Geldanlage

Woran Sie eine sichere Geldanlage erkennen

geschrieben von Norman Argubi

Es ereilt einen immer wieder die Frage, ob die angebotene Geldanlage auch wirklich sicher ist. Dabei stellt sich zunächst die Frage der Definition. Was genau meint der Betroffene eigentlich, wenn er von „sicher“ redet?

Täglich wird diese Frage wohl tausend Mal gestellt und nur selten ehrlich beantwortet: Ist die Geldanlage, die Sie mir hier anbieten, eigentlich sicher?

Mal ehrlich: Wie viele Kunden haben die letzten 30 Jahre auf diese Frage ein Nein gehört? Genaugenommen wurden doch noch nie unsichere Geldanlagen verkauft, und noch nie wollte ein Kunde jemals sein Geld verlieren. In der Realität gab es allerdings diverse Fälle von Totalverlusten, fast Pleiten und verlorenen Zinsen.

Woran kann man die Sicherheit einer Geldanlage erkennen?

Ist es tatsächlich so, dass man nur auf niedrige und schlechte Zinsen setzen muss? Getreu dem Motto: Alles über 3% ist unseriös? Die Antwort ist ein klares Nein! Es gibt durchaus Anlagen, die mehr Zinsen erwirtschaften, ohne mehr Risiko. Ich muss aber bei jeder Anlage zunächst einmal auf den rechtlichen Status achten. Zertifikate, auch Bonus- oder Garantiezertifikate bilden immer eine Gefahr, alleine schon deswegen, weil der Begriff Zertifikat überhaupt nicht normiert ist, d.h. jeder kann alles dort reinschreiben. Es gibt keine allgemein verbindliche Form.

Genauso verhält es sich mit Genussrechten. Klingt ein wenig nach eigenem Genuss, ist aber im Grunde nichts weiter als ein Kredit. Auch wenn einige Unternehmen hier z. B. in Aussicht stellen, dass sie ökologische Anlagen damit fördern und so vom EEG (Energieeinspeisegesetz) profitieren, ist das nicht richtig, weil die Käufer von Genussrechten keinen Anspruch gegen den Stromproduzenten haben. Genausogut könnte die Firma von dem eingesammelten Geld die Bürokosten bezahlen. Das Geld ist also nicht zweckgebunden investiert. 

Eine typische stille Beteiligung

Ein Positivbeispiel ist dabei sicher eine typisch stille Beteiligung. Nicht zu verwechseln mit einer atypisch stillen Beteiligung. Die typisch stille Beteiligung ist ein Vorzugskapital, woraus sie bevorzugt und bevorrechtigt die Zinsen und die Rückzahlung des Kapitals erhalten. Dadurch ist das Risiko minimiert, was dazu führt, dass die ausgezahlten Zinsen voll steuerpflichtig sind.

Apropos Steuern: Es gibt einen sehr einfach zu merkenden Tipp, woran sie eine eher sichere von einer unsicheren Anlage erkennen können.

Was waren die Anzeichen für die markantesten Fehlinvestitionen?

Bauherrenmodelle, Ostimmobilien, Schiffsbeteiligungen, Medienfonds? In allen Fällen erhielten die Investoren hohe Steuervorteile. Dabei sind Steuervorteile immer ein sicheres Zeichen für eine unsichere Anlage. Denn sie bekommen die Steuervorteile, nur, weil sie ein Risiko eingehen. Das Risiko soll mit den Steuervorteilen "schmackhaft" gemacht werden. Als Neuestes locken jetzt wieder diverse Solarfonds mit eben diesen Steuervorteilen.

Damit ist nicht gesagt, dass jede dieser Anlagen schlecht ist. Es kann durchaus positiv sein, Risiken einzugehen – nur man sollte es wissen. Darum geht es. Aufklärung und Erklärung der Risiken und Chancen. Dann in Ruhe selber entscheiden.

Finanzamt ist ein guter Indikator für eine sichere Geldanlage

Das Finanzamt ist also ein guter Indikator für Risiken einer Geldanlage. Denn es prüft jede Anlage, bevor sie verkauft werden darf. Es gibt nur eine sichere Geldanlage mit Steuervorteilen, die Lebens- bzw. Rentenversicherung. Wer Ihnen also künftig erzählen will, dass er jetzt eine ganz "sichere Sache" hat und es dafür sogar Geld vom Finanzamt gibt, bitte Vorsicht. 

Über Ihren Experten

Norman Argubi

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