Frauen-Gesundheit

Was tun bei trockener Scheide?

geschrieben von Brigitte van Hattem

Es ist ein sensibles Thema, denn über den Intimbereich spricht keiner gern. Doch jede fünfte Frau klagt über Scheidentrockenheit. Hauptsächlich betroffen sind Frauen in und nach der Menopause. Frauen mit einer trockenen Scheide kann geholfen werden.

"Manchmal verursacht eine Infektion die Beschwerden", erklärt Dr. Ingeborg Reckel-Botzem, Frauenärztin aus Hainburg. "Am häufigsten sind jedoch Frauen in oder nach der Menopause betroffen. Denn da lässt die Östrogenproduktion der Eierstöcke nach." Der sinkende Östrogenspiegel bewirkt, dass die Haut dünner, trockener und schlechter durchblutet wird. Leider ist davon auch die Vaginalhaut betroffen, die immer weniger Feuchtigkeit entwickelt. So wird die Scheide zunehmend empfindlicher.

"Die betroffenen Frauen klagen über anhaltendes Trockenheitsgefühl, Schmerzen und Probleme beim Geschlechtsverkehr, häufig auch über ein Brennen beim Wasserlassen", erzählt die Gynäkologin. "Auch sportliche Aktivitäten wie Fahrradfahren werden zunehmend unangenehm. Die dünne Haut neigt zu Druckstellen. Es kommt dann auch schnell zu Einrissen und kleinen Blutungen."

Hormonersatztherapie

Gegen die vaginale Trockenheit hilft eine Hormonersatztherapie, die den niedrigen Östrogenspiegel im Blut wieder ausgleicht. Doch ob für die betroffene Patientin diese Therapie infrage kommt, muss der behandelnde Arzt individuell entscheiden. "Wenn Frauen zu Thrombose neigen, ist eine Östrogentherapie nicht angezeigt“, so Dr. Reckel-Botzem. „Auch weiß man in der Zwischenzeit, dass Östrogene bestimmte Brustkrebsarten in ihrem Wachstum beschleunigen."

Scheidenzäpfchen

Ganz anders ist das bei Scheidenzäpfchen, die Östriol enthalten. "Östriol ist eine Östrogenvariante und kann einen eventuell bestehenden Brustkrebs nicht beeinflussen. Zudem wird das Zäpfchen direkt an die betroffene Stelle gebracht. So kann sich die Haut der Scheide wieder regenerieren, ohne dass es zu den gefürchteten Nebenwirkungen kommt!"

Dabei genügt es im Allgemeinen, nur zwei Mal in der Woche ein Zäpfchen einzuführen. "Man sieht hier innerhalb kürzester Zeit einen positiven Effekt", weiß Dr. Reckel-Botzem, "und wegen der geringen Nebenwirkungen sind die Zäpfchen auch zur Langzeitanwendung geeignet. Selbstverständlich übernehmen die Krankenkassen die Kosten."

Gele

Mittlerweile gibt es auch verschiedene Gele, mit denen der Scheidenbereich gepflegt werden kann. "Viele meiner Patientinnen behelfen sich aber auch erfolgreich mit einer einfachen Wund- und Heilsalbe. Selbst Melkfett hat sich oft als ausreichend erwiesen." Wichtig sei dabei, diesen sensiblen Körperbereich nicht zu überpflegen, sonst verschärfen sich die Probleme noch.

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Brigitte van Hattem

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