln für Kündigung in der Probezeit

In der Probezeit gelten für eine Kündigung besondere Regeln. Dabei gilt, dass der Arbeitgeber die Kündigung grundlos aussprechen kann. Zwar wird es Gründe für die Kündigung haben, doch muss er diese nicht nennen.

Wenn der neue Mitarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, ist eine Kündigung jedoch an eine Frist gebunden. Diese beläuft sich auf zwei Wochen, wenn die Probezeit bis zu sechs Monaten beträgt. Dabei endet das Arbeitsverhältnis auf den Tag genau zwei Wochen nach der Kündigung, die jederzeit ausgesprochen werden kann.

Dauert die Probezeit länger als sechs Monate, verlängert sich die Kündigungsfrist auf vier Wochen. Hinzu kommt, dass der Arbeitnehmer in der Regel keinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz genießt.

Allerdings gilt auch in der Probezeit ein Sonderkündigungsschutz, der beispielsweise für Schwangere, Schwerbehinderte oder Betriebsratsmitglieder gilt.

Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer dagegen einen befristeten Vertrag geschlossen, der zunächst nur für die Probezeit gilt, muss das Unternehmen dem Mitarbeiter nicht extra kündigen. Dann endet das Arbeitsverhältnis einfach nach der vereinbarten Frist. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach der Probezeit das Arbeitsverhältnis fortsetzen möchten, müssen sie einen neuen Vertrag aufsetzen.

Bildnachweis: Jeanette Dietl / Adobe Stock

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