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Faktoren für ein gutes Leben im Alter

geschrieben von Burkhard Strack

Die Lebenserwartung steigt und unsere lange gebräuchlichen Begriffe des Alters und des Alterns passen nicht mehr. Viele genießen die Zeit nach dem Ruhestand, sind aktiv, pflegen ihre Hobbys und haben ein großes Netz sozialer Kontakte. Das hat auch die Wissenschaft erkannt und definiert den Begriff des Alterns gerade neu. Was gehört heute zu einem guten Altern, zu einem guten Leben dazu?

Lesen Sie hier, wie Langlebigkeit und Glück zusammenpassen.

Alt sind wir erst ab 74

„Alt“ werden wir immer später. Das Forschungsinstitut International Institute for Applied Sciences (IIASA) in Wien stellt fest, dass man heute erst Menschen ab einem Alter von 74 Jahren als alt bezeichnen kann. Die IIASA-Forscher gehen von einer interessanten Überlegung aus: Was, wenn man nicht die gelebte Zeit, sondern die noch verbleibende Zeit berücksichtigt, um das Alter zu definieren? Unsere Lebenserwartung steigt, im Jahr 2040 wird sie 90 Jahre erreichen.

Besonders erfreulich ist dabei, dass auch die Zahl der gesunden Jahre steigt, die die Menschen heute nach dem Eintritt in den Ruhestand erwarten.

Daher ist das zunehmende Alter auch weniger Anlass zur Sorge, sondern zuallererst eine große Chance, wie ein Artikel zeigt, den der Versicherungskonzern Swiss Life auf seiner Facebook-Seite vorstellt. Tatsächlich haben wir konkrete Vorstellungen, wie die gewonnenen Lebensjahre aussehen sollen, damit die Lebensqualität hoch bleibt. Eine Umfrage der Economist Intelligence Unit für Swiss Life ermittelte die wichtigsten Faktoren.

Faktoren für ein gutes Leben im Alter

Gesundheit sehen die Befragten in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz als wichtigstes Gut für ein wünschenswertes Leben. Die nächste Priorität ist das Konzept der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. 91 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen die Unabhängigkeit sehr wichtig sei – und das in vielen Bereichen. In Deutschland nennen die älteren Befragten über 65 Jahren die geistige Gesundheit, gefolgt von der Kontrolle über die wirtschaftlichen Ressourcen.

Interessanterweise schätzen Ältere die finanzielle Unabhängigkeit wichtiger ein als jüngere Befragte. Weitere wichtige Bereiche für die gewünschte Autonomie im Alter sind zwischenmenschliche Beziehungen, Zugang zu geeignetem Wohnraum sowie Teilnahme an Bildung und Information.

Aktiv altern

Soweit die Wunschvorstellung. Wie sieht es aber mit dem Wohlbefinden der Älteren im Alltag tatsächlich aus? Gelingt der älteren Generation das selbstbestimmte Leben, können sie die zusätzlichen Jahre genießen? Altersforscher gehen heute von einem neuen Bild des Alterns aus. Alan Walker, Professor für Sozialpolitik und Sozialgerontologie an der Universität Sheffield, spricht davon, dass Menschen heute „aktiv altern“. Sie tun etwas für die Gesundheit und ihre sozialen Bindungen, finden Erfüllung in Arbeit und Hobbys.

Diese Einstellung können Regierungen fördern, aber vor allem können der Einzelne und die Einzelne dazu beitragen, nach dem Ruhestand neue Perspektiven zu entwickeln und das Alter aktiv zu genießen.

Die Paradoxie des Glücks

Viele setzen die längere Lebensdauer in glückliche Jahre um. Die Lebenszufriedenheit erreicht einen Höhepunkt im mittleren Erwachsenenalter. Sie erhält einen Dämpfer, wenn die Menschen etwa fünfzig Jahre alt sind – um dann wieder anzusteigen. Dann bleibt das Glück bis zum Lebensende treu, selbst wenn die Gesundheit nachlässt und das Einkommen sinkt. Forscher nennen dies die Paradoxie des Glücks – gute Aussichten für ein gelungenes Alter.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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