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Karrierewunsch Detektiv: Was zeichnet einen guten Detektiv aus?

Lesezeit: 3 Minuten Der Beruf des Detektivs wird von den allermeisten gründlich missverstanden. Denn der Berührungspunkt, den viele mit dem Berufsbild haben – die Fernsehwelt – strotzt nur so von Klischees und einer falschen Beschreibung dessen, was einen Detektiv wirklich ausmacht. Grund genug an dieser Stelle für Klarheit zu sorgen und der Frage nachzugehen, was wirklich hinter dem Detektivberuf steckt.

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Karrierewunsch Detektiv: Was zeichnet einen guten Detektiv aus?

Karrierewunsch Detektiv: Was zeichnet einen guten Detektiv aus?

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Das braucht ein angehender Detektiv als Rüstzeug

Jedes Berufsbild fordert seine ganz spezielle Eignung. Fingerfertigkeit, Kreativität und die Gabe, mit Menschen umzugehen, zeichnen einen Friseur aus. Eine Kindergärtnerin muss mit den Kleinsten umzugehen wissen und braucht mächtig viel Geduld. Doch was muss ein Detektiv eigentlich an persönlicher Grundvoraussetzung mitbringen, um gut in seinem Job werden zu können?

Die Antwort könnte viele erstaunen, denn ein Detektiv braucht kein dominantes, auffallendes Erscheinungsbild, sondern sollte eher unauffällig sein. Er muss sehr genau beobachten können und einen Blick für Details haben. Ein großes Maß an geistiger Flexibilität ist nötig, um kombinieren zu können – mitunter auch, um das Beobachtete richtig deuten zu können. Kommen Charakterzüge hinzu, wie etwa Geduld, Kombinationsvermögen und Genauigkeit, ist die Chance groß, ein guter Detektiv zu werden. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft sind schulisch mitzubringen. Zudem ist zwingend körperliche Fitness erforderlich, um im Beruf erfolgreich zu sein.

Für den Start in die Ausbildung und die Ausübung des Berufs sind darüber hinaus ein Führungszeugnis, eine steuerliche Unbedenklichkeitserklärung und ein Sachkundenachweis vorzulegen. Auch werden die Volljährigkeit und ein Führerschein der Klasse B vorgeschrieben.

Wichtige Qualitätsmerkmale professioneller Detektive

Rechtlich geschützt ist die Berufsbezeichnung des Detektivs nicht. Das bedeutet auch, dass es mitunter schwer sein kann, einen gut ausgebildeten Profi von einem Laien zu unterscheiden – zumindest als Auftraggeber. Wer nach einem gut ausgebildeten Detektiv sucht, sollte darauf achten, dass die Detektei mit TÜV-zertifizierten Detektiven arbeitet und im besten Fall Mitglied im Bundesverband internationaler Detektive ist, wie beispielsweise die Detektive der Lentz-Gruppe, die unter anderem in Düsseldorf und deutschlandweit zahlreiche Betriebsstätten unterhalten.

Diese Ausbildungen sind für einen angehenden Detektiv möglich

Auch ohne hoch-offizielle, gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung gibt es eine Ausbildung zum „ZAD geprüften Privatermittler“, die mit einer IHK-Prüfung endet. Die Ausbildung, die insgesamt zwei Jahre dauert, erinnert an die bekannte duale Ausbildung mit Theorie- und Praxiseinheiten. Die Abschlussprüfung erfolgt schriftlich, praktisch und mündlich. Darüber hinaus muss eine umfangreiche Abschlussarbeit erstellt werden.

Die Prüfungsinhalte erlernen angehende Detektive im besten Fall direkt in der Praxis, während sie einem sogenannten Paten folgen, sowie durch den Besuch von speziellen Seminaren und Schulungen. Auch regelmäßige Weiterbildungen sind im Detektivgewerbe ebenso wichtig wie in anderen Bereichen. Grundlage des Berufsbildungsplanes für angehende Detektive ist das, was von den branchenrelevanten Berufsverbänden erarbeitet wurde. Führend in der Ausbildung ist die ZAD, die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe.

Die ZAD weist online drei Ausbildungsvarianten aus:

  1. den Intensiv-Kurs, der binnen zehn Monaten fit für die Prüfung macht
  2. den Kombi-Kurs, der 22 Monate dauert
  3. den Spezialkurs, der binnen sechs Monaten die Fähigkeiten vermittelt, die für eine Bewachungsfachkraft im Handel notwendig sind

Dieses Lernpensum steckt hinter den ZAD-zertifizierten Kursen

Beim Intensivkurs stehen in Summe 60 Themen auf dem Lehrplan, die auf etwa 2.800 informativen Seiten gebündelt werden. Der Intensivkurs ist als Fernlehrgang angelegt, für den wöchentlich mindestens neun Lernstunden aufzuwenden sind. Hinzu kommt ein Präsenzseminar. Auch bei der Kombiausbildung sind dieselben Inhalte zu erlernen. Allerdings steht für die Lerninhalte mehr Zeit zur Verfügung. Das Kursmodul wurde so konzipiert, um eine Hospitanz in einer Detektei zeitgleich zu ermöglichen. Das sorgt für die zeitnahe, direkte Umsetzung des Erlernten in der Praxis.

Gut gerüstet – für diese Praxiseinsätze

Die Ausbildungsmaßnahmen sind zwar nicht staatlich anerkannt, wohl aber genau darauf abgestimmt, um erfolgreich als Detektiv arbeiten zu können. So werden beispielsweise diese Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt:

  • Observation. Es gibt unterschiedliche Observationsarten, wie etwa den Observationskessel, das ABC-System, die Observationsglocke und die Reihenobservation, deren theoretische Grundlagen vermittelt und praktisch eingeübt werden. Dabei geht es um den Aufbau und die Durchführung einer Observation sowie das rechtlich einwandfreie Verhalten während einer Observation.
  • Ermittlungen. Um valide Informationen zu erhalten, muss recherchiert und ermittelt werden. Welche Anlaufstellen es für Detektive gibt und wie die Informationen legal (!) beschafft werden, um ggf. auch vor Gericht haltbar zu sein, fällt in den Themenbereich der Ermittlungen.

Rechte. Ein großer Teil der Ausbildung beschäftigt sich damit, angehenden Detektiven ein Wissen über diverse Rechte zu vermitteln. Die Liste der Rechte, die im Zuge einer Detektivausbildung gelernt werden müssen, erinnert ein Stück weit an ein Jura-Studium und doch bildet es die notwendige Grundlage, um rechtskonform agieren und recherchieren zu können. Besonders wichtig für Detektive im Einsatz ist die Wahrung der Persönlichkeitsrechte Dritter. Zudem liegen die Fallen meist im Detail, wie etwa beim Unterschied zwischen i.A. und i.V. zu sehen ist.

  • Praxis. Der Einsatz des Gelernten in der Praxis sowie praktische Kenntnisse sind im Detektivgewerbe besonders wichtig. Das bedeutet unter anderem, dass vermittelt wird, wie ein Detektiv sich möglichst unauffällig und sicher im Straßenverkehr verhält, wenn er observiert. Das bedeutet aber auch, dass ein Detektiv technische Hilfsgeräte, wie etwa ein Funkgerät oder eine Kamera sicher und richtig anzuwenden weiß.

Bildnachweis: stokkete / stock.adobe.com

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