Smalltalk

Olympia-Smalltalk über Amateure und Preisgelder

geschrieben von Ralf Höller

Olympische Spiele finden nur alle vier Jahre statt. Klar, dass Sie an diesem Thema im Smalltalk nicht vorbeikommen. Besonders spannend wird es, wenn Sie auf den Amateurstatus zu sprechen kommen. Dabeisein ist bei Olympia nicht alles. Das war es freilich noch nie. Selbst in der Antike nicht.

Beginnen Sie den Olympia-Smalltalk mit einem Zitat

"Olympische Spiele sind eine wundervolle Gelegenheit, Zwietracht unter Nationen zu stiften. Auch unter solchen, die sonst keine Reibungsflächen haben." Das meinte der irische Spötter und Dramatiker George Bernard Shaw,

Zwietracht? Bei Olympia herrscht Eintracht! Ihr Smalltalk-Gegenüber könnte Ihnen jetzt entgegenschleudern: Die Jugend der Welt ist gerufen, sich für den Frieden einzusetzen. Durch faires Verhalten soll sie im Wettkampf ein gutes Vorbild abgeben. Einigen Sie sich darauf, dass die positiven Schlagzeilen vor allem das durch zahlreiche Skandale gebeutelte Internationale Olympische Komitee gebrauchen kann.

Leuchten Sie im Smalltalk den Leistungsaspekt aus

Das olympische Motto lautet höher – schneller – weiter! Doch nicht nur der Leistungsgedanke zählt bei Olympia. Für die sympathischen Effekte sind die Athleten aus sportlich weniger profilierten Ländern zuständig. Diese üben ihren Sport noch als reine Amateure aus. Ihnen ist das olympische Ideal heilig: Dabeisein ist alles.

Sieht Ihr Smalltalk-Gesprächspartner das auch so? Oder grämt er sich an der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports und der Spiele? Dann kann er sich mit einem Vergleich trösten. Früher war nämlich längst nicht alles besser.

Gehen Sie im Olympia-Smalltalk zurück in die Antike

Lupenrein war der Amateurstatus bereits in der Antike nicht mehr. Zwar gab es bei den Olympiaden im alten Griechenland noch keine Preisgelder. Dennoch wussten die Sieger ihren Ruhm trefflich zu vergolden. So bekam im sechsten vorchristlichen Jahrhundert jeder aus Athen stammende Olympiasieger 500 Drachmen ausgezahlt.

Die wären heute vermutlich nicht viel wert, würde Ihr Smalltalk-Gegenüber zu Recht einwenden. Damals freilich war die Sache anders: Für 500 Drachmen konnte man sich 500 Schafe kaufen. Außerdem bedeutete ein Olympiasieg die Eintrittskarte in die Armee: Selbstverständlich nicht als einfacher Soldat. Sondern als gut besoldeter Offizier!

Über Ihren Experten

Ralf Höller

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