Versicherung

Stellen Sie zu Ihrer Versicherung die richtigen Fragen!

geschrieben von Markus Köhler

Die Frage, ob Sie eine Versicherung abschließen sollten oder nicht, beantworten Ihnen zwei Experten. Der eine ist der Fachmann, der weiß, was die Versicherung Ihnen bietet. Der Andere sind Sie, wenn Sie (sich) die richtigen Fragen stellen.

Was der Begriff "Gefahr" Ihnen sagen sollte

Aus einem Versicherungslehrbuch: "Gefahren bedrohen die Sicherheit. Unter Gefahren versteht man die Möglichkeit des Eintritts von wirtschaftlichen Nachteilen." (Individualversicherung – Versicherungslehre 1, Hrsg.: Deutsche Versicherungsakademie GmbH, 5. Aufl., Karlsruhe 2002, S. 1)

Die Versicherung ist also in erster Linie immer Vorsorge. Fragen Sie daher immer nach dem Risiko. Risiko bezeichnet hier nicht die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Gefahr sich realisiert, sondern den Gegenstand, auf den die Versicherung sich bezieht – also den Fall, in dem die Versicherung leistet.

Beispielsweise ist dies in der Haftpflichtversicherung der Fall, dass Sie einen Schaden verursachen. In der Berufsunfähigkeit ist es der Fall, dass Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. In der Risikolebensversicherung ist es das vorzeitige Ableben des Versicherten, in der Rentenversicherung sein Erleben des Ablauftermins.

Wofür Sie die Versicherung abschließen

Denken Sie also immer daran, dass Sie eine Versicherung für einen bestimmten Fall abschließen, weil sie erst dann davon "profitieren", wenn dieser Fall Tatsache wird. Wenn Sie also überlegen, ob Sie eine Versicherung abschließen sollten, ist die zweite Frage also nicht, ob die Absicherung finanzierbar ist, sondern ob sie sinnvoll ist.

Fragen sie sich dabei immer nach dem größtmöglichen wirtschaftlichen Schaden, den Sie erleiden können, wenn Sie diese Versicherung nicht haben. Diese Frage setzt den Gegenstand der Versicherung in Verbindung mit Ihrem Leben und der Experte dafür sind Sie.

Beachten Sie aber zweierlei: Es gibt einerseits Schäden, die einmalig auftreten, aber dann verheerend sind (Berufsunfähigkeit, Tod des Versorgers der Familie, Haftpflicht für einen Personenschaden mit schweren gesundheitlichen Schäden), aber auch Schäden, die wiederholt auftreten können und so nicht nur als einmaliges Ereignis, sondern gerade durch die Häufung teuer werden können (etwa das Fenster, das einem missglückten Fußballfreistoß zum Opfer fällt).

Sie sind Experte für Ihren Nutzen

Da Sie sich immer für den schlimmsten Fall versichern, sollten Sie hier den größten realistischen Schaden einkalkulieren. Am Beispiel der oft genannten Glasversicherung wird dies deutlich. Vieles, das auch Teil der Leistung der Glasversicherung ist, kann auch von der normalen Hausratversicherung getragen werden. Wichtigster Vorteil ist aber, dass eigenes Verschulden (nicht Vorsatz) versichert ist.

Wie hoch ist also der Schaden, der entsteht, wenn Teile Ihres Glasbestandes, z. B. Türen oder ein Tisch (nicht das Bierglas) durch eigenes Verschulden zu Bruch gehen? Je höher also der Wert Ihres potentiell versicherten Glases, umso größer der mögliche Schaden und umso größer der Nutzen einer Glasversicherung.

Kalkulieren Sie also immer anhand Ihrer spezifischen Lebenssituation, was schlimmstenfalls passiert, wenn der versicherte Schaden eintritt und Sie die Versicherung nicht haben und wie wahrscheinlich es ist, dass der Schaden eintritt.

Beantworten Sie drei Fragen

Der Versicherer kann Ihnen seine Tarife nicht auf den Leib schneidern, wenn auch schon mancher "Vertriebler" Gegenteiliges behauptet hat. Lassen Sie sich im Beratungsgespräch die Versicherungsbedingungen erklären und anschließend aushändigen. Unter "Leistung" wird Ihnen der versicherte Schaden schwarz auf weiß definiert.

Fragen Sie also zunächst danach, worauf sich Ihre Versicherung bezieht, was Ihnen schlimmstenfalls droht, wenn Sie die Versicherung nicht haben und schließlich, ob die Abwendung dieses möglichen wirtschaftlichen Nachteils den kalkulierten wirtschaftlichen Nachteil der Beitragszahlung wert ist. Für existenzielle Nachteile (etwa Haftpflicht und Berufsunfähigkeit) sollten Sie jedoch immer vorsorgen.

Über Ihren Experten

Markus Köhler

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