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Liquidation CS Euroreal: Was bedeutet das für Sie als Anleger?

geschrieben von Norman Argubi

Mit dem CS Euroreal wird jetzt der letzte große Marktteilnehmer von der Bildfläche verschwinden. Mit einer Forderung von 3 Mrd. Euro wollten Anleger ihr Geld sofort zurückhaben. Das übestieg die Liquidität von 27% bzw. rund 1,7 Mrd. Euro bei Weitem. Wie geht es weiter? Und was bedeutet das für Sie als Anleger?

Seit zwei Jahren tobt die zweite Runde der Krise um die offenen Immobilienfonds. Hatten wir direkt nach der New-Economy-Blase einen Zuwachs an Nettomittelzuflüssen im Jahr 2002 in Höhe von 14,9 Mrd. Euro, zogen die Anleger das Geld vor zwei Jahren genauso extrem wieder ab.

Der Hintergrund war ein eigentlich gut gemeinter Gesetzesentwurf, wonach der Abzug von Kapital auf 50.000 Euro pro Anleger begrenzt werden sollte – anderenfalls müssten sie 10% Abschlag hinnehmen. Das wollte so keiner akzeptieren. Binnen 48 Stunden lagen den Fondsgesellschaften insgesamt Verkaufsorders von über 10 Mrd. Euro vor.

Nun wurde wie für den SEB ImmoInvest auch für den CS Euroreal die gesetzlich festgeschriebene Liquidation mitgeteilt. Hier lesen Sie, was das für die Anleger bedeutet und was zu tun ist.

Was passiert jetzt?

Erst einmal passiert gar nichts. Das Fondsmanagement gibt sein Mandat ab. Das ist gesetzlich so vorgesehen. Der Liquidator wird sich einen ersten Überblick verschaffen und die bestehenden Objekte und Gelder ordnen. Dann wird festgestellt, was man für den laufenden Betrieb braucht und der Rest wird spätestens zum Ende des Jahres ausgezahlt. Das werden rund 30% des Wertes sein, soweit nicht zuvor Bankdarlehen bedient werden.

Danach müssen Stück für Stück alle verbliebenen Objekte verkauft werden. Damit man hier nicht wegen eines Überangebotes Verluste hinnehmen muss, hat der Liquidator 5 Jahre Zeit. Ca. alle 6 Monate werden dann die freien Gelder weiter ausgezahlt.

Was müssen Sie als Anleger jetzt tun?

Ebenfalls nichts. Die Anleger haben entschieden, dass der Fonds aufgelöst wird. Damit haben ausgerechnet diejenigen, die aus lauter Angst nicht an ihr Geld kommen, dafür gesorgt, dass jetzt alle erst einmal wieder nicht an ihr Geld kommen – eine Ironie der Ereignisse. Spätestens zum Ende des Jahres werden Sie also jetzt an Geld kommen, zwischen 20 und 30% des Wertes, den Sie jetzt im Fonds haben. Danach alle 6 Monate erneut, solange bis das letzte Objekt verkauft wurde.

Verliert jemand jetzt Geld?

Zunächst wird niemand sein Geld verlieren. Die Immobilien, die der Fonds noch hat, sind alle noch da. Die Mieter zahlen alle Miete und keiner wird diese wegen der Liquidation einstellen. Das bestehende Guthaben, welches nicht für Zinsen, Gehälter oder Nebenkosten benötigt wird, wird ausgezahlt. Die Objekte werden Stück für Stück verkauft.

Ob diese nun künftig nur mit Verlust zu verkaufen sein werden oder nicht, ist ungewiss. Bisher hat es das Management geschafft, alle Objekte über Plan oder mindestens zum Buchwert zu verkaufen. Unbekannt ist ebenso, wie sich der Markt entwickelt, zumal jetzt neben den Immobilien des CS Euroreal auch die Objekte des SEB auf den Markt drängen.

So viele Käufer gibt es ja leider nicht mehr, die willens und in der Lage sind, Immobilien im Wert von mehreren 100 Mio. Euro zu kaufen – das waren immer die offenen Fonds. Und gerade diese haben sich fast halbiert auf der Nachfrageseite. Andererseits gibt es genug Geld auf der Erde, das nach guten und sinnvollen Anlagen sucht. Reiche Privatleute, Versicherungen, Banken und Pensionsfonds.

experto.de rät: Die Immobilie ist als sicheres Investment bei gleichzeitig geringen Zinsen und eingebautem Inflationsschutz die erste Option. Wir müssen abwarten, wie sich die nächsten Monate entwickeln.

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Norman Argubi

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