Geldanlage

Warum Aktien von US-Firmen in jedes Depot gehören

geschrieben von Jörgen Erichsen

Wer Aktien kaufen und sich ein gut gemischtes Depot aufbauen möchte, kommt um den Kauf von US-Papieren nicht herum. Nach der aktuellsten Erhebung des Handelsblatts dominieren US-Firmen nicht nur in Bezug auf den reinen Börsenwert die Märkte. Viele amerikanische Unternehmen sind auch überproportional erfolgreich – und das schon seit Jahrzehnten.

Insgesamt stammen inzwischen 54 (!) der 100 größten Unternehmen aus Amerika und die ersten zehn Plätze gehören vollständig den US-Firmen. Europäische Unternehmen sind unter den Top-100 nur mit 26 Firmen vertreten, davon 6 Deutsche. Mit Roche, Nestlé und Novartis sind auch drei Schweizer Konzerne unter den Top 20 zu finden. Das weltweit größte Unternehmen, Apple, hat einen Börsenwert von rund 550 Mrd. Euro und übertrifft damit sogar die Wirtschaftskraft von Ländern wie Norwegen oder Schweden.

Danach folgen Konzerne wie Alphabet (474 Mrd. Euro), Microsoft (405) und Berkshire Hathaway (301). Das hierzulande größte Unternehmen, die Bayer-AG, kommt mit 94 Mrd. Euro lediglich auf Rang 66. Der Marktwert der Top 100 beträgt inzwischen unvorstellbare 15,8 Billionen Dollar, so die Unternehmensberatung Ernst & Young. Auffällig ist auch, dass unter den Top 20 besonders viele Unternehmen aus der digitalen Welt auftauchen, zu den genannten u.a. auch Cisco, Intel oder Amazon.

Kauf von US-Aktien fast ein Muss

Aktionäre, die langfristig erfolgreich sein möchten, bedeutet das, dass sie um den Kauf von US-Papieren eigentlich nicht herumkommen. Viele US-Unternehmen mit starken Marken beweisen seit Jahren, dass sie in der Lage sind, zuverlässig Gewinne zu erzielen und diese meist auch kontinuierlich zu steigern. Allerdings muss bedacht werden, dass der reine Börsenwert nicht als alleiniges Kaufkriterium dienen sollte.

Langfristig zählt vor allem, wie sich Aktienkurs, Gewinn und Dividende entwickelt haben. Zwar ist auch eine gute Entwicklung in der Vergangenheit keine Garantie dafür, dass es künftig genauso oder sogar besser weitergehen wird. Allerdings spricht natürlich einiges dafür.

Diese Risiken sollten Anleger bedenken

Wer Aktien von US-Firmen kaufen möchte, sollte unbedingt einige Punkte berücksichtigen. Da ist zum einen die schwer prognostizierbare Entwicklung des Dollarkurses. Größere Veränderungen haben natürlich auch Auswirkungen auf die Kursentwicklung von US-Firmen in Euro. Und natürlich hängt auch die Höhe der Dividende, die einem zufließt, von der Entwicklung des Dollars ab. Und vor allem im Technologiebereich besteht immer die Gefahr, dass ein Unternehmen einen wichtigen Trend verpasst und damit auch schnell in eine ernste Schieflage kommen kann.

Das Beispiel Nokia hat gezeigt, dass auch große und lange Zeit erfolgreiche Unternehmen in eine Existenz bedrohende Lage geraten kann. Und natürlich sollten Anleger nicht nur auf einzelne Unternehmen, Branchen oder Länder setzen, um das Risiko zu begrenzen. Sie sollten auch in vergleichsweise stabile Branchen wie z. B. Konsum oder Pharma investieren und nicht nur auf Firmen aus einem oder zwei Ländern setzen. Auch in Europa gibt es zahlreiche Unternehmen, die ähnlich erfolgreich sind, wie die US-Konzerne, aber noch nicht deren Größe erreicht haben.

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Jörgen Erichsen

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