Krankheiten

Tinnitus – so werden Sie Ihre Ohrgeräusche los!

geschrieben von Edmunda von Roit

Die Behandlung von Tinnitus ist nicht einfach, denn es gibt eine Vielzahl von Ursachen. Ist der Grund für die Ohrgeräusche gefunden, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Das Ziel der Therapie ist, Sie von Ihrem Tinnitus vollständig zu befreien. Dies gelingt am besten, wenn die Behandlung so früh wie möglich einsetzt. Was können Sie tun?

Viele Präparate zur Tinnitusbehandlung sind wirkungslos!

Wenn Sie an Tinnitus leiden, wird diese Aussage vermutlich ein Schock für Sie sein. Doch meine Behauptung basiert auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Da die Ohrgeräusche die Betroffenen stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigen können, möchten die Patienten den Tinnitus so schnell wie möglich wieder los sein, egal was es kostet.

Es gibt eine Vielzahl von Herstellern so genannter Wundermittel gegen Tinnitus, die nur ihren finanziellen Vorteil sehen und nicht das Wohl der Patienten. Deshalb sind so viele unwirksame Mittel gegen die Ohrgeräusche auf dem Markt. Die Hersteller versprechen den Patienten durch die Einnahme dieser Präparate schnelle Heilung, die sich in vielen Fällen jedoch nicht einstellt. 

Beachten Sie bitte: Je früher mit der Behandlung begonnen werden kann, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Sie möchten doch sicher, dass Ihr Tinnitus so schnell wie möglich verschwindet und auch nie mehr wieder kommt!?

Lesen Sie dazu meine Checkliste Tinnitus. Sie kann Ihnen bei der Ursachenforschung Ihrer Ohrgeräusche helfen und Ihrem Arzt wertvolle Informationen liefern.

Welche wirksamen Arzneimittel werden gegen Tinnitus eingesetzt?

A) Medikamente, die die Durchblutung des Innenohrs verbessern
Als Plasmaexpander werden Infusionslösungen bezeichnet, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Zu diesen Wirkstoffen gehören Dextrane und HAES (Hydroxyethylstärke). Diese Arzneimittel wirken blutverdünnend und sorgen dadurch für eine Mehrdurchblutung des Innenohrs. Das Ohr kann wieder besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und die Ohrgeräusche können verschwinden.

Neben den Plasmaexpandern werden meist noch andere durchblutungsfördernde Medikamente gegen Tinnitus eingesetzt. Die bekanntesten Wirkstoffe sind das Pentoxifyllin und Naftidrofuryl. Diese Substanzen wirken erweiternd auf die Gefäße. Sie werden meist in Kombination mit den Plasmaexpandern eingesetzt.

A) Ginkgo biloba fördert auf natürliche Weise die Durchblutung im Innenohr
Extrakte aus den Blättern des Ginkgobaums haben sich bei der Behandlung des Tinnitus bewährt. Sie wirken vor allem dann, wenn die Gründe für die Ohrgeräusche auf eine Mangeldurchblutung des Innenohrs zurückzuführen sind. Ginkgoextrakt verbessert die Fließeigenschaft des Blutes.

Bitte beachten Sie: Neue wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass Ginkgoextrakte nur wirksam sind, wenn sie in einer entsprechend hohen Dosierung eingenommen werden. Sie sollten pro Tag 240 Milligramm Ginkgoextrakt einnehmen, verteilt auf ein bis zwei Gaben. Nehmen Sie somit einmal täglich 240 Milligramm oder 2 x täglich 120 Milligramm Ginkgoextrakt gegen Ihre Ohrgeräusche ein.

Ein Tee aus Ginkgoblättern ist gegen Tinnitus unwirksam, zudem kann er Ihren Magen reizen.

B) Glucocorticoide
Wenn Ihre Ohrgeräusche auf eine entzündliche Erkrankung des Ohres zurück zu führen sind, kann Ihr Arzt Ihnen kurzfristig Glucocorticoide, dazu gehören Prednisolon oder Dexamethason als Infusion verabreichen. Die Wirkstoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung.

C) Beruhigungsmittel
Viele Ohrgeräusche sind stressbedingt. Neben der durchblutungsfördernden Therapie können Ihnen pflanzliche Beruhigungsmittel wie Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionskraut und Johanniskraut gegen Ihre Ohrgeräusche unterstützend helfen.

Tinnitus Behandlung ohne Medikamente

A) Akuter Tinnitus kann mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden
Die hyperbare Sauerstofftherapie gegen Tinnitus wird in Druckkammern durchgeführt. Dabei findet eine Erhöhung des Luftaußendrucks statt. Dadurch wird erreicht, dass die Blutkörperchen mehr Sauerstoff transportieren. Das Innenohr wird mit mehr Sauerstoff versorgt und die Ohrgeräusche können sich bessern oder verschwinden. Allerdings sind die Erfolgsaussichten bei chronischem Tinnitus nur noch gering.

B) Tinnitus-Retrainig-Therapie (TRT)
Wenn Sie an Tinnitus leiden, entsteht das Tonsignal eigentlich nicht im Ohr, sondern im Gehirn. Die quälenden Töne werden von Ihnen als bedrohlich bewertet. Ziel der Tinnitus-Retrainig-Therapie ist, durch ein Rauschen den Tinnitus zu überdecken, damit dadurch eine Gewöhnung an das Tonsignal des Tinnitus stattfindet. Allerdings tritt bei dieser Behandlung keine Heilung, sondern lediglich eine Gewöhnung an die Ohrgeräusche auf. Dies mag bei chronischem Tinnitus sinnvoll sein, bei dem die anderen Behandlungen keinen Erfolg gebracht haben.

Bitte beachten Sie: Je früher die Behandlung gegen Tinnitus einsetzt, desto größer sind die Chancen, dass Ihre Ohrgeräusche ganz verschwinden. Zögern Sie deshalb nicht, suchen Sie so bald wie möglich einen Arzt auf.

Über Ihren Experten

Edmunda von Roit

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