Versicherung

Das sollten Sie zu Kranken-, Haftpflicht- und Lebensversicherung wissen

geschrieben von Burkhard Strack

Versicherungen gibt es viele. Welche ist aber wirklich notwendig und worauf müssen Sie achten? Viele Deutsche sind falsch versichert. Wer seine Policen und Anbieter aber klug auswählt, kann unnötigen Ärger vermeiden und zusätzlich eine Menge Geld sparen.

Lesen Sie daher in diesem Artikel, was Sie über Kranken-, Haftpflicht- und Lebensversicherungen wissen sollten.

Die Pflicht zur Krankenversicherung

Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben. Die Frage lautet deshalb nicht, ob, sondern wo man sich krankenversichern lässt. Doch was macht eine gute Krankenversicherung aus? In Deutschland haben Sie die Wahl zwischen mehr als 130 gesetzlichen und mehr als 40 privaten Versicherungen. Mehr als 90 Prozent der Deutschen sind gesetzlich bei einer Kasse versichert. Eine Privatversicherung kann nur dann abgeschlossen werden, wenn das Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Beide Formen – gesetzlich und privat versichert – bieten unterschiedliche Leistungen. Die Vor- und Nachteile der privaten Krankenversicherung muss man selbst abwägen.

Ob privat oder gesetzlich versichert – worauf müssen Sie achten, wenn Sie nach einer Versicherung suchen?

  • Seit der neuen Beitragsregelung lohnt es sich wieder, auf den Krankenkassenbeitrag zu schauen, den Sie monatlich zahlen müssen.
  • Die Grundleistungen sind bei allen Kassen gleich, aber bei den Mehrleistungen gibt es große Unterschiede. Je nachdem, welche Beschwerden Sie bereits haben oder was Ihnen wichtig erscheint, sollten Sie prüfen, ob die Kasse diese Leistungen ohne zusätzliche Kosten anbietet. Mehrleistungen können zum Beispiel Bonusprogramme, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen oder Haushaltshilfen sein.

Tipp: In einigen Fällen deckt die gesetzliche Krankenversicherung die Auslandsversicherung innerhalb Europas ab. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Haftpflichtversicherung ist unbedingt notwendig

Die private Haftpflichtversicherung (kurz PHV) ist freiwillig, zählt aber zu den essenziellen Versicherungen. Bereits eine kleine Unachtsamkeit im Alltag kann teuer werden und im schlimmsten Fall Ihren finanziellen Ruin bedeuten. Kommt beispielsweise eine Person durch Sie zu Schaden, sind die Arztkosten oft horrend. Wichtig ist also, dass diese dann von der Versicherung gezahlt werden. Zudem sorgen Sie mit der Versicherung dafür, dass die geschädigte Person die bestmögliche medizinische Versorgung erhält. Sie sichern mit der PHV also nicht nur sich, sondern auch die geschädigte Personen ab. Bevor Sie eine PHV abschließen, sollten Sie allerdings die möglichen Leistungen der Versicherung prüfen. Am wichtigsten sind:

  • Versicherungssumme: Sie sollte mindestens 5 Millionen Euro betragen.
  • Gefälligkeitsschäden: Einige Versicherer zahlen auch dann, wenn Sie einen Schaden aufgrund einer Gefälligkeit verursacht haben (zum Beispiel als Umzugshilfe).
  • Forderungsausfalldeckung: Sie stellt sicher, dass Sie finanziell versorgt sind, wenn Ihnen ein Schaden zugefügt wird, die andere Partei aber nicht zahlen kann. Die Forderungsausfalldeckung ist sehr wichtig, denn in Deutschland sind knapp 30 Prozent noch immer nicht haftpflichtversichert.

Tipp: Bei älteren Policen sollten Sie kontrollieren, ob das Leistungspaket noch den aktuellen Standards entspricht (Welche Leistungen sind enthalten? Wie hoch ist die Deckungssumme?).

Statistik: Struktur des Vertragsbestandes in der Lebensversicherung in Deutschland von 1990 bis 2015 nach der Versicherungsart | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Lebensversicherung – ja oder nein?

Die Lebensversicherung galt bis vor einigen Jahren als hervorragende Police. In letzter Zeit ist sie aber in Verruf geraten. Statistisch gesehen, hat vor allem die Kapitalversicherung an Kunden verloren. Früher galt die kapitalbildende Lebensversicherung als rentable Geldanlage, die vor allem für die Altersvorsorge genutzt wurde.

Heute erhalten Sie nur noch geringe Renditen von 0,4 Prozent und das zu starren Konditionen. Viele Lebensversicherungen werfen in den ersten 25 Jahren überhaupt keine Rendite ab. Experten raten derzeit fast jedem vom Abschluss einer Lebensversicherung ab. Es bleibt abzuwarten, ob die Versicherer in den kommenden Jahren umdenken und flexiblere Versicherungspakete ermöglichen werden.

Anders sieht es bei bestehenden Lebensversicherungen aus. Bevor Sie Ihre Lebensversicherung kündigen, sollten Sie sich gut dazu informieren. Die älteren Verträge haben in den meisten Fällen einen hohen Garantiezins festgeschrieben, was wiederum eine lohnenswerte Rendite bedeutet. Man sollte eine länger bestehende Police deshalb nur in Ausnahmefällen kündigen. Wenn Sie Ihre Lebensversicherungen trotzdem weggeben möchten, können Sie auch Alternativen nutzen. Möglichkeiten sind:

  • eine Beitragsbefreiung
  • Versicherung verkaufen
  • Versicherungssumme verringern

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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