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Warum ein Treuhandkonto die schlechtere Alternative zum offenen Fremdgeldkonto ist

geschrieben von Dr. Tobias Mahlstedt

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft geht es immer um viel Geld. Die monatlichen Hausgelder werden eingezogen und Rücklagen oder Sonderumlagen gebildet. Die Verwaltung dieser Gelder obliegt in der Regel Ihrem Verwalter. Doch wissen Sie, wie er mit Ihrem Geld umgeht und ob er es auf einem sicheren Konto angelegt hat?

Viele Verwalter haben das Geld der Gemeinschaft auf sogenannten Treuhandkonten angelegt. Was sich für den Laien vielleicht ganz gut anhört, birgt de facto Gefahren in sich. Diese resultieren daraus, dass der Verwalter Kontoinhaber ist.

Die Folge:

  • Hat Ihr Verwalter Schulden, können seine Gläubiger das Treuhandkonto pfänden.
  • Bei Insolvenz Ihres Verwalters fällt das Geld auf dem Treuhandkonto erst einmal in die Insolvenzmasse des Schuldners.
  • Beim Tod des Verwalters muss die Freigabe des Kontos per Gerichtsverfahren erwirkt werden. Das kostet Zeit und Geld.
  • Bei jedem Verwalterwechsel müssen auch alle Konten gewechselt werden.
  • Treuhandkonten sind schwer zu kontrollieren und verlocken damit eher zu illegalem Umgang mit dem gemeinschaftlichen Geld.

Mehr Sicherheit durch Fremdgeldkonto

Viel besser ist es, wenn Sie das Geld Ihrer Gemeinschaft auf einem offenen Fremdgeldkonto anlegen. Bei diesem ist die Gemeinschaft Inhaber des Kontos und der Verwalter wirtschaftlicher Bevollmächtigter. Bei dieser Art von Konto ist das Geld dem Zugriff eventueller Gläubiger Ihres Verwalters entzogen. Außerdem verhindern Sie durch ein solches Konto, dass Ihr Verwalter Ihr Geld entweder mit seinem eigenen Geld oder den Geldern anderer Gemeinschaften vermischt.

Auch bei einem offenen Fremdgeldkonto ist es zwecks Verhinderung des Missbrauchs der gemeinschaftlichen Gelder erforderlich, dass Sie und Ihre Gemeinschaft Ihrem Verwalter auf die Finger schauen. Beschließen Sie frei nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" folgende Schutzmaßnahmen:

  • Die Bank wird verpflichtet, alle Kontoauszüge sowohl an den Verwalter als auch an den Beirat zu schicken. Hierdurch erhält der Beirat einen regelmäßigen Überblick über die Verwendung der gemeinschaftlichen Gelder.
  • Ein Mitglied des Verwaltungsbeirats erhält das Recht zur jederzeitigen Einsichtnahme in alle Konten der Gemeinschaft. Das erlaubt eine jederzeitige Einsicht in die Kontobewegungen und offenbart frühzeitig eine missbräuchliche Verwendung von Geldern.
  • Ihr Verwalter benötigt für finanzielle Transaktionen ab einer bestimmten Höhe die Zustimmung eines Mitglieds des Verwaltungsbeirats. Auch dies schützt effektiv vor Missbrauch.

Fazit:

Ein offenes Fremdgeldkonto schützt das gemeinschaftliche Vermögen. Ein solches Konto erlaubt es Ihrer Gemeinschaft, Ihrem Verwalter auf die Finger zu schauen und das Risiko von Veruntreuung zu verringern. Nutzen Sie diese Chance für sich.

Über Ihren Experten

Dr. Tobias Mahlstedt

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