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Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Pflichten der Arbeitgeber

Lesezeit: 2 Minuten Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall schützt Arbeitnehmer bis zu sechs Wochen vor finanziellen Ausfällen, wenn sie aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung arbeitsunfähig sind. So müssen sie nicht fürchten, plötzlich und unverschuldet ohne eine Existenzgrundlage dazustehen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall stellt damit ein zentrales Element im Rahmen der Arbeitnehmerrechte in Deutschland dar.

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Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Pflichten der Arbeitgeber

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Pflichten der Arbeitgeber

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Was genau ist unter der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu verstehen?

Unter der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist die Pflicht des Arbeitgebers zu verstehen, seinen gesetzlich versicherten Arbeitnehmern auch bei Arbeitsunfähigkeit ihr volles Gehalt weiterhin auszubezahlen. Vonseiten des Arbeitnehmers besteht der Anspruch über maximal 6 Wochen für jede neu eingetretene Erkrankung. Dieser gilt dabei aber nur dann, wenn der Arbeitnehmer ausschließlich aufgrund dieser Erkrankung oder Verletzung arbeitsunfähig ist und diese nicht selbst verschuldet hat. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist im Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) zu finden. Neben dem Gesetzgeber haben sich auch die einzelnen Krankenkassen intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und entsprechende Richtlinien formuliert. Beispiele hierfür liefern die Techniker Krankenkasse und die AOK.

Wer hat einen Anspruch auf die Entgeltfortzahlung?

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kann sowohl von Vollzeit- wie auch von Teilzeitkräften in Anspruch genommen werden. Aber auch Werkstudenten, Saisonarbeiter und Beschäftigte mit Minijobs genießen hierzulande diesen essenziellen Schutz. Nichtsdestotrotz gibt es eine Reihe an Kriterien, die erfüllt sein müssen:

  • Das Beschäftigungsverhältnis muss länger als vier Wochen andauern.
  • Dem Arbeitnehmer muss vom Arzt Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
  • Erkrankung oder Verletzung müssen vom Arbeitnehmer unverschuldet sein.
  • Die Erkrankung besteht während der normalen Arbeitszeit.

Wann ist eine Krankheit oder Verletzung unverschuldet?

Der Begriff „unverschuldet“ wird vom Gesetzgeber recht großzügig ausgelegt. Er geht daher stets von einer unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit aus, wenn nicht völlig klar ist, dass die Erkrankung bzw. Verletzung absichtlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Eine Arbeitsunfähigkeit gilt beispielsweise dann als selbstverschuldet, wenn die Verletzungen aus einem Autounfall resultieren, bei dem der Fahrer betrunken am Steuer saß. Aber auch weniger dramatische Fälle wie die heftigen Kopfschmerzen nach einer durchzechten Nacht werden als selbstverschuldet angesehen. Sollte der Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung verweigern, weil er eine Erkrankung oder Verletzung als selbstverschuldet betrachtet, kann eine Klärung vor dem Arbeitsgericht herbeigeführt werden.

Es gibt aber auch ein paar Ausnahmen, die einer unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit gleichgesetzt werden, obwohl sie vom Arbeitnehmer selbst ausgelöst bzw. initiiert wurden. Dazu zählen:

  • Entnahme von Gewebe oder Spenderorganen
  • Sportunfälle, die nicht grob fahrlässig verursacht wurden
  • Kuraufenthalte und andere Maßnahmen zur Rehabilitation
  • Rechtmäßige Sterilisation und Schwangerschaftsabbruch

Gerade bei Sportverletzungen ist es oftmals nicht eindeutig, ob sie verschuldet oder unverschuldet hervorgerufen wurde. Wer sich aufgrund des Fouls eines Mitspielers beim Fußballspielen verletzt, muss um seine Lohnfortzahlung nicht fürchten. Wer sich aber bei Skifahren ein Bein bricht, weil er abseits der markierten Pisten unterwegs war, hat seine Lage selbst verschuldet.

Was genau ist unter Arbeitsunfähigkeit zu verstehen?

Als arbeitsunfähig werden Arbeitnehmer angesehen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr dazu in der Lage sind, die Aufgaben ihres Berufes durchzuführen. Hinzu kommt, dass sich die Genesung durch die Arbeit verzögern oder die Verletzung oder Krankheit dadurch sogar noch verschlimmern würde. Ob tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, ist daher in nicht wenigen Fällen vom ausgeübten Beruf und den damit verbundenen Ansprüchen abhängig. Wer sich beispielsweise den Fuß verstaucht hat, kann einen normalen Bürojob weiterhin ausüben, nicht aber ein Dach decken. Weitere Informationen zur Arbeitsunfähigkeit finden sich hier.

Wie ist „während der normalen Arbeitszeit“ zu verstehen?

Die Krankheit muss dann bestehen, wenn der Arbeitnehmer normalerweise seinen Beruf ausüben würde. Zu den Zeiträumen, in denen eine Lohnfortzahlung besteht, zählen auch Gleittage, Urlaubstage, Geschäftsreisen sowie Wochenenden und Feiertagen, an denen er hätte arbeiten müssen. Nicht dazu gehören freie Wochenenden und Feiertage, arbeitsfreie Tage bei Beschäftigten in Teilzeit, Elternzeit sowie generell die Zeit nach Feierabend.

Bildnachweis: M. Schuppich / stock.adobe.com

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