Immobilie als Anlage

Bausparen: Ein Vergleich lohnt sich

geschrieben von Judith Schmied

Die Deutschen sind ein Volk von Bausparern – und das meistens über den Vertreter einer Bausparkasse oder über die Hausbank. Als Kunde wird man dort gerne angesprochen, doch auch einen Bausparvertrag abzuschließen und es werden einem die verschiedenen Tarife der Bausparkasse vorgestellt. Einen Vergleich der Tarife der Bausparkassen untereinander kann sich für Sie lohnen.

Der Bauspar- oder Bankvertreter nimmt oft gleich den Antrag und schließt den Standardtarif ab, manchmal wird auch vorher geklärt, was der Sparer mit dem Bausparvertrag vorhat:

Wählen können Sie meist zwischen:

  • Finanzierungstarif: Es geht um das zinsgünstige Darlehen, das irgendwann einmal benötigt wird. Der Guthabenszins ist niedrig, dafür ist ein günstiger Darlehenszins garantiert.
  • Spartarif: Nach einer Laufzeit von meist 7 Jahren und Darlehensverzicht wird ein Zinsbonus gewährt – wodurch ein attraktiver Guthabenszins erreicht wird. Auch hier kann theoretisch auf das Darlehen zurückgegriffen werden – der Zins ist hier meist nicht interessant.
  • Der flexible Tarif: es ist ein Wechsel möglich zwischen Finanzierungs- oder Spartarif.

Eigentlich ist das ausreichend, deshalb vergleicht auch kaum jemand die Tarife der Bausparkassen untereinander. Das kann einen Verlust im vierstelligen Bereich bedeuten, da Bausparen nicht gleich Bausparen ist.

Worauf sollte geachtet werden?

Als Erstes sollten Sie sich klarmachen, wofür der Bausparvertrag genützt werden soll.

  • Geht es nur um Anlage, z. B der vermögenswirksamen Leistungen, und Sie wollen die höchstmögliche Rendite haben?
  • Brauchen Sie das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt?
  • Brauchen Sie ein Darlehen, und wann brauchen Sie es?
  • Wie hoch darf die Rückzahlrate sein, wenn man das Darlehen abruft – ein Bausparvertrag muss relativ schnell zurückgezahlt werden.
  • Oder wissen Sie noch nicht genau, ob Sie ein Darlehen brauchen?

Ist das geklärt, sollten Bausparverträge verschiedener Bausparkassen verglichen werden.     

Spartarife gibt es

  • mit Zinssätzen bis zu 4% (wenn auch vermutlich nicht mehr lange),
  • teilweise mit Rückzahlung der Abschlussgebühr,
  • mit 1 oder 1,6% Abschlussgebühr,
  • mit verschieden hohen Kontoführungsgebühren,
  • mit garantierten Zinsen und mit Zinsen, die von der Umlaufrendite abhängig sind.

Finanzierungstarife gibt es

  • mit Mindestguthaben ab 25% (das Geld, das eingezahlt werden muss, bis man ein Darlehen bekommt), das heißt, man bekommt für wenig angespartes Geld ein hohes Darlehen;
  • mit Darlehenszinsen ab 1% (je niedriger der Zins, desto schneller muss man das Darlehn zurückzahlen!). Deshalb ist meist nicht der Vertrag mit dem niedrigsten Zinssatz die sinnvollste Alternative;
  • mit schnellerer oder langsamerer Zuteilung.

Auch die flexiblen Tarife sollten Sie gut vergleichen.

Wenn Sie also wissen, was Sie wollen, holen Sie sich entweder Berechnungen von verschiedenen Bausparkassen, oder Sie gehen zu einem Bausparmakler, der das für Sie erledigt. Verschiedene Seiten im Internet bieten ebenfalls erste Vergleiche, und wenn es sich um Standard handelt (7 Jahre sparen und dann braucht man das Geld) ist das meist ausreichend. Für Bausparverträge, die z. B. einer Finanzierung unterlegen, sollte genauer nachgerechnet werden.

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Judith Schmied

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