Employability – Beschäftigungsfähigkeit: Was ist das?

Beschäftigungsfähigkeit setzt – neben genereller Arbeitsfähigkeit (also hinreichender physischer und psychischer Gesundheit) und Leistungsbereitschaft – ausreichende Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz voraus.

Bestandteile der Beschäftigungsfähigkeit
Beschäftigungsfähigkeit setzt ausreichende fachliche , methodische und soziale Kompetenzen voraus. Hier hat in der jüngeren Vergangenheit ein doppelter Paradigmenwechsel eingesetzt, der sich in Zukunft fortsetzen wird:

Fachkompetenz
Zwar bilden nach wie vor die fachlichen Kompetenzen die Basis der Beschäftigungsfähigkeit, sozusagen die notwendige Bedingung für employability, aber sie waren und sind zunehmend weniger hinreichend.

Früher konnte man davon ausgehen, dass die fachlichen Qualifikationen beim Eintritt ins Berufsleben erworben wurden und dann, mit den gebotenen Aktualisierungen (hauptsächlich on-the-job, aber auch mittels autodidaktischer Weiterbildung und sporadischer Teilnahme an Lehrgängen, Schulungen etc., für das ganze Berufsleben ausreichten.

Methoden- und Sozialkompetenz
Die erforderlichen Methodenkompetenzen bestanden im Wesentlichen aus der Beherrschung der elementaren Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) sowie zusätzlichen fach- und berufsspezifischen Methoden wie z. B. statistischen Verfahren. An Sozialkompetenzen reichte in den weitaus meisten Berufen Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Höflichkeit, respekt etc. – also die sog. "Sekundärtugenden", mit denen man lt. O. Lafontaine auch "ein KZ betreiben könnte", völlig aus.

Zweifacher Paradigmanwechsel
Der erste Paradigmenwechsel besteht darin, dass sich aufgrund der stattfindenden "Wissensexplosion" mit immer kürzer werdenden Halbwertszeiten des Wissens der Bedarf an fachlicher Weiterqualifizierung immens vergrößert hat. Zudem kann kaum ein Arbeitnehmer heute davon ausgehen, dass eine Berufsausbildung für sein ganzes Berufsleben ausreicht.

Daraus ergibt sich bereits die erste Facette des zweiten Paradigmenwechsels: Der adäquate Umgang mit dem permanenten Weiterbildungs- und Qualifizierungsbedarf ("lebenslanges Lernen") verlangt nach zusätzlichen Methoden- und Sozialkompetenzen: Lernstrategien und mentale Bereitschaft, ständig neu- oder umzulernen.

Zunehmende Vermischung und Verzahnung von Methoden- und Sozialkompetenzen
Überhaupt vermischen sich in der neuen Arbeitswelt Methoden- und Sozialkompetenzen zunehmend und durchdringen sich gegenseitig, so dass es angemessen scheint, künftig von "Methoden- und Sozialkompetenzen" oder auch von "Schlüsselqualifikationen" zu sprechen.

Die allfällige Durchdringung der Gesellschaft mit Computern und durch das Internet erfordert die Erweiterung des oben benutzten Begriffs der "elementaren Kulturtechniken" um die Fähigkeiten zur Computernutzung und zum Umgang mit dem WWW.

Die zunehmende Globalisierung hebt Fremdsprachenkenntnisse für zunehmend mehr Berufsbilder in den Rang employability-relevanter Kompetenzen.

Die zunehmende Komplexität der Arbeitswelt erfordert von jedem Einzelnen Projektmanagement-Fähigkeiten, kommunikative Fähigkeiten, Fähigkeiten der Teamarbeit sowie – unter dem Stichwort der "lateralen Führung" Kenntnisse von Führungsmethoden.

Den Kanon der wünschenswerten oder sogar zwingend erforderlichen Schlüsselqualifikationen werde ich in weiteren Beiträgen dieser Reihe noch erweitern.

An dieser Stelle bleibt abschließend festzuhalten, dass jeder Arbeitnehmer gut beraten ist, seine eigene Beschäftigungsfähigkeit permanent up-to-date zu halten . Näheres hierzu unter dem Stichwort Employability-Management .

Veröffentlicht am 28. Juni 2010