Immobilie als Anlage

Was ist eigentlich Bausparen und lohnt sich das noch für Sie?

geschrieben von Judith Schmied

Der Grundgedanke ist uralt – aber was ist Bausparen eigentlich? Was steckt ursprünglich dahinter und lohnt es sich heute in Deutschland für Sie, einen Bausparvertrag abzuschließen? Wir klären Sie auf.

Was ist der Ursprung vom Bausparen?

Der Grundgedanke, der dem Bausparsystem zugrunde liegt, wurde bereits um 200 v. Chr. in China verwirklicht. Während der Han-Dynastie wurden gemeinnützige Spargesellschaften auf Gegenseitigkeit gegründet. Das ursprüngliche Prinzip ist ganz einfach. Braucht man eine bestimmte Summe, um z. B. eine Wohnung zu kaufen und spart jedes Jahr ein Zehntel der Summe, dann braucht man 10 Jahre, bis man sich den Traum verwirklichen kann.

Tun sich aber 10 Sparer zusammen und legen jedes Jahr ein zehntel zurück, kann der erste Sparer schon nach einem Jahr seine Wohnung kaufen. Wer ist aber nun der erste? Damals hat das Los bestimmt. Selbst derjenige, der am meisten Pech hatte, war nicht schlechter dran, als wenn er allein gespart hätte.

Erste Bausparkassen in Deutschland

Die erste Bausparkasse entstand 1775 in Großbritannien, in Deutschland gründete Pastor von Bodelschwingh in Bielefeld die erste deutsche Bausparkasse, die "Bausparkasse für Jedermann". Inzwischen sind es große Gemeinschaften, es muss nicht mehr ein bestimmter Betrag gespart werden, und es wird auch nicht mehr durch Los ermittelt, wer das Geld bekommt.

Inzwischen bestimmen kompliziertere Rechenprogramme, wann ein Bausparvertrag in die Zuteilung kommt. Wichtig ist dabei die Zeit, die man spart und wie schnell man das Geld einzahlt. Die schnellstmögliche Zuteilung ist erreicht, wenn man sofort das Mindestguthaben – 30-50% der Bausparsumme einzahlt.

Das ursprüngliche Ziel beim Bausparen ist, Geld anzusparen, um in absehbarer Zeit dieses Geld und ein weiteres Darlehen mit bei Vertragsabschluss feststehenden Bedingungen zu bekommen, um sich dann eine Immobilie zu kaufen oder zu renovieren.

Lohnt sich für Sie Bausparen als Geldanlage?

In den letzten Jahren wurde Bausparen häufig eher als reine Geldanlage genutzt, da die Bankzinsen immer niedriger wurden und ältere Bausparverträge höhere Zinsen verlangten, als die Bank. Dafür war der Guthabenszinssatz plötzlich höher als für andere Geldanlagen, da der einmal abgeschlossene Vertrag auch für die Zukunft Bestand hatte.

Da auch der Staat Zulagen zahlt, kann die Rendite eines Bausparvertrages alle anderen festen Geldanlagen toppen.

Zurzeit gibt es auf 480 € im Jahr, die der Arbeitgeber als vermögenswirksame Leistungen auf einen Bausparvertrag einzahlt, eine Prämie (Arbeitnehmersparzulage) von 9,9 %, allerdings nur bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 17.900 Euro bei Ledigen und 35.800 Euro bei Verheirateten.

Auch die Wohnungsbauprämie gibt es immer noch. Je Kalenderjahr werden jedoch maximal Einzahlungen in Höhe von 512 € (Einzelperson) bzw. 1024 € (Ehepaar) bezuschusst, sodass die jährliche Höchstprämie bei 45,06 € bzw. 90,11 € liegt. Seit 1.1.2009 muss das ersparte Geld allerdings für wohnwirtschaftliche Zwecke genützt werden, sonst muss die Wohnungsbauprämie zurückgezahlt werden. Ausnahmen gibt es allerdings.

    • Der Bausparer hat bei Vertragsabschluss noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet und verfügt frühestens sieben Jahre nach Vertragsabschluss über die Bausparsumme. Aber das geht nur einmal!
    • Der Bausparer oder sein von ihm nicht dauernd getrennt lebender Ehegatte ist nach Vertragsabschluss gestorben oder erwerbsunfähig geworden.
    • Der Bausparer ist nach Vertragsabschluss arbeitslos geworden, die Arbeitslosigkeit hat mindestens ein Jahr lang ununterbrochen bestanden und besteht dann, wenn man über den Bausparvertrag verfügt, immer noch.

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      Judith Schmied

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