Autoversicherung

Was den Rabattschutz vom Rabattretter unterscheidet

Was ist das eigentlich: Rabattschutz?
geschrieben von Burkhard Strack

Wer einen Unfall verursacht, muss üblicherweise im darauf folgenden Jahr mehr Prämie für seine Autoversicherung zahlen. Um das zu verhindern, gab es bislang so genannte „Rabattretter“. In neueren Tarifen wird nun mit einem „Rabattschutz“ geworben. Was ist das denn nun schon wieder?

Versicherungsjahre ohne Schäden werden in der Autoversicherung belohnt – der Kunde kommt in eine bessere Schadenfreiheitklasse (SF) und erhält damit einen Rabatt. Der Rabatt bezieht sich auf die Grundprämie, die 100 Prozent entspricht. Während Fahranfänger meist mit 230 Prozent starten, können Kunden, die langjährig schadensfrei gefahren sind, auf nur noch 25 oder 30 Prozent kommen.

Der Prämienvorteil ist dann erheblich. Er geht aber teilweise wieder verloren, wenn ein Autofahrer einen Schaden meldet. Je nach Tarifbedingungen des jeweiligen Autoversicherers kann sich bei einem Schaden ein Kunde von 30 Prozent auf 60 Prozent verschlechtern. Das bedeutet somit eine Verdoppelung der Prämie. Bei einer Pechserie mit drei Unfällen im Jahr droht sogar eine erhöhte Prämie von bis zu 140 Prozent.

Der Rabattretter

Zahlreiche Autoversicherer locken damit, der Kunde hätte einen Bumms frei, und zwar durch einen Rabattretter. Passiert etwas, wird zwar der Vertrag in eine schlechtere SF-Klasse gestuft (damit wird die nächste Besserstufung verzögert), der Prozentsatz und damit die Prämie bleiben indes unverändert.

Die Nachteile beim Rabattretter: Angeboten werden sie meist nur jenen Kunden, die schon sehr lange schadensfrei sind. Außerdem gibt es pro Jahr in der Regel nur einen Freischuss, bei mehreren Schäden in einem Jahr wird es trotzdem teurer.

Der Rabattschutz

Dieser wird wie eine Art Versicherung für den Rabatt gesehen, meist gegen Prämien-Aufschlag von etwa 15 Prozent. Dafür sollen dann, je nach Gesellschaft, bis zu drei Schäden in einem Jahr folgenlos bleiben.

Ob sich das lohnt, hängt ganz wesentlich davon ab, ob der Autofahrer tatsächlich einen Schaden melden muss (der durchschnittliche Autofahrer tut das nur alle 12 Jahre). Der Mehraufwand sollte einer möglichen Ersparnis gegenüber gestellt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, wie teuer der Anbieter insgesamt im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. Sonst zahlt der Kunde für den Vorteil nicht nur mit dem Aufschlag, sondern zudem mit einer unnötig hohen Grundprämie. Die Prämienunterschiede bei Kfz-Versicherungen sind jedenfalls erheblich.

Ein Blick sollte noch dem Kleingedruckten gelten: Bis zu drei Schäden im Jahr ohne Rückstufung garantiert zu bekommen, klingt gut – das nützt aber möglicherweise wenig, wenn der Versicherer nach ein oder zwei Schäden kündigen kann. Beim Wechsel zu einem anderen Versicherer ist der Rabattschutz nichts mehr wert. Als Alternative kommt generell in Betracht, im Fall des Falles die Schadenzahlung dem Versicherer zu erstatten und damit generell eine Rückstufung zu vermeiden.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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