Immobilienrecht

Versicherung zahlt für Schäden? Dann ist die Rechnung nicht absetzbar

geschrieben von experto.de

Haushaltsnahe Handwerkerleistungen helfen Hausbesitzern, Steuern zu sparen. Denn absetzbar sind die reinen Arbeitskosten: 20 % davon werden von der Steuersumme abgezogen bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 €. Was aber gilt, wenn eine Versicherung die Kosten für den Handwerker übernommen hat? Das Finanzgericht Münster entschied: Dann sind diese nicht als „haushaltsnahe Handwerkerleistungen“ absetzbar (Urteil v. 06.04.2016, Az. 13 K 136/15).

Wasserschaden verursachte Kosten in Höhe von 3.224 €

Im zitierten Fall ging es um einen Wasserschaden, dessen Beseitigung 3.224 € kostete. Die Versicherung übernahm die Kosten zu 100 %. Gleichwohl trug die betroffene Hauseigentümerin die Kosten als „haushaltsnahe Handwerkerleistung“ in die Steuererklärung ein. Das Finanzamt lehnte ab, und zum gleichen Ergebnis kam auch das daraufhin angerufene Finanzgericht.

Versicherungsprämien sind keine Sparleistung

Die Argumentation der Klägerin blieb erfolglos. Sie vertrat die Ansicht, mit ihren regelmäßigen Prämien zur Gebäudeversicherung die Versicherungsleistung ja quasi „angespart“ zu haben. Deshalb sah sie nicht ein, warum die Handwerkerrechnung nicht absetzbar sein sollte. Die Richter urteilten anders: Durch die Versicherungsleistung stellten die Handwerkerrechnungen keine wirtschaftliche Belastung für sie dar. Deshalb seien sie auch nicht absetzbar.

Was bei Vermietern gilt

Für Vermieter gelten andere Regeln: Die Handwerkerleistungen sind absetzbar, und zwar mit Material- und Arbeitskosten. Dafür müssen Sie in der Anlage V aber auch die Versicherungsleistung als Einnahme erfassen. Alles in allem ist also auch das ein Nullsummenspiel.

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