Immobilienrecht

Wohnanlage: Neue Rollladengurte muss die WEG bezahlen

geschrieben von Burkhard Strack

Wer trägt in einer Wohnanlage die Kosten, wenn alte Rollladengurte durch neue ausgetauscht werden müssen – der einzelne Wohnungseigentümer oder die Eigentümergemeinschaft (WEG)? Das Amtsgericht Würzburg entschied: Das ist Sache der WEG (Urteil v. 22.01.2015, Az. 30 C 1212/14).

Keine Regelung in Teilungserklärung

In der Teilungserklärung einer Wohnanlage war in Sachen Rollläden nichts geregelt. Somit war auch nicht klar, ob die Rollläden mit zugehörigen Gurten im Sonder- oder im Gemeinschaftseigentum stehen. In der betreffenden WEG tauchten nun die Gurte für Außenrollos mit 105 € in der Jahresabrechnung auf. Darüber ärgerte sich ein WEG-Mitglied, das der Meinung war, jeder Eigentümer müsse selbst für den Austausch der Rollladengurte in seiner Wohnung aufkommen. Seine Klage gegen den WEG-Beschluss, mit dem die Jahresabrechnung genehmigt wurde, hatte aber keinen Erfolg.

Trennung von Rollläden und Gurten ergibt keinen Sinn

Das Gericht stellte klar: Wenn die Teilungserklärung nichts zum Thema Rollläden regle, stünden diese im Gemeinschaftseigentum. Und da es nicht sinnvoll sei, Rollläden und zugehörige Gurte gesondert zu betrachten, gelte das auch für die Gurte.

Fazit: Die Kosten für den Ersatz gerissener oder defekter Gurte muss die gesamte WEG zahlen und nicht nur der Eigentümer, in dessen Wohnung sie ausgetauscht wurden.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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