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Vorsicht Fettnäpfchen – Sprach- und Kulturregeln in Großbritannien

Lesezeit: 3 Minuten Sie planen einen Geschäftsbesuch ins Europäische Ausland? Dann sollten Sie sich vorher mit den kulturellen Feinheiten des jeweiligen Landes vertraut machen, sonst könnten jede Menge Fettnäpfchen auf Sie warten. In jedem Land gibt es unterschiedliche Regeln für Büro, für das Geschäftsessen, hinsichtlich des Dresscodes und auch sonst im Alltag. Hier einige Tipps, worauf es in Großbritannien ankommt.

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Vorsicht Fettnäpfchen – Sprach- und Kulturregeln in Großbritannien

Vorsicht Fettnäpfchen – Sprach- und Kulturregeln in Großbritannien

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Die Begrüßung

In der Schule haben wir noch gelernt, dass „Wie geht es Ihnen?“ mit „How do you do?“ übersetzt. Diese Sprachform wird zur Begrüßung heutzutage kaum noch verwendet. Im modernen Sprachgebrauch sagt man „How are you?“ oder noch unformeller „How is it going?“.

In GB stellt man diese Frage aus Höflichkeit, erwartet jedoch keine umfangreiche Antwort darauf. Von daher sollte die Antwort stets knapp und bündig ausfallen und keinen Erzählcharakter haben, denn niemand ist am tatsächlichen Befinden interessiert. Antworten wie „Fine, thank you!“, „Very well, thank you!“ oder aber auch „Not too bad, thank you!“ sind dabei ausreichend.

Die Anrede

In GB ist es üblich, dass man sich beim Vornamen anredet. Diese Form der Anrede ist nicht wie bei uns eine vertraute Form des Umgangs oder ein Privileg, sondern einfach so üblich. Ob Vorstandsvorsitzender oder Sekretärin, es werden stets die Vornamen genannt.

Die Hand schütteln

Allgemein üblich ist es in GB, dass man sich die Hand nur beim ersten Treffen reicht und danach nicht mehr, es sei denn, man hat sich sehr lange nicht mehr gesehen. Auch zum Abschied wird die Hand nicht nochmals geschüttelt.

Einander vorstellen

Der Gastgeber übernimmt die Rolle des Vorstellens aller Anwesenden und stellt diese den wichtigsten Personen einer jeweiligen Runde vor. Dabei wird der volle Name einer jeden Person genannt sowie deren Funktion oder besondere Eigenschaft. „I would like to introduce Peter Green to you, he is our fountain of knowledge with regard to IT.“ oder aber „This is John Smith, our Sales Account Manager.“

Erfolgt die Vorstellung während der Begrüßungszeremonie, dann sollten Sie während des Händeschüttelns den Satz „Nice to meet you!“ nicht vergessen. Wird Ihnen dies zuteil, dann antworten Sie mit „My pleasure.“ Wurde dies am Anfang versäumt, dann wird das bei der Verabschiedung nachgeholt, kann aber auch nochmals wiederholt werden.

Kleidung / Dresscode

In Großstädten wie London ist der Dresscode sicherlich fast überall in der Business-Welt vereinheitlicht: Mann kleidet sich traditionell uniformiert konservativ. Anzüge in dunkleren Tönen (Grau, Blau, Braun, Schwarz), Krawatten (nicht zu auffällig) und dazu passende dunkle Schuhe. Das gleiche gilt für die Damenwelt, wobei die Damen sehr gerne und viel mehr als in Deutschland auch Kostüme oder konservative Kleider tragen.

Als Frau sollten Sie auf übertriebenes Schminken verzichten und auch auf das übermäßige Tragen von Schmuck verzichten. Das ist dem Privatleben oder offiziellen Feierlichkeiten überlassen. Nackte Beine oder Füße sind im Büro jedoch Tabu, das heißt Strumpf- oder Feinstrumpfhose und geschlossenes Schuhwerk.

Höflichkeit im Allgemeinen

Die Briten mögen aus unserer Sicht eine übertriebene Höflichkeitskultur haben. Sie werden jedoch in GB kaum ein böses Wort oder eine aufgebrachtes Gemüt treffen. Jedermann geht jederzeit stets höflich und respektvoll miteinander um.

Ab einer gewissen körperlichen Distanz (oder Nähe) grüßt man sich in GB mit einem Kopfnicken, Hut ziehen oder auch kurz verbal mit „Good morning, afternoon, evening, etc.“ oder simpel und einfach nur „Hi“ oder „Hello“, auch wenn man sich noch nie begegnet ist.

Auch entschuldigt man sich lieber zweimal, als dass man es einmal vergisst. Selbst wenn etwas nur den Eindruck eines möglichen Missgeschicks vermittelt oder man es selbst gar nicht verursacht hat, entschuldigt man sich. Und das wird auch von anderen erwartet.

Der Brite formuliert nie direkt, er verpackt Bitten, Fragen, Anweisungen, Ablehnungen, usw. in einen Sammelsurium von Höflichkeits- und Respektbezeugungen und benutzt sehr häufig den Konjunktiv und erwartet das auch von anderen. Anstelle von „Could you please…“ fragt man stattdessen „Would you mind, doing…“ oder „I was wondering if you could…“.

Auch werden Feststellungen stets mit einer Frage beendet, um die Bestätigung der anderen zu erhalten und um anderen die Möglichkeit zu geben, Bedenken zu äußern oder zu widersprechen. „This is an aspect, that we should investigate further, shouldn’t we?“ oder „What a lovely day today, isn’t it?“.

Muss etwas abgelehnt oder verneint werden, dann wird das nicht mit einem simplen „No.“ getan, sondern man sagt „I am afraid, this cannot…“ oder aber es wird lediglich erwähnt, was nicht abgelehnt wurde, wie zum Beispiel im Fall eines Selektionsprozesses.

Ein Widerspruch erfolgt in Form einer Frage wie zum Beispiel „Are you sure that we should proceed in this manner?“oder „Would you consider that it would possibly be better to…?“ Auch wenn Sie etwas ablehnen wird man Sie stets danach fragen, ob Sie das auch so meinen. Ein „No“ von Ihnen wird folglich immer ein „Are you sure…?“ nach sich ziehen.

Der Smalltalk

Der Smalltalk ist ebenfalls ein Instrument der Höflichkeit in der interkulturellen Kommunikation, der eine gute Atmosphäre aufbaut oder erhält. Konkrete Antworten auf die Fragen werden grundsätzlich nicht erwartet und man geht dabei auch nicht in Details. Treffen Sie jemanden auf der Straße, den Sie kennen, ist es unablässig diese Person zumindest mit „Good morning (etc.), how are you (today)?“ zu begrüßen.

Wenn Sie eine kurze Zeit in einer Gruppe von Menschen verbringen müssen, die Sie nicht kennen (Bushaltestelle, Bus, Bahn, usw.), dann spricht man über das Wetter, die neuesten Nachrichten oder was auch immer einem an Belanglosigkeiten einfällt.

Termine und Pünktlichkeit

Termine und Einladungen sollten frühzeitig bestätigt werden (Fax, E-Mail, Telefon), wenn offiziell dann ist eine schriftliche Bestätigung besser. In der Arbeitswelt sollten sie stets pünktlich sein. Privat hingegen erwartet man von Ihnen sogar das Einhalten des akademischen Viertels.

Bildnachweis: Horváth Botond / stock.adobe.com

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