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Wirtschaftliche Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt

Lesezeit: 3 Minuten Die große Krise unserer Zeit offenbart mehr und mehr, wie gravierend die Auswirkungen auf die Gesundheit und das soziale Leben in Deutschland und weltweit sind. Doch die Schäden gehen noch weit darüber hinaus. Wie schwer sich die Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt auswirken, zeichnet sich inzwischen immer deutlicher ab.

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Wirtschaftliche Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt

Wirtschaftliche Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt

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Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Besonders deutlich lassen sich die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt an den steigenden Arbeitslosenzahlen ablesen. Überraschend kommt dieser Effekt allerdings nicht. Bereits im April schnellte die Statistik hier um ca. 300.000 auf 2,65 Millionen hoch. Dieser rasante Anstieg lag jedoch nicht in Entlassungen allein begründet. Stattdessen mussten viele Jobsuchende laufende Weiterbildungen und andere Maßnahmen unterbrechen. Dadurch konnte man sie nicht mehr aus der Arbeitslosenstatistik herausrechnen.

Frühe Warnsignale

Bereits frühzeitig hatte das Ifo-Institut aus München eine Umfrage bei deutschen Unternehmen durchgeführt. Daraus ging hervor, dass etwa 20 % aller Arbeitgeber entschieden hatten, laufende befristete Verträge nicht verlängern zu wollen. Darüber hinaus wurden bereits die ersten Entlassungen aufgrund des wirtschaftlichen Einbruchs infolge der Corona-Krise beschlossen. Experten des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzen, dass es sogar noch schlimmer kommen wird. Abhängig davon, wie bald die Wirtschaft zu einem mehr oder weniger normalen Betrieb zurückkehren kann, gehen die Fachleute davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten auf mehr als 3 Millionen anwachsen werden.

Die großen Verlierer

Mit Abstand am stärksten wurde die Gastronomie- und Hotelbranche sowie die Veranstaltungswirtschaft von den Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt getroffen. Sie litten und leiden mehr als andere Unternehmen von den Restriktionen, die aufgrund der Pandemie beschlossen wurden. So sehen sich 43 % aller Veranstalter zu Entlassungen gezwungen. In der Hotelbranche sind es gar 50 %. Trauriger Spitzenreiter aber ist der Gastronomiesektor. Hier planen 58 % aller Betriebe baldige Stellenstreichungen oder haben bereits welche vorgenommen. Doch auch in den meisten anderen Branchen scheinen Entlassungen unausweichlich zu sein. Auch wenn Restaurants und Cafés nun wieder geöffnet sind: Überall dort, wo viele Menschen zusammen kommen, müssen die Abstandsregeln wohl noch lange eingehalten werden. Das gilt für gastronomische Einrichtungen, Hotels und Veranstaltungshäuser gleichermaßen. Kaum ein Etablissement wird deshalb in absehbarer Zeit wieder seine Kapazitäten ausschöpfen können. Sind die Räumlichkeiten ohnehin schon knapp bemessen, kann sich der Betrieb für viele Inhaber gar nicht erst lohnen. Weniger Gäste bedeutet dabei nicht nur weniger Umsatz. Auch die Zahl der benötigten Servicekräfte reduziert sich entsprechend.

Der Einzelhandel

Der deutsche Einzelhandel ist im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen kaum von Einschränkungen durch Covid-19 betroffen. Trotzdem leiden viele Geschäfte stark unter den wirtschaftlichen Folgen. Das dürfte der angespannten Situation vieler Menschen sein. Denn wer um seinen Arbeitsplatz fürchten muss oder in finanzielle Not durch Kurzarbeit geraten ist, hat kaum Lust, große Neuanschaffungen zu unternehmen, sofern sie nicht absolut notwendig sind.

Geringverdiener besonders gefährdet

Ökonomen befürchten indes eine sich verschärfende soziale Schieflage. Denn von Entlassungen seien vor allem Die Menschen betroffen oder bedroht, die ohnehin wenig verdienen. Hier sind dringend politische Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die Situation für die Menschen nicht noch weiter zuspitzt.

Deutliche Steigerung des Kurzarbeitergeldes in der Coronazeit

Damit die wirtschaftlichen Folgen nicht zu sehr Überhand nehmen und um möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern, hatte die Regierung schon frühzeitig wichtige Weichen gestellt. So wurde bereits zu Beginn der Krise eine Unterstützung für Arbeitgeber durch das Kurzarbeitergeld beschlossen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen konnten und können viele ihrer Mitarbeiter nur dadurch überhaupt noch halten. Wie lange das funktioniert, ist jedoch ungewiss. Dass aber das Kurzarbeitergeld zumindest vorübergehend Arbeitsplätze erhalten kann, hatte bereits die große Finanzkrise im Jahr 2009 bewiesen. Während die Wirtschaft weltweit einbrach und die Zahl der Arbeitslosen in die Höhe schoss, stieg sie damals in Deutschland um gerade einmal 0,3 %. Die Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt dürften deutlich schlimmer ausfallen. Zwischen März und April – also zu Beginn der Krise – hatten deutsche Unternehmen das Kurzarbeitergeld bereits für mehr als 10 Millionen Beschäftigte beantragt.

Soforthilfen für Unternehmer

Mit dem Kurzarbeitergeld allein wären die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt aber deutlich gravierender ausgefallen als sie es bis jetzt sind. Ein wichtiger Faktor zur Rettung von Unternehmen und der damit verbundenen Arbeitsplätze sind die unterschiedlichen Soforthilfeprogramme. Trotz des anfänglichen Chaos und einiger Unsicherheiten, erhielten viele Betriebe und Solo-Selbstständige finanzielle Hilfen. Dazu hatten die Bundesregierung und die einzelnen Länder mehrere Rettungspakete geschnürt. Auch wenn nicht alle dadurch erreicht werden konnten, wurden für zahlreiche Unternehmen wenigstens die kurzfristigen wirtschaftlichen Einbußen ein wenig kompensiert.

Wie sich an der Infografik gut ablesen lässt, hat die Coronavirus-Pandemie auf die Zahl der Arbeitslosen einen signifikanten Einfluss. Zwar lässt der Effekt Berichten zufolge inzwischen etwas nach. Ob und wie schnell sich die Wirtschaft aber gänzlich erholt und inwieweit sich insbesondere die Folgen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt wieder normalisieren, bleibt abzuwarten. Denn eine zweite große Welle an Neuinfektionen gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich.

Bildnachweis: fizkes / stock.adobe.com

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