Geldanlage

Wie Sie mit Aktien auf Zukunftstrends setzen

geschrieben von Jörgen Erichsen

Der Gedanke klingt verlockend: Mit dem Erwerb von Aktien, die von wichtigen Zukunftstrends profitieren, ohne größere Risiken viel Geld verdienen. Doch wo geht das und worauf muss ggf. geachtet werden?

In unserer Gesellschaft gibt es verschiedene Trends, die aus heutiger Sicht extrem hohes Wachstum und somit Gewinne für Unternehmen aus diesen Branchen sowie den Aktionären dieser Gesellschaften versprechen. Zum einen ist hier sicher die Entwicklung im gesamten EDV- und High-Tech-Bereich zu nennen. Nahezu jeder weiß, dass es der IT-Sektor extrem wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung ist.

Ein wesentlicher Nachteil ist, dass die Lebenszyklen bei Produkten und Dienstleistungen in diesem Segment hier immer kürzer werden und somit die Anforderungen an die Unternehmen in Bezug auf die Entwicklungsideen und -zeiträume sinken. Das bedeutet, dass das Geld, was in die Produktneuentwicklung investiert wird, auch in immer kürzeren Abständen verdient werden muss.

Das können im Prinzip nur Konzerne leisten und auch diese sind immer öfter überfordert, wenn sie z.B. einen Trend verpassen. Nokia ist ein Beispiel dafür, wie schnell aus einem sehr erfolgreichen Unternehmen eine kriselnde Firma werden kann, wenn es nicht gelingt sowohl den technologischen Vorsprung zu halten als auch mit den Produkten den Nerv der Kunden zu treffen.

Ein anderer Zukunftstrend ist z.B. die Energieversorgung bzw. genauer die Nutzung und vor allem Speicherung regenerativer Energien. Hier stellt sich seit langem die Frage, wie sich der regenerativ erzeugte Strom am besten speichern lässt, damit er auch zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint und Windstille herrscht. Hier gibt es zahlreiche Firmen, die schon seit Jahren an dem Thema forschen, aber noch keine wirklich tragfähigen bzw. Kosten günstige Lösungen gefunden haben.

Fakt ist zwar, dass es bereits massive Umwälzungen im Bereich Energie gibt und dass diese auch weiterhin zu erwarten sind. Aber es ist nicht klar, wer die Gewinner von morgen sein werden. Selbst die Energiekonzerne haben massive Probleme, die Energiewende zu bewältigen, da auch der Weg weg geht von der zentralen, hin zur dezentralen Energieversorgung.

Und viele der meist mittelständischen Betriebe aus dem Bereich regenerative Energien kämpfen ihrerseits häufig ums Überleben, weil es im Rahmen der Energiewende auch problematische politische Entscheidungen gegeben hat.

Ein weiterer Zukunftstrend ist die Veränderung der Gesellschaft durch die demografische Entwicklung. Dadurch, dass die Menschen immer älter werden, verändern sich nicht nur die alltäglichen Bedürfnisse, es steigen auch die Herausforderungen in Sachen medizinische Versorgung und Arbeitshilfen im Alltag.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zukunftstrends kann im Bereich demografische Entwicklung allerdings gesagt werden, dass es zumindest in den meisten westlichen Industriestaaten absehbar ist, dass die Gesellschaften kontinuierlich älter werden und besser medizinisch und in Sachen Gesundheitspflege (u.a. Produkte und Dienstleistungen, die Menschen das Leben mit Krankheiten oder Beeinträchtigungen erleichtern, z.B. Gehhilfen, Kontinenz, Wundversorgung) betreut werden müssen. Darüber hinaus gibt es sicher weitere wichtige Trends, die nicht näher behandelt werden können, z.B. E-Mobilität oder der noch junge 3-D-Druck.

Das Problem ist, dass man trotz oft eigentlich eindeutig positiver Entwicklungsrichtungen nie genau sagen kann, welche Unternehmen hiervon dauerhaft profitieren und ob der Trend linear verläuft. Wer dennoch gezielt von Unternehmen aus den genannten oder anderen Zukunftsbranchen setzen möchte, sollte folgende Punkte zwingend bedenken: es sollte unbedingt eine Branche gewählt werden, bei der eine auf Jahre hinweg kontinuierliche Entwicklung ohne zu viele ungelöste Fragen zu erkennen ist.

Außerdem sollten die Produkte langfristig zu nutzen sein; es sollte also keine kurzen Innovationszyklen geben. Aus heutiger Sicht wären diese Anforderungen z.B. bei Unternehmen erfüllt, die von der demografischen Entwicklung profitieren.

Außerdem sollten immer auch die schon genannten ‚klassischen‘ Auswahlfaktoren zum Tragen kommen, die bei jeder Aktienauswahl zu berücksichtigt sind, z.B.

  • langfristig positive Kurs- und Gewinnentwicklung,
  • großes Unternehmen mit einer guten Finanzlage und auch Reserven,
  • möglichst Zugehörigkeit zu einem Börsenindex,
  • gute langfristig steigende Aktienkennzahlen, z.B. KGV, KBV.

Und natürlich gilt auch hier: Aktien von Unternehmen aus Zukunftsbranchen sollten immer nur ‚beigemischt‘ werden, damit man selbst extreme Kursstürze überstehen kann, ohne dass einem selber die Pleite droht.

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Jörgen Erichsen

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