Mieten & Vermieten

Neuvermietung: Mietinteressent muss ein Insolvenzverfahren offenbaren

geschrieben von Dr. Tobias Mahlstedt

Die Neuvermietung ist für Sie als Vermieter eine heikle Situation. Getreu dem Motto „Prüfe, wer sich bindet“ müssen Sie sich den potentiellen Mieter genau ansehen und in Erfahrung bringen, ob er später die Miete regelmäßig und auch vollständig zahlen wird bzw. zahlen kann.

Ein Mittel bei Neuvermietung ist die Selbstauskunft, wobei Sie den potenziellen Mieter unter anderem danach befragen, ob er über ein regelmäßiges Einkommen verfügt und ob er in der Vergangenheit seinem früheren Vermieter die Miete stets vereinbarungsgemäß gezahlt hat.

Mietinteressent muss ungefragt Auskunft über Insolvenzverfahren geben
Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass der Mieter zu seiner Zahlungsfähigkeit sogar von sich aus, also ungefragt, Auskunft geben muss. In dem zu Grunde liegenden Fall hatte ein Interessent für die Neuvermietung wohlweislich verschwiegen, dass ihm sein bisheriger Vermieter wegen hoher Zahlungsrückstände gekündigt hatte.

Schlimmer noch: Gegen den Wohnungsbewerber war bereits das Privatinsolvenzverfahren eröffnet worden. Hierfür hatten die Richter in Bonn kein Verständnis. Sie entschieden, dass der Vermieter den Vertrag rückgängig machen durfte, da er vom Mieter arglistig getäuscht wurde. (LG Bonn, Az 6 T 312/05)

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